Erfolgs-Manifest einer Bitch – Teil 3: Die Magie der Verweigerung

 

Um JA sagen zu können, musst du NEIN sagen.

Das ist nicht schön. Das ist sogar ziemlich hart und ausschließlich. Was auch immer du dagegen einwenden willst, es ist dennoch so. Unumstößliche Wahrheit. Bittere Realität. Klarer Wegweiser.

Anna sitzt mühsam lächelnd im Restaurant mit einer ganz lieben Freundin. Diese Freundin ist so wundervoll. Wie eine Schwester. Sie gehört zu Annas Leben. Diese Freundin erzählt sehr gern. Sie erzählt lieber als sie zuhört. Anna weiß das. Es nervt sie manchmal. Sogar sehr. Aber sie nimmt es hin. Denn – ach, nennen wir diese Freundin Eva – ist es wert. Doch in den letzten Monaten hat Anna das Gefühl, dass die Balance nicht mehr stimmt. Sie weiß alles von Evas Nachbarn, kennt deren Krankheiten, ist über die Familiengeschichten auf dem Laufenden, Geschichten aus dem Job. Es gibt keinen Bereich über den Anna von Evas Nachbarn nicht Bescheid weiß.

Doch Evas Nachbarn interessieren Anna nicht. Eva interessiert sie. Evas Gedanken. Evas Pläne, Wünsche und Erlebnisse. Anna spürt seit Monaten einen Widerwillen in sich aufsteigen, wenn sie Eva immerzu über Menschen reden hört. Wozu? Was soll das? Sie hat das Gefühl ausgesaugt zu werden von dieser Energiewelle des Nutzlosen. Es stört sie immer mehr, dass zugunsten Evas Litaneien über Hinz und Kunz immer mehr die wirklichen Gespräche weichen müssen.

Deshalb trifft sie  eine Entscheidung. Das muss aufhören. Sie will nicht gedanklich abschweifen während Eva vor sich hinplappert. Sie ist unzufrieden und sie will das artikulieren. Aus der Welt schaffen.

„Liebste Eva, ich will das nicht mehr hören. Es interessiert mich nicht. Es zieht mich total runter immer wieder Geschichten über Menschen zu hören, die mich nichts angehen. Ich möchte mit DIR reden.“

Ungläubigkeit, Entsetzen überzieht Evas Gesicht. Totales Unverständnis.

Ich weiß nicht, wie die Gespräche zwischen Eva und Anna weitergegangen sind. Doch was Anna getan hat, ist, ein eindeutiges und  unmißverständliches NEIN in die Welt zu bringen. Sie hat sich dieses kleine machtvolle Wort mühsam abgerungen. Hat wochenlang Diskussionen mit sich selber gefühlt. Abgewogen zwischen Frauen-Loyalität, Selbstliebe, das-kann-man-nicht-machen und ich-halt’s-nicht-mehr-aus. Nach diesem mühevollen, schmerzhaften und zähen Prozess des Abwägen, wusste Anna , dass dieses NEIN in die Welt musste.

Nein Sagen ist die Kunst der Auswahl

Du kannst nicht alles haben, alles machen und allen geben. Für alles,  für das du ein JA gibst, nimmst du anderer Stelle etwas.

  • Du erledigst für deinen Kollegen die Präsentation. Und dir fehlt die Zeit dein Profil auf Xing für deinen besseren Auftritt zu optimieren.
  • Du buchst jedesmal  die Flüge für die Mallorca-Reise mit deinen Mädels. Und dir fehlt die Zeit, dir den superspannenden Dokumentarfilm anzuschauen.
  • Du coachst deine Freundin für lau. Und dir fehlt die Zeit, deine Über-mich Seite anzupassen.

Es ist unmöglich, dass du alle Bitten, alle Aufforderungen, alle Angebote wahrnimmst. Ausführst mit deiner besten Qualität und Kompetenz. Mit der gleichen Begeisterung. Mit totaler Euphorie.

Du wirst wählen müssen. Unter allen JA’s, die man dir abluchsen will, hat sicher jedes einzelne seine Berechtigung. Für den, der dich fragt. Doch du wirst niemals alle bedienen können. Du musst unter diesem bunten Strauß an Bitten, Angeboten und Fragen eine Auswahl treffen. Welche Bitte willst du erfüllen? Wofür brennt dein Herz? Wer braucht deine Hilfe wirklich? Und wer will einfach nur etwas auf dich abladen, auf das er kein Bock hat?

