Am Ende siegt der, der springt oder die Lüge vom Plan B

 

eucaro-065

Vergiss alle Geschichten vom Plan B, der dich beschützen soll. Es gibt kein Netz, dass dich auffängt.

Mein Mann und ich führten unser Unternehmen jahrelang zusammen – dachte ich.

Doch dann gab es diesen einen Tag im Januar 2015, der von einem Moment auf den anderen alles veränderte. Meinem Mann war ein Aneurysma im Gehirn geplatzt. Das Unwahrscheinliche geschah und er überlebte – ohne bleibende Schäden. Dennoch lag vor ihm eine lange Reise der Rückkehr ins Leben.

Als mein Mann unvermittelt weitestgehend im Unternehmen ausfiel, wurde mir klar, dass meine Vorstellung der bisherigen gemeinsamen Führung des Business eine Illusion gewesen ist. Wir haben zusammen im und am Unternehmen gearbeitet, haben Ideen entwickelt, Strategien verfolgt und in verschiedenen Bereichen gearbeitet und wussten dennoch immer, was grundlegend im Job des anderen lief. Wir waren ein gutes Team, liebten gemeinsame Geschäftsreisen und Kundentermine.

Doch plötzlich trug ich die Verantwortung. Allein. Das veränderte alles. Ich erkannte, dass ich bislang keine Unternehmerin gewesen bin. Bis dahin musste ich nicht ständig  Zettel bei mir haben,  um spontane Ideen nicht zu verlieren, ich konnte jede Nacht wie ein Baby schlafen. Zwar habe ich mit meinem Mann stundenlang Ideen diskutiert, meine 50 Cent eindeutig und manchmal streitlustig rausgehauen. Doch danach konnte ich abschalten.

Ich fürchte, dass ich damals die einzige von uns war, die so leicht abschalten konnte.

Seit dieser tragischen Nacht bin ich Unternehmerin. Ich trage die Verantwortung für das Unternehmen. Ein Satz, bestehend aus sieben Worten.

Weiterlesen

So wirst du erfolgreich zum Krawallmeister

bach

Was du brauchst, sind knackige Tipps, die dich zum ultimativen Krawallmeister machen.

Christina Wenz, die wunderbare und inspirierende  Mediatorin hat zur Blogparade aufgerufen und bittet um Tipps, wie du zum wahren Konfliktmeister wird. Doch wenn du diesen Artikel liest, brauchst du keine Tipps wie du besser Konflikte löst. Denn das kannst und lebst du bereits.

Für dich ist es viel wichtiger ein erfolgreicher Krawallmeister zu werden. Du wirst gleich verstehen warum.

Neulich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in dem es darum ging, wie wichtig es ist, seinem Gegenüber in Gesprächen  mehr und wirklich zuzuhören. Voller Empathie zuhören und wirklich wahrnehmen. Es gab gut umsetzbare, praxiserprobte Tipps, mit denen du deine Zuhör-Techniken optimieren kannst.

Der Artikel wurde von zwei Gruppen von Menschen kommentiert:

  • Gruppe 1 gab noch mehr gute Tipps.
  • Gruppe 2 waren die Menschen,  die darunter litten, dass ihnen nie richtig zugehört wird. Menschen, die darunter litten, in Gesprächen immer wieder verbal plattgemacht, manipuliert oder übergangen zu werden.

Beide Gruppen waren sich einig wie fantastisch der Artikel sei.

Es gab nicht einen Kommentar von  einem Leser der Gattung, die  im Artikel beschrieben wurde. Weder gab  es einen Kommentator,  der eine Konterposition einnimmt. Noch bekannte irgendein Kommentator, dass die Lektüre eine Offenbarung gewesen sei und zur Erkenntnis geführt habe, was für ein unempathischer Genosse er bislang gewesen sei.

Aber das war doch die Zielgruppe des Artikels. Es sollten doch Kompetenzen an genau diese Hart-Herzen vermittelt werden.

