Am Ende siegt der, der springt oder die Lüge vom Plan B

 

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Vergiss alle Geschichten vom Plan B, der dich beschützen soll. Es gibt kein Netz, dass dich auffängt.

Mein Mann und ich führten unser Unternehmen jahrelang zusammen – dachte ich.

Doch dann gab es diesen einen Tag im Januar 2015, der von einem Moment auf den anderen alles veränderte. Meinem Mann war ein Aneurysma im Gehirn geplatzt. Das Unwahrscheinliche geschah und er überlebte – ohne bleibende Schäden. Dennoch lag vor ihm eine lange Reise der Rückkehr ins Leben.

Als mein Mann unvermittelt weitestgehend im Unternehmen ausfiel, wurde mir klar, dass meine Vorstellung der bisherigen gemeinsamen Führung des Business eine Illusion gewesen ist. Wir haben zusammen im und am Unternehmen gearbeitet, haben Ideen entwickelt, Strategien verfolgt und in verschiedenen Bereichen gearbeitet und wussten dennoch immer, was grundlegend im Job des anderen lief. Wir waren ein gutes Team, liebten gemeinsame Geschäftsreisen und Kundentermine.

Doch plötzlich trug ich die Verantwortung. Allein. Das veränderte alles. Ich erkannte, dass ich bislang keine Unternehmerin gewesen bin. Bis dahin musste ich nicht ständig  Zettel bei mir haben,  um spontane Ideen nicht zu verlieren, ich konnte jede Nacht wie ein Baby schlafen. Zwar habe ich mit meinem Mann stundenlang Ideen diskutiert, meine 50 Cent eindeutig und manchmal streitlustig rausgehauen. Doch danach konnte ich abschalten.

Ich fürchte, dass ich damals die einzige von uns war, die so leicht abschalten konnte.

Seit dieser tragischen Nacht bin ich Unternehmerin. Ich trage die Verantwortung für das Unternehmen. Ein Satz, bestehend aus sieben Worten.

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So wirst du erfolgreich zum Krawallmeister

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Was du brauchst, sind knackige Tipps, die dich zum ultimativen Krawallmeister machen.

Christina Wenz, die wunderbare und inspirierende  Mediatorin hat zur Blogparade aufgerufen und bittet um Tipps, wie du zum wahren Konfliktmeister wird. Doch wenn du diesen Artikel liest, brauchst du keine Tipps wie du besser Konflikte löst. Denn das kannst und lebst du bereits.

Für dich ist es viel wichtiger ein erfolgreicher Krawallmeister zu werden. Du wirst gleich verstehen warum.

Neulich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in dem es darum ging, wie wichtig es ist, seinem Gegenüber in Gesprächen  mehr und wirklich zuzuhören. Voller Empathie zuhören und wirklich wahrnehmen. Es gab gut umsetzbare, praxiserprobte Tipps, mit denen du deine Zuhör-Techniken optimieren kannst.

Der Artikel wurde von zwei Gruppen von Menschen kommentiert:

  • Gruppe 1 gab noch mehr gute Tipps.
  • Gruppe 2 waren die Menschen,  die darunter litten, dass ihnen nie richtig zugehört wird. Menschen, die darunter litten, in Gesprächen immer wieder verbal plattgemacht, manipuliert oder übergangen zu werden.

Beide Gruppen waren sich einig wie fantastisch der Artikel sei.

Es gab nicht einen Kommentar von  einem Leser der Gattung, die  im Artikel beschrieben wurde. Weder gab  es einen Kommentator,  der eine Konterposition einnimmt. Noch bekannte irgendein Kommentator, dass die Lektüre eine Offenbarung gewesen sei und zur Erkenntnis geführt habe, was für ein unempathischer Genosse er bislang gewesen sei.

Aber das war doch die Zielgruppe des Artikels. Es sollten doch Kompetenzen an genau diese Hart-Herzen vermittelt werden.

Das Ergebnis meiner Beobachtung ist keine Überraschung. Denn unempathische Menschen, die es gar nicht interessiert, was du denkst, fühlst und zu erzählen hast, lesen Artikel dieser Art überhaupt nicht.

Denn sie wollen ihr Verhalten gar nicht ändern.

Diese Erkenntnisse sind (ein wenig pauschal – ich gebe es zu – aber in diesem Fall passt es) übertragbar: Der, der an einem Problem arbeiten sollte, dem es gut täte, sein Verhalten zu überdenken, dem ist das Thema komplett egal. Denn es geht ihm doch  gut. Warum sollte er etwas ändern?