Diese Fragen werden dir helfen, eine erste Auswahl zu treffen. Auszusortieren, was weniger wichtig ist. JA zu sagen, zu dem, was ein großes Echo bei dir auslöst. Ich weiß, alles in dir sträubt sich dagegen diese Auswahl zu treffen. Denn der Kollege ist doch so nett. Die Mädels-Reise ist doch schnell gebucht. Der Film wird doch bestimmt bald wiederholt. Das ist alles richtig. Aber du hast ein Problem mit dem NEIN sagen. Bei dir ist die Balance zwischen geben und nehmen nicht ausgewogen.

Wenn die Balance ausgewogen ist, brauchst du wirklich nicht weiterzulesen, denn dann sorgst du gut für dich. Wenn das aber nicht so ist, dann musst die Kröte schlucken:

Du musst auswählen, zu wem du NEIN sagst.

Hör auf, wie ein Bleichgesicht zu sprechen

Wie oft hast du in den letzten sechs Wochen JA zu etwas gesagt. Nett lächelnd. Versichernd, dass es kein Problem sei.

Und dann hast du Hause gesessen und dich bei deinem Mann beklagt: über die fordernde Nachbarin, die jammernde Kollegin, deinen charmanten Sportsfreund, der sich wieder mal erfolgreich gedrückt hat. Und wieder einmal fragt dich dein Mann/Freundin/Mutter/Kollege zu Recht, warum du es denn machst, wenn du keine Lust dazu hast?

Gute Frage von deinem Sparring-Partner. Geradezu eine perfekte Frage. Es gibt keinen Grund, dass du mit gespaltener Zunge sprichst. Dass du etwas anderes sagst, als du meinst. Dass du dir wünschst, erhoffst, erwartest, der andere müsste von alleine wissen, erahnen, erspüren, dass dein leicht dahin gesagtes JA nicht ernst gemeint, sondern in Wahrheit ein NEIN sei.

Das ist deine Aufgabe. Es ist deine Aufgabe zu sagen, was du meinst. Wenn du JA sagst, dann solltest du es auch so meinen. es sollte ein überzeugtes, zweifelsfreies und liebevolles JA sein. Von Herzen gern gegeben. Ohne Ressentiments.

Es ist nicht die Aufgabe der anderen, dein JA, das eigentlich ein NEIN ist, zu demaskieren. Zu erahnen. Dir die Entscheidung abzunehmen. Es ist deine Verantwortung, nur dann JA zu sagen, wenn du JA meinst.

Das ist schwer. Denn ein NEIN oder auch nur die Idee eines NEINs wirbelt deine Ängste auf. Nicht genug. Nicht genug geliebt. Nicht gut genug. Austauschbar. Gib die Verantwortung nicht den anderen: Wenn du ein NEIN fühlst, ist es dein Job, genau dieses NEIN zu transportieren. Es wird Menschen geben, die dich für egoistisch halten. Es wird vielleicht sogar Menschen geben, die sich von dir abwenden. Doch aus Respekt ihnen und dir selbst gegenüber, solltest du nur dann JA sagen, wenn du es auch so meinst.

Das kannst du nicht? Verstehe ich. Ist mir auch schon passiert. Aber dann musst auch du die Konsequenzen tragen. Im Idealfall ohne Gejammer. Denn das würde dich on top noch lähmen und deine Kräfte zehren. Wenn du noch nicht so weit bist, dann zieh dein ungewolltes JA durch und arbeite daran, es aus vollem Herzen zu geben. Für das NEIN kannst du noch etwas üben – bis du soweit bist.

Hol den Besen raus und fang an zu wirbeln

Nein sagen ist die Kunst des Aufräumen. Du machst Frühjahrsputz mit Dingen und Menschen, die dich ausbremsen. Du fegst alles aus dem Haus voller Energie und ohne Zweifel, was du nicht voller Freude und ohne Zweifel in deinem Haus behalten willst.

