Ohne Leid, kein Preis oder you can’t have one without the other

Bach Gebirge
Du wirst leiden müssen.
 
Die Frau sitzt im Café, denn dort ist es warm. Ein bisschen Klischee, zugegeben, aber sie mag einfach nicht in dieser düsteren Wohnung sitzen.   Sie fertigt das Anschreiben für den 37. Verlag, an den sie das Manuskript ihres Romans  schickt. Nein, tatsächlich ist es mehr als ein Roman. Es ist ein Epos. Sie weiß, wie gut ihr Werk ist. Ja, und sie bleibt dran und schickt ihr Manuskript an jeden verdammten Verlag. Ihre Verzweiflung wird immer größer. Da sitzt sie nun, in dieser düsteren Kellerwohnung, ist abhängig  von den Unterhaltszahlungen ihres Mannes, ihr wunderbares cum laude Examen in Literatur nutzt  ihr nichts.
Und sie leidet.
Aber sie ist bereit dieses Leiden in Kauf zu nehmen, denn sie weiß, dass irgendwann, irgendwer ihr Manuskript annehmen wird. Sie ist bereit dafür zu leiden, an sich zu zweifeln und immer wieder aufzustehen. Denn was wäre die Alternative?  Sie könnte ihr Manuskript in die Schublade legen und versuchen es zu vergessen. Aber auch das wäre Leiden. Denn es steckt ihr Herzblut in diesem Baby. Also geht sie lieber den Weg. Obwohl jede Absage, die in den mausgrauen, politisch korrekten Fairtrade Umschlägen bei ihr eintrudelt, wie eine Ohrfeige ist. Eine Ohrfeige, die ihr sagt:
„Du kannst nichts. Vergiss dein „Werk“. Es ist schlecht. Wäre es gut, hätte es schon längst irgendwer angenommen.“
Cut!

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Wenn Fragen Kopfschmerzen bereiten, Worte einfach verschwinden und du deshalb ein episches Geschenk bekommst

Heute gehört die Bühne 22 Menschen, die andere Menschen inspirieren.

Du siehst das Äußere dieser Menschen, siehst ihren Auftritt und bewunderst  ihren Erfolg.  Doch das ist nur ein Teil von ihnen. Diese Menschen liefern ab, um dich zu inspirieren. In dem Moment müssen sie ihre eigenen Probleme und Schwierigkeiten ausblenden.  Tatsächlich interessiert es dich auch gar nicht so sehr. Deine Haltung ist eher: „Was springt für mich dabei raus, wenn ich diesem Blogger folge, dieses Seminar besuche, diesem Menschen zuhöre…?

So ticken wir Menschen. Das ist okay.

Aber was, wenn auch die Kämpfe, die Widersprüche, die Härten im Leben dieser Menschen einen Gewinn für dich darstellten? Einen unermeßlich großen Gewinn. Denn diese Menschen haben einen hohen Grad der Selbstreflexion. Sie sehen sich. Sie arbeiten daran sich weiterzuentwickeln, Blockaden abzubauen und zu wachsen. Und heute sind sie bereit, ihre Erkenntnisse und Gedanken mit dir zu teilen und dich davon profitieren zu lassen.

Sie schenken dir ihre Verletzlichkeit.

Diese beiden Fragen habe ich meinen Gästen erstellt:

  1. Was wünschst du  dir unbedingt und so sehr, dass du bereit bist, dafür zu kämpfen und Schmerzen auszuhalten – physisch oder psychisch? Es ist dir so wichtig, dass du dafür sogar den Schmerz in deinem Leben begrüßt. Was ist dir so wichtig, dass du bereit bist dafür du zu leiden?
  2. Wie schaffst du es, in harten Zeiten Leichtigkeit in dein Leben zu holen? Auf Knopfdruck sozusagen. Dein optimales Feelgood Tool, dass die eigentliche Ursache zwar nicht behebt, aber das z.B.  die biochemischen und neuronalen Funktionsweisen nutzt, damit du es dir für den Moment leichter machst.

Die Resonanz war  überwältigend. Die Antworten, die ich erhalten habe sind  episch. Jede einzelne Antwort ist so berührend und inspirierend.

Da haben fantastische Menschen für dich die Hose runtergelassen. Sehr offen und verletzlich gewähren meine Gäste dir einen Einblick. Diese Einblicke sind so wertvoll, dass ich jede Regel hinsichtlich Länge und Form der Antworten über Bord geworfen habe.

Mein Blog, meine Leser, meine Regeln.

Du bekommst alles von mir.  Die Beiträge konnte, nein, wollte ich nicht kürzen. Lass dich inspirieren und genieß die Show.