Wenn ich diese Regel auf Konflikte übertrage, dann brauchst du keine knackigen, originellen oder  effektiven Tipps, wie du zum Konfliktmeister wirst. Denn diesen Artikel werden lediglich Menschen lesen, die bereits erfolgreiche  Konfliktmeister sind. Du weißt schon wie man Konflikte wertvoll löst. Weil du empathisch, wertschätzend und lösungsorientiert bist.

Wenn du scheiterst bei der Suche nach einer effektiven Lösung, sind nicht deine fehlenden, empathischen Kompetenzen und das Fehlen des Super-Tricks ursächlich. Der Grund ist wahrscheinlich dein lösungsresistentes Gegenüber. Und der wird diesen Artikel nicht lesen.

Ein hinterhältiger Teufelskreis.

Dennoch fährst du die Strategie  „mit-irgendeinem-Trick-bring-ich-ihn-schon-dazu-den-Vorteil-einer-win-win-Lösung zu erkennen“. Doch damit kommst du nicht weiter. Die Möglich- und Wahrscheinlichkeiten das Verhalten, Denken und Handeln der anderen irgendwie zum vermeintlich Richtigen zu drehen, sind überschaubar.

Was du deshalb brauchst, sind die ultimativen Tipps wie du ein großartiger Krawallmeister wirst.

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Dein herrlich entspannter Weg von der Heulsuse zum Erfolg

Trost

 

 

„Dem nächsten, der mir was von Dranbleiben  erzählt, hau ich eine rein.“ – Anna

Anna ist genervt von dem ganzen verdammten Optimierungs- und Dranbleiben Schei*.  Ihr ist gerade gar nicht danach an irgendetwas dranzubleiben, durchzuhalten oder die selbst aufgestellten Regeln einzuhalten. Anna geht  es schlecht. Sie ist traurig, deprimiert und  verzweifelt. Sie ist erschöpft und angestrengt. Sie möchte einfach nur Loslassen, aber auf keinen Fall DRANBLEIBEN.

Ihr ist einfach alles gerade zu viel: Da ist der häßliche Streit mit ihren Geschwistern wegen Omas Erbe, die Kinder, mit denen sie in den letzten Wochen so anstrengende und sinnlose Diskussionen führen musste. Ihr Mann, der ständig auf Geschäftsreise ist. Ach ja, und ihr Business muss sie auch am Laufen halten.

Sind wir nicht alle ein bisschen Anna?

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Die dreiste Ziele-Lüge

Handtasche
Deine klar definierten und hoch gesteckten Ziele hindern dich daran glücklich und zufrieden zu sein.
 
Bei meiner süßen, virtuellen  Anna läuft’s. Sie hat in den letzten Monaten hart an ihrem Erfolgsmindset gearbeitet. Anna hat alles getan, was notwendig ist, um erfolgreich zu sein. Eine Strategie mit smarten Zielen entworfen, inklusive Umsatzzahlen. Sich coachen lassen  bis zum Abwinken, gute Literatur verschlungen, Erfolgsarbeitsgruppe, pipapo.
Es funktioniert. Jetzt hat Anna das erste Mal die Umsatzmarke von € 10.000 monatlich geknackt. Nun tanzt sie in  ihrem Office, hat die Musik bis zum Anschlag aufgedreht und freut sich auf den Champagner, den sie später genießen wird. Die biochemische Keule schlägt voll zu und sie ist pumped.
Am nächsten Morgen wacht Anna auf und wundert sich. Wo ist das Lächeln, von dem sie erwartete, dass es sich in ihrem Gesicht für immer einzementiert? Wieso ist das Glücksgefühl über ihren Erfolg, über das Erreichen des unfassbar großen Ziels, nicht alles überstrahlend?
Was Anna tatsächlich fühlt ist eine Art Leere.  Der Adrenalin-Kick ist verflogen. Der Morgen nach der Party. Die Endreinigung. Der emotionale Kater.
Später sitzt Anna im Büro, immer noch ein wenig niedergeschlagen, nein, das trifft es nicht. Sie fühlt sich etwas leer und orientierungslos. Deshalb feilt sie umgehend an neuen Zielen.