Du bist Cinderella: Die Guten in Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Wenn du in der zweiten Stufe herausgefunden hast, was dein wahres JA ist, solltest du nun hinschauen, wer von dir ein generelles NEIN brauchst. Ich meine nicht den Kollegen, der manchmal super charmant weiß, wie er dich kriegen kann. Doch der auf der anderen Seite stets mit Starbucks Caramel Macchiato und Engelsgeduld deine tränenreiche Männergeschichten anhört und mit dir durch die Leiden eines Singles-Lebens geht. Ich meine den Kollegen, der dich regelmäßig in Meetings auflaufen lässt und der gnadenlos von deiner nicht vorhandenen NEIN-Kompetenz profitiert, das auch weiß und es weidlich nutzt.

Diesen Kollegen, nennen wir ihn Karl, solltest du aussortieren. Ein für allemal. Für Karl musst du nicht jedes Mal erneut überlegen, ob du seiner Bitte nachkommst, ihm behilflich bist oder ihm aus der Patsche hilft. Karl – und jeder von uns kennt einen Karl – kannst du von der List der Liste streichen. Denn Karl nimmt. Immer und immer wieder. Karl will nicht mit dir wachsen. Sich wechselseitig unterstützen. Karl ist ein Idiot. Also weg mit Karl. Schwing den Besen.

Die elegante Kunst des Nein-Sagen

Okay, das alles ist neu für dich. Und es ist hart. Wenn du als Elevin in die Riege der NEIN-Sager aufsteigst, wirst du ziemlich sicher eine Menge Fehler machen. Wie jeder Anfänger. Vermutlich wirst du sogar sehr unbeholfen und ratlos sein.

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass du nicht die richtigen Methoden an der Hand hast, um klar, aber charmant NEIN zu sagen. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass du es total falsch machst. Ein ungeübter NEIN-Sager will das ungewohnte und ungeliebte NEIN schnell hinter sich bringen. Das hat mit großer Wahrscheinlichkeit zur Folge, dass du furchtbar zickig sein wirst.

“ Ich mache das jetzt nicht. Und überhaupt, du hast mich die ganzen Jahre benutzt. Meine Gutmütigkeit ausgenutzt. Was denkst du dir eigentlich? Meinst du, ich habe nichts Besseres zu tun?“

Das meine Süße, ist nicht die smarte Art NEIN zu sagen. Denn dein Gegenüber ist kein Verbrecher. Er fragt dich etwas. Nicht mehr und nicht weniger. Also solltest du ihn auch mit Respekt behandeln. Ein klares, freundliches NEIN reicht vollkommen. Ohne lange Erklärungen, aber eindeutig und freundlich. Es ist nicht Karls oder sonst jemandes Schuld, dass du noch eine ABC-Schützin im NEIN Sagen bist. Aber mach dir keine Sorgen: Ich bin mir sicher, dass du sehr schnell die freundliche Art des NEIN-sagen lernen wirst. Probier es einfach mal aus.

Hallo Claudia, ich bin Claudia

Wahrscheinlich wirst du dich nach ein paar Wochen fragen, wo dein altes Ich geblieben ist. Du wirst eine totale Entwicklung durchmachen, wenn du dir erstmals zugestehst, nur dann JA zu sagen, wenn du es wirklich willst. Du wirst Unmengen an Zeit haben, die du dadurch gewinnst, dass du NEIN zu allem sagst, zu dem du NEIN sagen möchtest. Ja, es wird Menschen geben, die dich vorher netter fanden. Vielleicht fanden sie es aber auch nur angenehmer, dass du zu allem JA gesagt hast und sie ihren Vorteil dadurch hatten.

„Every no makes space for a perfect yes.“ James Altucher

Du wirst dich sehen. Du wirst ganz neue Seiten von dir kennenlernen. Du wirst die ungeahnte Freiheit kennenlernen, die es bedeutet, dich zuzumuten.

Wer mag dich, so, wie du bist?

Ich mag dich so wie du bist. Wenn du also zweifelst und zauderst, es probierst und dann doch wieder zurückschreckst vor deiner eigenen Courage, dann denk daran, dass ich hier bin. Ich glaube an dich und ich unterstütze dich.