Das Ergebnis meiner Beobachtung ist keine Überraschung. Denn unempathische Menschen, die es gar nicht interessiert, was du denkst, fühlst und zu erzählen hast, lesen Artikel dieser Art überhaupt nicht.

Denn sie wollen ihr Verhalten gar nicht ändern.

Diese Erkenntnisse sind (ein wenig pauschal – ich gebe es zu – aber in diesem Fall passt es) übertragbar: Der, der an einem Problem arbeiten sollte, dem es gut täte, sein Verhalten zu überdenken, dem ist das Thema komplett egal. Denn es geht ihm doch  gut. Warum sollte er etwas ändern?

Wenn ich diese Regel auf Konflikte übertrage, dann brauchst du keine knackigen, originellen oder  effektiven Tipps, wie du zum Konfliktmeister wirst. Denn diesen Artikel werden lediglich Menschen lesen, die bereits erfolgreiche  Konfliktmeister sind. Du weißt schon wie man Konflikte wertvoll löst. Weil du empathisch, wertschätzend und lösungsorientiert bist.

Wenn du scheiterst bei der Suche nach einer effektiven Lösung, sind nicht deine fehlenden, empathischen Kompetenzen und das Fehlen des Super-Tricks ursächlich. Der Grund ist wahrscheinlich dein lösungsresistentes Gegenüber. Und der wird diesen Artikel nicht lesen.

Ein hinterhältiger Teufelskreis.

Dennoch fährst du die Strategie  „mit-irgendeinem-Trick-bring-ich-ihn-schon-dazu-den-Vorteil-einer-win-win-Lösung zu erkennen“. Doch damit kommst du nicht weiter. Die Möglich- und Wahrscheinlichkeiten das Verhalten, Denken und Handeln der anderen irgendwie zum vermeintlich Richtigen zu drehen, sind überschaubar.

Was du deshalb brauchst, sind die ultimativen Tipps wie du ein großartiger Krawallmeister wirst.

Weiterlesen

Dein herrlich entspannter Weg von der Heulsuse zum Erfolg

Trost

 

 

„Dem nächsten, der mir was von Dranbleiben  erzählt, hau ich eine rein.“ – Anna

Anna ist genervt von dem ganzen verdammten Optimierungs- und Dranbleiben Schei*.  Ihr ist gerade gar nicht danach an irgendetwas dranzubleiben, durchzuhalten oder die selbst aufgestellten Regeln einzuhalten. Anna geht  es schlecht. Sie ist traurig, deprimiert und  verzweifelt. Sie ist erschöpft und angestrengt. Sie möchte einfach nur Loslassen, aber auf keinen Fall DRANBLEIBEN.

Ihr ist einfach alles gerade zu viel: Da ist der häßliche Streit mit ihren Geschwistern wegen Omas Erbe, die Kinder, mit denen sie in den letzten Wochen so anstrengende und sinnlose Diskussionen führen musste. Ihr Mann, der ständig auf Geschäftsreise ist. Ach ja, und ihr Business muss sie auch am Laufen halten.

Sind wir nicht alle ein bisschen Anna?

Weiterlesen

Die dreiste Ziele-Lüge

Handtasche
Deine klar definierten und hoch gesteckten Ziele hindern dich daran glücklich und zufrieden zu sein.
 
