Warum du Menschen enttäuschen musst, um aus der Doppelbelastungs-Falle zu kommen und wie Miss Piggy dir dabei helfen kann

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Anna ist total gestresst. Sie hat bis spät in die Nacht hinein an einem total spannenden Projekt gearbeitet, für das heute die Deadline ist. Jetzt steht alles und Anna  kann dem Kunden den Entwurf präsentieren. Und der ist richtig gut geworden. Phantastisch geradezu. Anna  ist darüber so glücklich, dass sie eigentlich in der Wohnung umhertanzen und laut singen möchte.

Fettes ABER.

Heute ist Schulfest bei ihrem Jüngsten und sie muss einen Kuchen mitbringen – den sie in der vergangenen Nacht backen wollte. Doch gerade als sie starten wollte, rief Oma an und später hatte der Große Kopfschmerzen und sehnte sich nach Bemutterung. Dadurch hat Anna viel später als geplant mit der Arbeit angefangen. Na ja, und die traurige Wahrheit ist: Sie hat den Kuchen ihrer Arbeit „geopfert“ und sich entschieden, einfach einen Kuchen zu kaufen.

Jetzt steht sie hier vor dem wunderschönen Kuchen, den sie ganz früh beim Bäcker gekauft hat.  Er sah perfekt aus. Zu perfekt. Sie dachte an die Blicke der anderen Mütter, die natürlich Selbstgebackenes mitbringen würden.

Rabenmutter!

Sie konnte förmlich den traurigen Blick ihres kleinen Schatzes sehen, wenn ihn alle mitleidig anschauen würden.

Ungeliebtes Kind!

Die Entscheidung war getroffen und Anna ent-perfektionierte den Kuchen. Rappzapp, wenige Maßnahmen waren notwendig und der Kuchen  war perfekt-unperfekt.

Anna war zufrieden. Dieses Werk würde ihr jeder abnehmen.

Sie schnappte den Kuchen, Handtasche und lud alles inklusive ihres Sohnes ins Auto und fuhr zur Schule, um dann so schnell wir möglich an den Schreibtisch zurückzukehren.

Es war erst  7:30 Uhr. Und Anna war gestresst.

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Was die LAUTE Frau, Karlson vom Dach und eine schöne Party mit deinem Triggern zu tun haben

Stilleben

Anna liegt wieder einmal mitten in der stillen Nacht hellwach in ihrem Bett. Ihre Gefühle fahren Achterbahn. Sie ist wütend auf ihren Mann, DIE andere Frau und am meisten auf sich selbst.   Annas Abende bieten immer wieder Explosionsstoff für ihr Gefühlsleben.  Und so war es auch bei der Party, die sie gerade mit ihrem Mann besucht hat.

Es war ein perfektes Fest: sympathische Menschen, gutes Essen, hervorragender Wein, stimmungsvolles Ambiente und viel Spaß. Anna unterhielt sich  mal hier, mal dort, tanzte und hatte einfach eine Menge Spaß. Irgendwann setzte sie sich zu  ihrem Mann und der Runde, die am Kamin saß. Die Gespräche plätscherten vor hin, Anna genoß das wohlige, wärmende Gefühl des Feuers und hörte einfach zu.  Ihr Mann unterhielt sich gerade mit einer Frau über irgendwelche Aktiengeschichten; eine Sache, die  Anna eher nicht  interessierte. Außerdem war die Frau ihr ein bisschen zu laut, ein bisschen zu egozentrisch, ein bisschen zu sehr von sich eingenommen (Achtung: trigger no. 1?) und erzählte gerade von dem unangenehmen, administrativen Krams, der mit dieser Art von Geschäften vorbunden sei. Und ach, wie lästig das doch sei. Annas Mann, der sehr viel Spaß an dem Gespräch hatte (Achtung: trigger no. 2?) konterte nonchalent wie Karlson vom Dach und täschelte dabei liebevoll (oder gönnerhaft? Achtung: trigger no.3) Anna Schulter und sagte stolz, dass er diesen banalen Krams an seine liebste, wunderbare Frau abgegeben habe und deshalb das unglaubliche Glück habe von diesen profanen Tätigkeiten frei zu sein („verdammt, der meint mich“ dachte Anna entrüstet und da ist der trigger no. 4).

Natürlich flippte Anna aus. Und zwar ohne nachzudenken. Ohne durchzuatmen. Sie zischte ihrem Mann zu, dass es eine Frechheit sei, was er da abziehe. Sie schoss einen Schwall wohlerzogener und in  wohltemperierter Lautstärke, dennoch tödlicher giftiger Pfeile auf ihn ab. Und  DER Frau sagte sie, dass sie sehr wohl andere und wichtigere Dinge zu tun habe, als blöde Aktien-Zettel abzuheften (oder so). Anna war blind, denn sonst hätte sie natürlich die Frage dieser Frau kommen sehen: „Was machst du denn so?“ Es schoß Anna durch den Kopf, dass sie lieber lachen und sich aus der Geschichte ziehen sollte. Sie wusste, dass sie nur reagierte und überhaupt nicht auf sich aufpasste und ins offene Messer lief. Anna wollte loslegen und von ihrer Selbstständigkeit, die sie so engagiert betrieb, erzählen, von ihren Erfolgen und von ihren Zielen. Und doch kam sie sich so lächerlich dabei vor und stammelte mit leisem Stimmchen nur etwas von Job, Business, selbstständig. Und hielt die Klappe. Und schwups waren alle auch schon bei einem anderen Thema. Anna verließ die Kamin-Runde und die Party ging weiter.