Werde so glücklich, wie es nur geht

 

 

Deine Claudia

Warum du deine Schwächen zeigen solltest

 

 

So lange du nicht deine kräftezehrenden Versuche, ständig stark und smart zu erscheinen, einstellst, wirst du niemals  dein volles Potenzial nutzen.

Im Gegenteil: Du bremst dich selber aus.

Nicht Anna, sondern ich sitze in der ersten Reihe vor  unendlich langer Zeit bei der Premiere der Night of the Prom. Open air. Historische Altstadt. Knisternde Spannung. Ich trage eine cremeweiße Marlene Hose zu einer cremeweißen Bluse. Killer Heels. Das Orchester macht den Sound check. Nein, so heißt es nicht beim klassischen Konzerten. Egal, du weißt, was ich meine. Es ist ein Spätsommerabend.  Ungewöhnlich warm. Ich genieße die angespannten, etwas nervösen letzten  Minuten vor dem Beginn des Konzertes.

Das Violoncello beginnt zart, leise zu erklingen. Bratsche, Posaune und Trompete stimmen ein. Ein furioses 120 minütiges Crescendo der klassischen Musik. Alle sind beseelt. Der Abschluss Akkord ertönt. Applaus. Schlussapplaus. Glückliche Menschen . Stehende Ovationen

und ich spüre das warme Blut meine Schenkel hinunterrinnen.

Ich sehe das Blut auf dem Dreieck meiner Scham auf meiner cremeweißen Hose, ohne es wirklich zu sehen. ich weiß, dass es da ist. Drehe meinen Kopf und sehe einen großen Blutfleck auf dem zuvor wunderschönen, edlen, zarten, rosenholzrotem Samt.

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Erfolgs-Manifest einer Bitch – Teil 2: Gestatten, Krull. Felix Krull

 

 

Anna, meine süße, liebe, ein  bisschen chaotische, aber immer suchende Anna, ist endlich wieder da und sie kann dir dazu etwas erzählen. Anna ist aktuell in fremden Gefilden unterwegs. Sie arbeitet gemeinsam mit einem Team  an einem absolut innovativen und kreativen Projekt mit. Es geht um das Einkaufserlebnis der digitalen Zukunft. Industrie 4.0. Digitalisierung. Na ja, ist für dich im Detail auch nicht so wichtig. Es geht also um die Optimierung des Einkaufs in der digitalen Welt. Um Vereinfachung. Um Zeitersparnis.

Anna sitzt in diesem dynamischen Team. Sie ist die einzige Frau. Und wie in jedem Team gibt es den Bremser. Den „Ja, aber…“ Kerl. Das Team diskutiert darüber, was sich der Kunde wünscht. Und der Kollege, nennen wir ihn Karl, wendet gegen das innovative, bahnbrechende und zukunftsorientierte Modell ein:

„Aber ich will meine Tomaten beim Einkaufen in die Hand nehmen. Ich will sie riechen. Ich will sie haptisch erleben. Das ist Bestandteil meines Wunsches als Kunde.“

Alle im Meeting – zu 100% Männer bis auf Anna – nickten zustimmend. Ein Mann, der verstand und  empathisch erfasste, was der Kunde im Supermarkt so will. Ja, der Kunde will einkaufen. Mit all seinen Sinnen. Er will wissen, ob die Tomate nach Tomate riecht.

Anna nickte nicht. Anna dachte nach. Anna fragte nach. Oh, Anna du kannst deine Klappe einfach nicht halten. Anna war eine kluge Strategin. Bevor der ahnungslose Karl überhaupt realisierte, was passierte, tappte er in alle Fallen, die Anna charmant lächelnd, auslegte.

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Mein Koffer voller Glück

Jeder von uns hat das Ziel glücklich zu sein.

Auch wenn du denkst, dass das nicht dein Ziel ist: Glücklich zu sein ist IMMER das Ziel

Mutter Theresa hat den Ärmsten der Armen unermüdlich geholfen, weil es sie glücklich gemacht hat zu helfen.

Der geldgierige Milliardär scheffelt nicht immer weiter Geld um des Geldes willen, sondern weil es ihn glücklich macht, immer mehr Geld anzuhäufen.

Die Frau, die zehn Hunde vor dem sicheren Tod rettet und sich liebevoll um sie kümmert, macht das, weil sie es liebt den Tieren zu helfen, es macht sie glücklich.