Bei meiner süßen, virtuellen  Anna läuft’s. Sie hat in den letzten Monaten hart an ihrem Erfolgsmindset gearbeitet. Anna hat alles getan, was notwendig ist, um erfolgreich zu sein. Eine Strategie mit smarten Zielen entworfen, inklusive Umsatzzahlen. Sich coachen lassen  bis zum Abwinken, gute Literatur verschlungen, Erfolgsarbeitsgruppe, pipapo.
Es funktioniert. Jetzt hat Anna das erste Mal die Umsatzmarke von € 10.000 monatlich geknackt. Nun tanzt sie in  ihrem Office, hat die Musik bis zum Anschlag aufgedreht und freut sich auf den Champagner, den sie später genießen wird. Die biochemische Keule schlägt voll zu und sie ist pumped.
Am nächsten Morgen wacht Anna auf und wundert sich. Wo ist das Lächeln, von dem sie erwartete, dass es sich in ihrem Gesicht für immer einzementiert? Wieso ist das Glücksgefühl über ihren Erfolg, über das Erreichen des unfassbar großen Ziels, nicht alles überstrahlend?
Was Anna tatsächlich fühlt ist eine Art Leere.  Der Adrenalin-Kick ist verflogen. Der Morgen nach der Party. Die Endreinigung. Der emotionale Kater.
Später sitzt Anna im Büro, immer noch ein wenig niedergeschlagen, nein, das trifft es nicht. Sie fühlt sich etwas leer und orientierungslos. Deshalb feilt sie umgehend an neuen Zielen.

Immer auf der Suche nach dem Kick 

 
Das, was Anna erlebt hat, ist die Leere nach dem Kick. Wenn du deine Befriedigung aus dem Erreichen von  Zielen erlangst, wirst auch du diese Leere kennen.
Sich Ziele zu setzen, kann dir helfen. Zielsetzungen können dich pushen und motivieren. Gerade zu Beginn, wenn du erstmals voller Staunen anfängst, das Wünsche-Land zu verlassen. Wenn du dir nicht nur wünschst mehr Geld, mehr Erfolg und überhaupt  ein besseres Leben zu haben, sondern wenn du dir das erste Mal messbare Ziele setzt. Wenn du erkennst, dass du aktiv werden und beeinflussen kannst, wirst du eine Art Offenbarung erleben.
Du gibst deinem Ego die Erlaubnis groß zu denken. Du verschaffst  deinem Ich die Erkenntnis, dass du die Macht dazu hast. Du realisierst, dass du gestalten und nicht nur reagieren kannst.
Diese Melange von nie Erlebten und sympathischen Größenwahn-Fantasien lässt dich sehr  selbstbewußt werden. Unglaubliches erscheint erreichbar. Weil du es willst und die notwendigen Mittel dazu hast. Und weil du Tschakka hast. Getragen von einer Welle des gruppendynamischen Gefühls, dass das Undenkbare realisierbar ist.
Wenn du wie Anna den Moment erlebst dein smartes Ziel erreicht zu haben, spürst du eine unglaubliche Freude, eine enorme Befriedigung, große Lust und kindliche  Begeisterung.
Die klaffende und verschlingende Leere danach folgt aber unausweichlich. Du hast die 10.000-er Marke geknackt? Okay, go for 15.000 Bucks. Du hast zwei neue Kunden gewonnen? Schön, meine Liebe. Im kommenden Monat müssen es drei neue Kunden sein.
Das Setzen von skalierbaren Zielen hat zwei Komponenten, über die du dir ganz klar sein solltest.
  1. Nach dem Rennen, ist vor dem Rennen. Das Erreichen des Ziels ist nicht die Endstation, sondern der Startpunkt. Du musst dir immer wieder neue Ziele setzen. Du musst immer wieder Druck auf dich ausüben. Vorsicht, Hamsterrad-Gefahr.
  2. (Hamsterrad, die II.):  Du musst deine Ziele regelmäßig höher stecken. Tust es nicht, kriegst du keinen Kick mehr. Klar würde es reichen um zurecht zu kommen, wenn du jeden Monat die 10.000 machst (vor Steuern, denk dran). Aber dieses wunderbare, machtvolle Adrenalin getränkte Gefühl bekommst du nur dann, wenn du das Ziel immer höher, immer wilder  schraubst.

Ähm, Entschuldigung, was ist denn, wenn ich mein smartes Ziel nicht erreiche?