Und jetzt liegt Anna im Bett und fragt sich, was genau sie eigentlich so aufgeregt hat.

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Warum du mit Authentizität allein keinen Blumentopf gewinnst

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Kürzlich habe ich ein selbst gedrehtes Video eines Trainers gesehen: Verwackelt, starke Windgeräusche im Hintergrund, schlechtes Licht. Der Mann erzählte und warb für seine Dienstleistungen. Hatte eine Story, hatte ein Anliegen. Er beklagte, dass so viele Online Trainer und Coaches sich allzu jämmerlich und voller Selbstzweifel in ihren Marketing-Aktivitäten darstellen. Das würde jeden Käufer abschrecken. Kein Kunde wolle wissen, wie es dir wirklich geht. Der Kunde will eine Lösung für sich kaufen. Wenn du aber unaufhörlich selber Zweifel an dir hast, bist du eben nicht der Richtige, weil nicht erfolgreiche Ansprechpartner.

Eindringlich forderte er seine Trainer-Kollegen auf, sich – so wie er selbst – in ihren Marketing Aktivitäten – darzustellen: kompetent, forsch, mit einem absoluten Erfolgsmindset und lösungsfokussiert.

Dieser Mann war absolut authentisch.

Er hat einfach los geplappert und genau das, was er dachte, in die Welt gelassen. Und doch ging ein wahrer Shitstorm auf ihn los. Die virtuelle Welt war aufgebracht. Er wurde attackiert für

  • die Angriffe anderer
  • für das Verurteilen anderer dafür  ihre Ängste zuzugeben
  • weil er indirekt dazu aufrief sich zu verstellen
  • weil er demotivierte

Warum durfte dieser Mann nicht ungestraft seine Meinung sagen, wo andere doch für diese Art der Ehrlichkeit in den Himmel gehoben werden? Dankbares Feedback bekommen, weil sie den notwendigen Tritt in den Hintern gegeben haben, weil sie aufgerüttelt haben. Weil sie unangenehme Wahrheiten angesprochen haben.

Warum war authentisch bei diesem Mann schlecht und falsch?

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Wie du herausfindest, was du wirklich willst, dabei dem Fluch des Chamäleons entkommst und das Ganze leicht nehmen kannst

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Anna, immer wieder Anna. Anna wird etwas anstrengend in letzter Zeit, ist sie doch so sehr bemüht sich zu optimieren, zu wachsen, perfekt zu sein, die beste Version ihrer selbst zu werden. Dieses lobenswerte Bestreben sollte sie voran bringen und befriedigen. Doch Anna ist nicht entspannt und glücklich, sondern bemüht. Anna ist gequält, denn sie hat keine Ahnung, wer sie eigentlich wirklich ist. Wo ihr persönlicher Brillanz-Bereich liegt ist für sie ein einziges Rätsel.

Diese Orientierungslosigkeit verunsichert Anna. Lässt sie erstarren und verharren. Verzagen und zaudern.

Anna gleicht einem Chamäleon in einem Spiegelkabinett. Dieses Wesen, dass darauf programmiert ist, sich der Umwelt anzupassen. Und was macht dieses rätselhafte Urtier in einem Spiegelkabinett? Dort wo es nichts im Außen gibt, dem es sich anpassen könnte? Wie der Publizist Kevin Kelly beobachtete, nimmt das Chamäleon in einem Spiegelkabinett eine grüne Farbe an. Grün: Die Zeichnung der panischen Angst, die auftaucht im Angesicht eines Feindes. Genauso geht es Anna.

Wenn sich Anna mit ihren kreativen Freundinnen trifft, spürt auch sie die Sehnsucht danach sich malend auszudrücken. Schwingt den Pinsel, bucht Kurse und tauscht sich über Maltechniken aus.

Ist sie mit den ehemaligen Studienkollegen zusammen, führt sie Gespräche über Literatur und Philosophie, wälzt Fragen der Ethik und ist tiefsinnig.

Und schließlich gibt es die Anna, die zu Hause alles im Griff hat, gelassen ist, den Überblick behält, organisiert, rettet und plant.

Anna bringt das nach außen, von dem sie glaubt, dass sie es sei. Das es angemessen ist. Zielführend. Erwartet wird. Glücklich macht. Notwendig ist. Richtig ist.

Richtig?

Ja. Denn Anna weiß nicht, wer sie wirklich ist, was sie wirklich will. Ja, sie ist glücklich. Schließlich spielt sie keine Rollen, sie liebt ihr Leben. Doch da ist diese Frage, die sie in letzter Zeit so sehr beschäftigt. Diese Frage nach ihrem wirklichen Wesen, nach ihren wirklichen Zielen treibt Anna um. Lässt sie nachts immer wieder wach liegen. Führt dazu, dass sie sich manchmal sich selbst fremd fühlt.

Fremd in ihren eigenen Leben.

So viele Frauen wie Anna fragen: Wie soll ich herausfinden, wer ich wirklich bin? Was ich wirklich will?

Liebe Anna, wie soll ich das wissen, wenn du es nicht weißt?

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