Die Frau, die ihren Mann regelmäßig betrügt, macht es (in manchen Fällen), weil sie das aufregende Gefühl des Neuen anmacht. Das Abenteuer, das Prickeln sorgt dafür, dass sie sich lebendig und glücklich fühlt.

Der Gärtner, der voller Hingabe zarte Setzlinge hegt und pflegt, sie versorgt und nährt, um sich irgendwann seinen  größten  Wunsch – die Kreation einer neuen Rosensorte – zu erfüllen. Auch er sucht nach Glück.

Was auch immer dein Ziel ist, du strebst einen beseelten Zustand an, der dieses wohlige Gefühl der Zufriedenheit, der Gelassenheit, der Ausgelassenheit in dir erzeugt. Dieses im perfekten Moment-Sein, das den Wunsch in dir auslöst, die Zeit stillstehen zu lassen.

Glück. Es geht immer um Glück.

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Erfolgs-Manifest einer Bitch – Teil 1: Sei die Göre, die das letzte Stück Pizza nimmt

Nur einer kann das letzte Stück Pizza bekommen.

Nein, du sollst kein egoistischer Egomane werden. Aber du solltest aufhören, immerzu so lieb, so nett, so höflich, so verdammt kontrolliert und so emphatisch zu sein.

Nein, ich meine nicht, dass du total und komplett und allumfassend unfreundlich, gemein und rücksichtslos werden sollst. Doch du solltest die Bitch in dir zum Leben erwecken. Ihr ein wenig Atem einhauchen, pulsierende Lebenskraft, überbordende Energie.

Nein, nicht immer. Aber auch. Bitches haben ein paar Sachen drauf, die den Uneingeweihten sehr schwer fallen. Bitches sagen Sachen, die unhöflich sind.

Nein, du musst keine böse, gemeine, rücksichtslose Hexe werden, um deine Ziele erfolgreich zu erreichen. Denn du bist ganz wunderbar, so warmherzig und liebevoll wie du bist. Aber es gibt ein paar klebrig-süße, weiblich-verklärte Softskills, die dich dabei massiv behindern, dass du das bekommst, was du dir wünschst. Die es dir unnötig schwer machen.

Bitches kennen ein paar smarte Abkürzungen. Sie haben ein paar Tricks drauf. Eigentlich ist es ganz einfach. Wie bei einem One-Pot-Gericht: sie schmeißen ein paar leckere Sachen in den Topf, sie lassen die Sachen weg, die nicht schmecken, ein bisschen Würze, Feuer aufdrehen und go!

Deshalb teile ich mit dir mein Erfolgs-Manifest einer Bitch. In einer kleinen Serie verrate ich dir meine Hacks, die ich  von Bitches gelernt habe. Und weißt du was? Manchmal sind mein Bitches-Ikonen weiblich, manchmal männlich, manchmal sind es Kinder und gelegentlich ist es das Leben selbst.

Fünf Fähigkeiten, die dich deinem Traum, glücklich und erfolgreich zu sein, einen großen Schritt näher bringen. Fünf Folgen einer Mini-Serie.

Den Start macht die Fähigkeit, kindisch-stur und ohne jede Vernunft für seine Wünsche einzustehen – wenn es nicht anders geht.

Anna hatte das Gefühl in einer Endlosschleife festzustecken. Das Murmeltier grüßte täglich und sie fand sich wieder, schon wieder, in der bekannten Situation: Reihe 7 im Flieger, verhasster Mittelplatz, eingepfercht zwischen ihrem Mann zur Rechten (natürlich hatte er den Gangplatz) und einem fremden Mann zur Linken. Sie versuchte sich zu entspannen, nahm ihr Buch, lehnte sich zurück und schob die Ellenbogen in Richtung Armlehnen.

Beide besetzt. Auf beiden Lehnen lagen entspannt abgelegt, in feinen Zwirn gehüllt, zwei Männer-Ellenbogen.

Anna spürte eine leises Grollen aus der Tiefe ihrer Seele. Sie hasste es, keine Armlehne im Flieger zu haben. Sie hasste den Mittelplatz und sie hasste es, wie diese Kerle in aller Selbstverständlich eine Armlehne für ihre anlehnungsbedürftigen rechten und linken Arme in Anspruch genommen hatten.