 
Darüber meine Liebe, wird nicht so gerne geredet.
Denn leider ist es so, dass dadurch, dass du dir  knallharte, ans Größenwahnsinnige grenzende, mess- und überprüfbare, zeitlich konkretisierte Ziele gesetzt und diese nicht erreichst hast, feststeht,
dass du  ein Versager bist.
Nein, das sagt dir natürlich keiner. Denkt vielleicht auch keiner. Aber du wirst dich so fühlen. Du hast die verdammte schriftliche Zielerfassung mit fettem, schwarzem Eding geschrieben:
 
AUGUST: UMSATZZIEL EURO 10.000
 
Es sind nur knapp EUR 2.000 geworden. Die Niederlage brennt bitter. Von der Euphorie und dem Größenwahn vor einem Monat, als du das Ziel erfasst hast, ist nichts geblieben.
„Na super, nun habe ich es auch noch schriftlich, dass ich ein Versager bin.“

Fly me to the moon 

Du brauchst mehr,um wirkliche Erfüllung und Freude zu empfinden.
Es geht nur vordergründig um irgendwelche Umsatzzahlen, Häuser, Autos.  Das ist nicht der Grund warum du das tust, was du tust.
Vielmehr musst du dich fragen, was du wirklich erreichen willst, was du der Welt hinterlassen willst, mit dem was du tust.
Was wäre, wenn  du all das, was du materiell mit deiner Arbeit erreichen könnest, schon erreicht hättest?
2016: Umsatz vor Steuern EUR 7.000.000,00 (nur ein Beispiel, Gott bewahre)
Warum würdest du deine Arbeit trotzdem tun wollen? Nicht für den dritten Porsche oder die vierte Prada Handtasche. Das zweite Chalet in den Schweizer Alpen am Blauen See.
Es geht um mehr. Es geht um deine Mission. Um das, was du der Welt geben möchtest. Das, von dem du möchtest, an das man sich an erinnert, wenn du tot bist.
Das sind definitiv nicht die EURO 7.000.000,00.
Vielleicht möchtest du, dass man erinnert, dass du ein Visionär warst. Oder, dass du Menschen verbinden wolltest und konntest. Oder, dass du Liebe in die Welt bringen wolltest.
Deine Mission ist wichtiger als deine Ziele.  Das ist die eindeutige und die klare und die unumstößliche Wahrheit.

FAZIT

Ich will das Setzen von Zielen nicht verdammen. Es ist nett und hilfreich und es macht Spaß  ganz konkrete und messbare Ziele zu haben. Aber damit allein funktioniert es nicht. Die Ziele sind nur wie  ein kleiner Kickstarter,  um dir  – wenn nötig – einen Tritt zu verpassen, um  loszulegen.
Definierte Ziele sind darüber hinaus  eine nette Gelegenheit, wenn du einen kleinen Turbolader brauchst, weil sich  sonst eine gwisse Langeweile breit macht.
 
Das Erreichen deiner Ziele ist jedoch  nicht das, was dein Glück ausmacht. Das Tun ist viel wichtiger als das Ergebnis. Wenn du tiefe Befriedigung empfindest bei dem was du tust, dann du bist sehr nah an deiner Mission.
Und das ist viel wichtiger als smarte Ziele. Denn wie oft ist es so, dass das, was du vor 10 Jahren für großartige Ziele gehalten hast, heute –  10 Jahre später –  bedeutungslos erscheint?
Take care und bleib glücklich
Deine Claudia

Ohne Leid, kein Preis oder you can’t have one without the other

Bach Gebirge
Du wirst leiden müssen.
 