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Von tugendhaften Frauen und anderen Dieben oder „Nimm endlich den verdammten Fuß von der Bremse, Baby!“

Löwenkopf

Anna steht traurig im Badezimmer.

Anna, süße, virtuelle Anna. Sie schaut auf das Spiegelbild, das ihr entgegenblickt. Etwas trotzig. Etwas traurig. Es geht halt nicht anders. Sie muss die Fakten berücksichtigen. Sie muss an die Familie denken. Und sie tut es gern. Die Familie ist das Wichtigste für sie.

Ja, wirklich!

Doch ein ganz leises Bedauern bleibt zurück. Ein Schmerz. Eine Unsicherheit, ob sie immer die richtigen Entscheidungen trifft. Unsicherheit darüber, was ihre Motivation ist.

Du hast keine Ahnung wovon ich rede? Und Recht hast du . Es braucht die Rückblende. Die Rückblende, die es dir ermöglicht wie eine Drohne Abstand zu nehmen, von dem was passiert. In den Himmel zu fliegen und von ganz oben auf die Situation zu schauen.

Aber Anna jedoch steckt mittendrin und hier ist die Rückblende:

Anna kommt voller Euphorie nach Hause. Sie hat einen extrem guten und potentiellen Auftrag in der Pipeline. Alle Zeichen stehen auf Unterschrift. Wenn sie es schafft,  diesen Kunden für ihr Projekt der urbanen Stadtgärten zu gewinnen, dann ist sie auf dem nächsten Level. Sie wird endlich Geld verdienen. Bislang hat sie immer reingebuttert. Endlich wird sich die ganze Anstrengung, das Dranbleiben gelohnt haben.

Sie hat eine Flasche Champagner gekauft auf dem Nachhauseweg . Es ist zwar noch nichts gebucht. Doch das Gefühl, so nah dran zu  sein, reicht für Anna, um feiern zu wollen. Ihre Phantasien, ihre Wünsche sind grenzenlos.

Als Anna nach Haus kommt und ihrem Mann in die Augen blickt, weiß sie es. Sie weiß, dass etwas nicht stimmt. Sie weiß, dass ihr Traum nicht wahr werden wird.

„Baby, es tut  mir so leid. Aber es gab diese Veränderungen durch das Change Management, die Situation, ach Schatz, komm schon, du weißt doch, wie das läuft. Ich muss nach Frankfurt (oder Shanghai oder Timbuktu oder whereever). Das ist die eine Chance, die nur einmal im Leben kommt. Ich mache das für euch. Für uns. Wir sind eine Familie und wir schaffen das, Süße. “ – Annas Mann

Anna erzählt nicht von ihrem großartigen Erfolg . Später wird sie sicher davon erzählen. Doch erst mal freut sie sich. Freut sich über die großartige Chance, die ihr Mann bekommt mit diesen neuen Job. Freut sich mit ihm über seinen fantastischen Karriere Step. Sie denkt daran, dass sie selbst noch ganz am Anfang ihres Business ist. Sie kann die Familie einfach noch nicht ernähren. Es wäre unvernünftig, dieses ungeheuer sexy  Angebot nicht anzunehmen. Sie haben die Kinder. Sie haben das Haus. Sie  haben Ziele.

Und natürlich hält Anna zu ihrem Mann. Sie ist loyal. Sie sind eine Familie. Die großen, gemeinsamen Ziele sind wichtiger als ihre eigenen Pläne. Ihre  Zeit wird auch schon noch kommen.

Anna sagt die erlösenden Worte zu ihrem Mann: Wir schaffen das. Lass uns in das Abenteuer starten.

Zurück bleibt eine leise Trauer darüber, dass sie ihre große Chance nicht wahrnehmen wird.Weiterlesen

Liefer dein Meisterstück ab oder 3 todsichere Tipps für mehr Leichtigkeit, auch wenn nicht alles easy ist

SEteintürme

Foto ©Silvia Voigt

Wir starren auf die Anzeigetafel des Fahrstuhls und sind fassungslos, dass sich nichts tut.

Ich stehe mit meiner Tochter im Fahrstuhl des Hotels und wir reden und plappern und lachen. Der Fahrstuhl steht still. Es dauert lange. Sehr lange,  bis wir es überhaupt bemerken. Wir tauschen Blicke und wortlos verstehen wir, dass keiner von uns den Fahrstuhlknopf gedrückt hat.

Nicht meine Verantwortung.

Komplette Entspannung. Verloren im Moment.

Leichtigkeit.

Mit  einem explodierenden Lachen beugt sich einer von uns vor und drückt den magischen Knopf, der  den Fahrstuhl bewegt.

Fast fragen wir uns, warum der Fernzauber versagt hat, der sich doch um diese leidige Aufgabe kümmern sollte?

#notmyjob

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