Und sie hasste es, so zu empfinden. So kindisch. Albern. Konfrontativ.

In gewohnter Manier verkloppte Anna in ihrem Inneren die Kerle, fluchte über den Egoismus von Männern im Allgemeinen und sagte

kein Wort.

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Meine Frauen haben Hüften – Teil 2

Sind meine Frauen klebrig-süß und jämmerlich?

Sind sie unausgelastete, unzufriedene Vorstadtweiber?

Ist meine süße Anna eine visionslose, unausgelastete, nägellackierende Vorstadtmutti mit einem schnuckeligen Hobby-Business? Ist sie die Frau, die es sich erlauben kann, Lustlos-Phasen auszuleben, weil sie keine finanzielle Verantwortung trägt? Ist sie die Frau, die sich Termine zur Maniküre einschiebt anstatt nonstop und unermüdlich an ihrem Traum zu arbeiten?  Und wenn ja, wäre das schlimm? Wäre Anna dann weniger eine starke Frau? Weniger erfolgreich? Aber dafür mehr bemitleidenswert und nicht ernstzunehmen? Und was ist überhaupt die richtige Frau?

Kürzlich habe ich über „meine“ Frauen geschrieben, die Frauen, für die schreibe, die ich liebe, die Frau, die auch ich bin. Dieser Post hat eine sehr große Resonanz hervorgerufen und viele Frauen schrieben mir, wie sehr sie sich in „meiner“ Frau wiedererkennen.

Aber es gab auch Kritik. Die Kritik kam von einer sehr klugen und sehr lieben Frau, die ich unglaublich schätze, deshalb setze ich mich damit auseinander.

Sind meine Frauen jämmerlich und unzufrieden? Weil sie es sich gönnen zu jammern, zu zweifeln, unsicher zu sein und auch suchend zu versuchen. Weil in ihrem Leben Theorie und Praxis auseinanderdriften und einfach das nackte Leben dazwischenkommt.  Was ist überhaupt eine jämmerliche Frau und was eine starke? Wer bestimmt das und hat das irgendeine Bedeutung, was irgendwer so als starke Lady zu definieren müssen meint?

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10 überzeugende Gründe, warum es sich für dich lohnt, die Women&Work 2017 zu besuchen

Oben ohne.

Das ist das Motto bei TOP-Unternehmen, einflußreichen Meinungsmachern, visionären Strategen und  einflussreichen Politikern. Frauen sind Mangelware. Klar, die eine oder andere Frau hat es bis ganz nach oben gebracht, aber von Proporz sind wir Lichtjahre entfernt.

Ähnlich ist es im oberen und mittleren Management. Die Summe der Frauen in Führungspositionen repräsentiert nicht den statistischen Frauenanteil der Bevölkerung.

Und nein, das  liegt nicht daran, dass es nicht genügend gebildete, kluge, erfolgsorientierte und strategische Frauen gibt. Eine ganz fiese Melange unterschiedlichster Gründe ist dafür verantwortlich. Und nein, das ist keine pauschale Anklage gegen die Männer. So einfach ist es nicht. Die Gründe sind absolut vielfältig. Ich wette, ihr kennt auch ein paar davon und es gibt hervorragende Analysen zu diesem Thema. Aber nicht hier.

Doch eines ist für mich klar: Wann immer sich mir die Gelegenheit bietet, Unterstützerinnen zu finden oder andere kompetente Frauen effektiv zu unterstützen, nutze ich diese Chance. Denn wir sollten nicht warten, dass ein Prinz geritten kommt und uns den perfekten Job, die super Chance oder die Verwirklichung deiner Träume oder auch einfach finanzielle Unabhängigkeit oder auch schlichtweg deine persönliche Selbstentwicklung als Geschenk in pink glitzerndes Papier  gewrappt überreicht und uns dabei ins Ohr haucht:

„Ich werde dich dahin bringen, wo du hin gehörst. Ans Ziel all deiner Träume.“

Wir sollten selber unseren Weg gehen. Mit Unterstützung und einem Netzwerk ist es leichter. Klar, der Prinz darf auch gern helfen. Doch du solltest selber loslegen.