Die Frau sitzt im Café, denn dort ist es warm. Ein bisschen Klischee, zugegeben, aber sie mag einfach nicht in dieser düsteren Wohnung sitzen.   Sie fertigt das Anschreiben für den 37. Verlag, an den sie das Manuskript ihres Romans  schickt. Nein, tatsächlich ist es mehr als ein Roman. Es ist ein Epos. Sie weiß, wie gut ihr Werk ist. Ja, und sie bleibt dran und schickt ihr Manuskript an jeden verdammten Verlag. Ihre Verzweiflung wird immer größer. Da sitzt sie nun, in dieser düsteren Kellerwohnung, ist abhängig  von den Unterhaltszahlungen ihres Mannes, ihr wunderbares cum laude Examen in Literatur nutzt  ihr nichts.
Und sie leidet.
Aber sie ist bereit dieses Leiden in Kauf zu nehmen, denn sie weiß, dass irgendwann, irgendwer ihr Manuskript annehmen wird. Sie ist bereit dafür zu leiden, an sich zu zweifeln und immer wieder aufzustehen. Denn was wäre die Alternative?  Sie könnte ihr Manuskript in die Schublade legen und versuchen es zu vergessen. Aber auch das wäre Leiden. Denn es steckt ihr Herzblut in diesem Baby. Also geht sie lieber den Weg. Obwohl jede Absage, die in den mausgrauen, politisch korrekten Fairtrade Umschlägen bei ihr eintrudelt, wie eine Ohrfeige ist. Eine Ohrfeige, die ihr sagt:
„Du kannst nichts. Vergiss dein „Werk“. Es ist schlecht. Wäre es gut, hätte es schon längst irgendwer angenommen.“
Cut!

Weiterlesen

Wenn Fragen Kopfschmerzen bereiten, Worte einfach verschwinden und du deshalb ein episches Geschenk bekommst

Heute gehört die Bühne 22 Menschen, die andere Menschen inspirieren.

Du siehst das Äußere dieser Menschen, siehst ihren Auftritt und bewunderst  ihren Erfolg.  Doch das ist nur ein Teil von ihnen. Diese Menschen liefern ab, um dich zu inspirieren. In dem Moment müssen sie ihre eigenen Probleme und Schwierigkeiten ausblenden.  Tatsächlich interessiert es dich auch gar nicht so sehr. Deine Haltung ist eher: „Was springt für mich dabei raus, wenn ich diesem Blogger folge, dieses Seminar besuche, diesem Menschen zuhöre…?

So ticken wir Menschen. Das ist okay.

Aber was, wenn auch die Kämpfe, die Widersprüche, die Härten im Leben dieser Menschen einen Gewinn für dich darstellten? Einen unermeßlich großen Gewinn. Denn diese Menschen haben einen hohen Grad der Selbstreflexion. Sie sehen sich. Sie arbeiten daran sich weiterzuentwickeln, Blockaden abzubauen und zu wachsen. Und heute sind sie bereit, ihre Erkenntnisse und Gedanken mit dir zu teilen und dich davon profitieren zu lassen.

Sie schenken dir ihre Verletzlichkeit.

Diese beiden Fragen habe ich meinen Gästen erstellt:

  1. Was wünschst du  dir unbedingt und so sehr, dass du bereit bist, dafür zu kämpfen und Schmerzen auszuhalten – physisch oder psychisch? Es ist dir so wichtig, dass du dafür sogar den Schmerz in deinem Leben begrüßt. Was ist dir so wichtig, dass du bereit bist dafür du zu leiden?
  2. Wie schaffst du es, in harten Zeiten Leichtigkeit in dein Leben zu holen? Auf Knopfdruck sozusagen. Dein optimales Feelgood Tool, dass die eigentliche Ursache zwar nicht behebt, aber das z.B.  die biochemischen und neuronalen Funktionsweisen nutzt, damit du es dir für den Moment leichter machst.

Die Resonanz war  überwältigend. Die Antworten, die ich erhalten habe sind  episch. Jede einzelne Antwort ist so berührend und inspirierend.