Und deshalb möchte ich euch erstmalig den Besuch einer Veranstaltung empfehlen: Die Women & Work am 17.06.2017 in Bonn.

Aber weil du als meine Leserin eine kluge Frau bist, nickst du höflich und bedankst dich vielleicht sogar für die Empfehlung. Doch du fragst dich zu Recht,

„Was springt für mich dabei raus, wenn ich mich auf den Weg mache?“

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Meine Frauen haben Hüften und ihre Leben haben Umwege

Auch glückliche Frauen haben manchmal das Bedürfnis eine ganze Armee an Nervensägen vor sich aufmarschieren zu lassen und ihnen  gnadenlos  eins auf die Schnauze zu geben. Die unangenehmen Genossen direkt mit einem lucky punch auf die Matte zu befördern.

Game over. Klappe halten.

Es gibt seit Jahren eine ganz unangenehme Tendenz.  Eigentlich ist es nichts Neues. Es ist  der wiedergeborene amerikanische Traum:

„Du bist deines Glückes Schmied“

hieß es vor 100 Jahren.

„Vom Tellerwäscher zum Millionär“

seit  vielen Dekaden in den USA.

Heute heißt es im Lifestylebusiness:

„Du bist, was du denkst.“

Das sind Wahrheiten, die einen wahren Kern, doch eine verlogene, schleimige Hülle haben. Eine Hülle, die mehr schadet als hilft. Ganze Heerscharen Glücks- und Erfolgswilliger domestizieren ihre Gedanken, ihre Gefühle, lesen, meditieren und erziehen sich selbst. Setzen sich Ziele, untersagen sich Aufschieberitis. Verbieten sich Jammer- und Lustlos-Tage. Hoffnungslosigkeit ist verboten. Negatives Mindset nicht erlaubt.

„Negative Gedanken? Raus aus meinem Haus!“

Die Ratgeber lassen es dich wissen:  Alles ist easy. Du musst einfach nur konsequent und unnachgiebig, aber aus voller Güte, aus deinem tiefsten Herzen und in deiner ganz persönlichen Größe, dranbleiben. Dann kannst du nur erfolgreich sein.

Alles was du vorbringst, warum es bei dir nicht so einfach möglich ist und du deine ganz persönlichen Stolpersteine hast, sind dumme kleine Ausreden. Das solltest du endlich erkennen. So oder so ähnlich wird es dir um die Ohren gehauen.

Mit markigen Worten und ohne jeden Zweifel wird dir vermittelt, dass wenn du nur wirklich willst, du glücklich, erfolgreich und emphatisch sein willst, dann kannst du es auch.

Deine Ausreden seien ein Werk deines Egos,  der personifizierte Satan, deine schlechte Umwelt, die dich infiltriert hat.

Ich möchte dir etwas verraten: Das ist dummes Zeug und dennoch ist es  gleichermaßen wahr . Genau das ist das Tückische, das Perfide daran.

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Shewolf – stairways to haven

 

Die Tränen der Erschöpfung und Überforderung  fließen immer in der Einsamkeit.

Nicht in der Einsamkeit einer Palmblätterhütte am Amazonas oder der Stille einer Berghütte. Unsere Einsamkeit sieht anders aus. Ist moderner. Urbaner. Unsere Tränen fließen beim Befüllen der Waschmaschine, im Feierabendstau in der Dunkelheit des Autos oder im Wald beim Joggen, nur von hechelnden Hunden unterbrochen.

Jede Geschichte braucht einen Helden. Meine Dauer-Heldin ist Anna. Anna, die immer herhalten muss für meine und deine Befindlichkeiten. Doch heute brauche ich Anna nicht.  Ich kann Susi, Tina oder einfach Eva nehmen. Eva passt perfekt. Eva ist die Mütter aller Frauen. Eva steht für das, was uns vereint, nicht für das was uns trennt. Eva ist der kleinste gemeinsame Nenner.

Eva liegt im Bett, kommt nicht zur Ruhe. Gedanken rasen in ihrem Kopf hin und her, wie kleine,  wilde Springmäuse, rauf und runter. Nein, es sind doch eher Meerschweinchen; sie quieken immerzu. Es gibt keinen Moment der Stille. Eva wünscht sich nichts mehr als Schlaf. Doch sie kann nicht Hinübergleiten in das andere Reich. Sie spielt die Szenarien durch. Sieht die Sequenzen wie Filme ablaufen. Sie ist so müde. Nicht die wunderbare Müdigkeit des Abends nach einem erfüllten Tag. Nein, eine bleierne Müdigkeit hält sie gefangen, nimmt ihr den Atem.

Eva, unsere Mutter, fühlt sich erschlagen vom Druck der Verantwortung. Vom Druck des Gebens. Sie hat das Gefühl, dass sie mehr geben muss als sie zu geben hat. Eva kann nicht mehr unterscheiden zwischen geben aus vollem Herzen und Aufgesaugtwerden.

Eva weiß nicht, wie sie trotz dieses Drucks, dieses zerren und ziehen, sein soll. Sie selbst sein. Scheinen.

Sie sucht ihren Weg. Eva liebt ihren Job, ihre Kinder, ihren Mann, alles. Sie liebt ihren Sport, ihren Tribe.

Doch sie hat das Gefühl zu viele Arme reißen an ihr:

Sei klug, sei schön, sei fit, sei erfolgreich und gib mir, gib mir immer mehr. Mehr. Komm schon, du bist gut. So gut, dir fällt es doch leicht. Komm Eva, nur noch ein kleines bisschen. Fahr mich hierhin, schreib mir dieses, organisiere jenes. Höre mir zu. Verstehe mich.

Eva ist müde. So müde. Und sie ist jämmerlich. Sie will jämmerlich sein und sich bedauern. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht.

 

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Endstation Happiness

Die Suche nach dem Perma-Glück nervt!

Das, was als sinnstiftender Mindshift begonnen hat, endet oft in einer frustrierten und katzenjämmerlichen Fruststimmung.

Doch lass mich dir erzählen, was passiert ist. Und zwar Anna, meiner süßen, virtuellen Freundin, die für alles herhalten muss, wo ich nicht die Hosen runterlassen will.

Anna schlägt die Augen auf. Aufschlagen ist übertrieben, sie klimpert sich mit müden und etwas nervösen, noch ganz schwachen, schmetterlingsgleichen Augenaufschlägen aus dem Traumreich in die reale Welt zurück. Wie jeden morgen dreht sie den Kopf zur Balkontür, nimmt die Dunkelheit wahr, die schon von den bläulichen Streifen der Morgendämmerung durchzogen wird.

Anna ist irritiert. Sie wartet. Sie wartet auf das sanfte, müde und leichte Lächeln, dass ihre Mundwinkel nach oben ziehen sollte. Dieses süße Morgenritual, dass sie so verinnerlicht hat, dass es einfach passiert. Einfach da ist. Diese ersten Minuten, die der Dankbarkeit für drei besonders schöne Momente des gestrigen Tages gewidmet sind. Anna tut normalerweise nichts, um dieses Ritual in Gang zu setzen, es passiert einfach .

Ya know: 66 days routine creates a habit.

Danach wird’s einfach wie Zähneputzen.

Anna begreift nicht was da passiert. Wie ein Außenstehender beobachtet sie sich selbst. Sieht, dass sich  ihre Mundwinkel nicht zu einem zarten, elfengleichen Lächeln nach oben ziehen….

(Na ja, ich übertreibe etwas: Sooo elfengleich sieht es nicht  aus; schließlich ist Anna nicht mehr  14. Doch so fühlt es sich für sie an.)

…stattdessen sieht Anna heruntergezogene Mundwinkel. Sieht ihre traurigen Augen.

Anna quält sich aus dem Bett. Sie schlürft mit müden Schritten ins Badezimmer. Die Schultern hängen. Sie ist müde und mutlos. Am liebsten würde sie direkt wieder ins warme Bett krabbeln und die ….na ja, sagen wir, nächsten  100 Jahre schlafen. Nie mehr aufstehen.

Müde, mutlos, traurig.

Fu*ck, was ist hier los? Anna ist doch mein alter ego und ich bin die Glücks-Mentorin, die Mrs Happiness und Erfolg und alles easy und wo ist die nächste Herausforderung? Warum hängt jetzt mein verdammter Mundwinkel und warum könnte ich einfach losheulen?

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