Da haben fantastische Menschen für dich die Hose runtergelassen. Sehr offen und verletzlich gewähren meine Gäste dir einen Einblick. Diese Einblicke sind so wertvoll, dass ich jede Regel hinsichtlich Länge und Form der Antworten über Bord geworfen habe.

Mein Blog, meine Leser, meine Regeln.

Du bekommst alles von mir.  Die Beiträge konnte, nein, wollte ich nicht kürzen. Lass dich inspirieren und genieß die Show.

Weiterlesen

Von tugendhaften Frauen und anderen Dieben oder „Nimm endlich den verdammten Fuß von der Bremse, Baby!“

Löwenkopf

Anna steht traurig im Badezimmer.

Anna, süße, virtuelle Anna. Sie schaut auf das Spiegelbild, das ihr entgegenblickt. Etwas trotzig. Etwas traurig. Es geht halt nicht anders. Sie muss die Fakten berücksichtigen. Sie muss an die Familie denken. Und sie tut es gern. Die Familie ist das Wichtigste für sie.

Ja, wirklich!

Doch ein ganz leises Bedauern bleibt zurück. Ein Schmerz. Eine Unsicherheit, ob sie immer die richtigen Entscheidungen trifft. Unsicherheit darüber, was ihre Motivation ist.

Du hast keine Ahnung wovon ich rede? Und Recht hast du . Es braucht die Rückblende. Die Rückblende, die es dir ermöglicht wie eine Drohne Abstand zu nehmen, von dem was passiert. In den Himmel zu fliegen und von ganz oben auf die Situation zu schauen.

Aber Anna jedoch steckt mittendrin und hier ist die Rückblende:

Anna kommt voller Euphorie nach Hause. Sie hat einen extrem guten und potentiellen Auftrag in der Pipeline. Alle Zeichen stehen auf Unterschrift. Wenn sie es schafft,  diesen Kunden für ihr Projekt der urbanen Stadtgärten zu gewinnen, dann ist sie auf dem nächsten Level. Sie wird endlich Geld verdienen. Bislang hat sie immer reingebuttert. Endlich wird sich die ganze Anstrengung, das Dranbleiben gelohnt haben.

Sie hat eine Flasche Champagner gekauft auf dem Nachhauseweg . Es ist zwar noch nichts gebucht. Doch das Gefühl, so nah dran zu  sein, reicht für Anna, um feiern zu wollen. Ihre Phantasien, ihre Wünsche sind grenzenlos.

Als Anna nach Haus kommt und ihrem Mann in die Augen blickt, weiß sie es. Sie weiß, dass etwas nicht stimmt. Sie weiß, dass ihr Traum nicht wahr werden wird.

„Baby, es tut  mir so leid. Aber es gab diese Veränderungen durch das Change Management, die Situation, ach Schatz, komm schon, du weißt doch, wie das läuft. Ich muss nach Frankfurt (oder Shanghai oder Timbuktu oder whereever). Das ist die eine Chance, die nur einmal im Leben kommt. Ich mache das für euch. Für uns. Wir sind eine Familie und wir schaffen das, Süße. “ – Annas Mann

Anna erzählt nicht von ihrem großartigen Erfolg . Später wird sie sicher davon erzählen. Doch erst mal freut sie sich. Freut sich über die großartige Chance, die ihr Mann bekommt mit diesen neuen Job. Freut sich mit ihm über seinen fantastischen Karriere Step. Sie denkt daran, dass sie selbst noch ganz am Anfang ihres Business ist. Sie kann die Familie einfach noch nicht ernähren. Es wäre unvernünftig, dieses ungeheuer sexy  Angebot nicht anzunehmen. Sie haben die Kinder. Sie haben das Haus. Sie  haben Ziele.

Und natürlich hält Anna zu ihrem Mann. Sie ist loyal. Sie sind eine Familie. Die großen, gemeinsamen Ziele sind wichtiger als ihre eigenen Pläne. Ihre  Zeit wird auch schon noch kommen.

Anna sagt die erlösenden Worte zu ihrem Mann: Wir schaffen das. Lass uns in das Abenteuer starten.

Zurück bleibt eine leise Trauer darüber, dass sie ihre große Chance nicht wahrnehmen wird.Weiterlesen

Liefer dein Meisterstück ab oder 3 todsichere Tipps für mehr Leichtigkeit, auch wenn nicht alles easy ist

SEteintürme

Foto ©Silvia Voigt

Wir starren auf die Anzeigetafel des Fahrstuhls und sind fassungslos, dass sich nichts tut.

Ich stehe mit meiner Tochter im Fahrstuhl des Hotels und wir reden und plappern und lachen. Der Fahrstuhl steht still. Es dauert lange. Sehr lange,  bis wir es überhaupt bemerken. Wir tauschen Blicke und wortlos verstehen wir, dass keiner von uns den Fahrstuhlknopf gedrückt hat.

Nicht meine Verantwortung.

Komplette Entspannung. Verloren im Moment.

Leichtigkeit.

Mit  einem explodierenden Lachen beugt sich einer von uns vor und drückt den magischen Knopf, der  den Fahrstuhl bewegt.

Fast fragen wir uns, warum der Fernzauber versagt hat, der sich doch um diese leidige Aufgabe kümmern sollte?

#notmyjob

Weiterlesen

Von der Kunst zu verlieren und wie du am Ende der Sieger bist

Dreiergespann

Anna spürt die Augen der Mitarbeiter auf sich gerichtet.

Nach außen hin ist Anna, meine süße virtuelle Freundin, mein mini-me,  komplett ruhig. Contenance bewahren. Der dritte Auftrag in Folge ist an ihrem  Unternehmen vorbei gegangen. Aufträge von Stammkunden, die mit schöner Regelmäßigkeit, treu und loyal, Geschäfte mit ihr machen. Doch dieses Mal können sie nicht am Preis der Konkurrenz vorbei.

Es gibt nichts, was Anna dagegen machen kann.

Annas Mitarbeiter sind bestürzt, machen sich Sorgen, sehen schwarz. Tiefschwarz.

Anna hat das Gefühl einer Meuterei gegenüber zu stehen. Einer Meuterei des Schwarzsehens. Einer kollektiven „Das war’s“ Verzweiflungs-Welle. Niemand glaubt ihr mehr ihr positives denken Gequatsche. Dunkle, schwere angstüberzogene Gemütswolken, die alles zu verschlingen drohen, ziehen auf.

„Aufträge, Boss, wir brauchen Aufträge. Die Zahlen müssen stimmen. Mein Arbeitsplatz ist gefährdet. Was sollen wir tun? Wie geht es weiter?“ Das ist es, was das Team umtreibt.

Wortlos zwar, keiner spricht es aus. Aber Anna spürt die Ängste. Kann die Sorgen und Gedanken fast körperlich fassen.  Schwer und klebrig hängen sie im Raum. Anna lächelt, tröstet, spricht Mut zu.

Doch auch  sie hat Angst. Unglaubliche Angst. Sie spürt ihr Herz rasen. Die Angst in Tränen auszubrechen ist übermächtig. Alles ist so schwer. Sie kann die Last nicht mehr tragen.

Aber sie funktioniert. Sie nimmt die Sorgen der Mitarbeiter an. Nimmt sie ernst. Diskutiert. Bespricht Strategien. Und  stets vermittelt sie, dass sie einen Weg finden werden. Daran gibt es keinen Zweifel.

Und endlich spricht Anna die erlösenden Worte:

„Okay Leute, macht Feierabend. Morgen sprechen wir weiter.“ Anna

Während die anderen das Office verlassen, sackt Anna in sich zusammen und ist mutlos. Verzweifelt. Sie übersteht die restlichen Stunden des Tages. Als sie  im Bett liegt, lässt sie sich umarmen von den tröstenden Armen des traumlosen Schlafs. Während sie hinübergleitet in die Dunkelheit, entwirft sie erste Strategien.

Weiterlesen

Case study: Warum die anderen immer so verdammt viel Glück haben und wie du dir deinen Anteil holst

Böser Drachen
Meiner süßen, virtuellen Freundin Anna laufen die Tränen über’s Gesicht.
Sie schaut sich die Dokumentation über  Tony Robbins, diesen charismatischen Gottvater aller Lifestyle-Coaches, an. Eine Dokumentation über eines der Erfolgsseminare, das sechs Tage andauert und an dem über 2.500 Menschen teilnehmen.
Sie sieht diese junge Frau – Dawn –  so zart, so verletzlich und so schön. Sie spricht. Nein, es ist kein Sprechen. Es ist eher wie ein leises Schreien,  wie das Wimmern eines Tieres. Sie stößt die Worte aus, sie kämpfen sich unaufhaltsam wie ein Lavastrom aus ihr.
Anna ist kaum in der Lage zu erfassen, was dieser Frau passiert ist. Gemeinsam mit ihrer Mutter und den Geschwistern aufgewachsen in einer Sekte, den Kinder, Soldaten oder whatever Gottes. Einer Gemeinschaft, in der die  Liebe zu Gott durch Sex gezeigt wurde. Sex, zu dem alle immer, jederzeit und jedem zur Verfügung stehen mussten. Sex, in allen Variationen. Vergewaltigungen. Unaussprechliches.
Dawn war bis zum Alter von 12 Jahren ein Kind Gottes.
Dawn wusste nicht mehr wie sie weiterleben sollte. Ein gebrochenes Geschöpf. Ein Mensch, der nur lebte, weil er seiner Familie, die ebenfalls gebrochen war, menschlich unterstützte, motivierte und antrieb.
Ihre Kraft war zu Ende. Sie war müde. Sie war des Lebens müde.
Doch dann passierte das Unglaubliche.
Dieser Mann, dieser Erfolgscoach, erreichte Dawn. Er sah sie. Er sah, dass sie voller Liebe war. Voller Liebe für andere Menschen. Er sah ihre unfassbare Stärke, die sie all das hatte überleben lassen. Er sah ihre Stärke, die sie alles auf eine Karte hatte setzen lassen. Sah diese Frau, die ihr letztes Geld genommen hatte für dieses sauteure Seminar, in der Hoffnung dort neuen Lebensmut zu finden.
Tony Robbins sah durch das Zerbrochene hindurch und sah die Frau, die sie werden konnte. Die schon  da war.
Und er ließ sie all das auch sehen und spüren. Doch es brauchte mehr um diese Frau ins Leben zurückzuholen.  In einem Akt der Menschenliebe oder des Geschäftskalküls – was vollkommen egal ist – unterstützt er diese Frau. Er ermöglicht es ihr bei einer der besten Trainerinnen selbst zum Coach ausgebildet zu werden. Er selbst wird ihr alles was notwendig ist vermitteln.  Wahnsinnige Summen von Sponsoren fließen. Alles wird möglich.
Heute ist Dawn erfolgreich.
Anna ist fassungslos über die Transformation, deren Zeugin sie geworden ist. Sie ist tief berührt.  Voller Empathie fühlt sie mit Dawn.
Und doch spürt sie voller Scham ein unaussprechliches Gefühl in sich aufsteigen. Neid, schmieriger, gehässiger Neid. Neid, auf die unfaßbare Wandlung zum Guten hin in Dawns Leben. Neid auf das filmreife Happyend, dass vor ihren Augen stattgefunden hat. Obwohl sie sich so sehr dafür hasst, kann sie die Frage nicht unterdrücken:
„Warum haben bekommen andere immer genau die Unterstützung, die sie brauchen? Warum haben sie eigentlich immer mehr Glück als ich?“ – Anna

Weiterlesen