Immer auf der Suche nach dem Kick 

 
Das, was Anna erlebt hat, ist die Leere nach dem Kick. Wenn du deine Befriedigung aus dem Erreichen von  Zielen erlangst, wirst auch du diese Leere kennen.
Sich Ziele zu setzen, kann dir helfen. Zielsetzungen können dich pushen und motivieren. Gerade zu Beginn, wenn du erstmals voller Staunen anfängst, das Wünsche-Land zu verlassen. Wenn du dir nicht nur wünschst mehr Geld, mehr Erfolg und überhaupt  ein besseres Leben zu haben, sondern wenn du dir das erste Mal messbare Ziele setzt. Wenn du erkennst, dass du aktiv werden und beeinflussen kannst, wirst du eine Art Offenbarung erleben.
Du gibst deinem Ego die Erlaubnis groß zu denken. Du verschaffst  deinem Ich die Erkenntnis, dass du die Macht dazu hast. Du realisierst, dass du gestalten und nicht nur reagieren kannst.
Diese Melange von nie Erlebten und sympathischen Größenwahn-Fantasien lässt dich sehr  selbstbewußt werden. Unglaubliches erscheint erreichbar. Weil du es willst und die notwendigen Mittel dazu hast. Und weil du Tschakka hast. Getragen von einer Welle des gruppendynamischen Gefühls, dass das Undenkbare realisierbar ist.
Wenn du wie Anna den Moment erlebst dein smartes Ziel erreicht zu haben, spürst du eine unglaubliche Freude, eine enorme Befriedigung, große Lust und kindliche  Begeisterung.
Die klaffende und verschlingende Leere danach folgt aber unausweichlich. Du hast die 10.000-er Marke geknackt? Okay, go for 15.000 Bucks. Du hast zwei neue Kunden gewonnen? Schön, meine Liebe. Im kommenden Monat müssen es drei neue Kunden sein.
Das Setzen von skalierbaren Zielen hat zwei Komponenten, über die du dir ganz klar sein solltest.
  1. Nach dem Rennen, ist vor dem Rennen. Das Erreichen des Ziels ist nicht die Endstation, sondern der Startpunkt. Du musst dir immer wieder neue Ziele setzen. Du musst immer wieder Druck auf dich ausüben. Vorsicht, Hamsterrad-Gefahr.
  2. (Hamsterrad, die II.):  Du musst deine Ziele regelmäßig höher stecken. Tust es nicht, kriegst du keinen Kick mehr. Klar würde es reichen um zurecht zu kommen, wenn du jeden Monat die 10.000 machst (vor Steuern, denk dran). Aber dieses wunderbare, machtvolle Adrenalin getränkte Gefühl bekommst du nur dann, wenn du das Ziel immer höher, immer wilder  schraubst.

Ähm, Entschuldigung, was ist denn, wenn ich mein smartes Ziel nicht erreiche?

 
Darüber meine Liebe, wird nicht so gerne geredet.
Denn leider ist es so, dass dadurch, dass du dir  knallharte, ans Größenwahnsinnige grenzende, mess- und überprüfbare, zeitlich konkretisierte Ziele gesetzt und diese nicht erreichst hast, feststeht,
dass du  ein Versager bist.
Nein, das sagt dir natürlich keiner. Denkt vielleicht auch keiner. Aber du wirst dich so fühlen. Du hast die verdammte schriftliche Zielerfassung mit fettem, schwarzem Eding geschrieben:
 
AUGUST: UMSATZZIEL EURO 10.000
 
Es sind nur knapp EUR 2.000 geworden. Die Niederlage brennt bitter. Von der Euphorie und dem Größenwahn vor einem Monat, als du das Ziel erfasst hast, ist nichts geblieben.
„Na super, nun habe ich es auch noch schriftlich, dass ich ein Versager bin.“

Fly me to the moon 

Du brauchst mehr,um wirkliche Erfüllung und Freude zu empfinden.
Es geht nur vordergründig um irgendwelche Umsatzzahlen, Häuser, Autos.  Das ist nicht der Grund warum du das tust, was du tust.
Vielmehr musst du dich fragen, was du wirklich erreichen willst, was du der Welt hinterlassen willst, mit dem was du tust.
Was wäre, wenn  du all das, was du materiell mit deiner Arbeit erreichen könnest, schon erreicht hättest?
2016: Umsatz vor Steuern EUR 7.000.000,00 (nur ein Beispiel, Gott bewahre)
Warum würdest du deine Arbeit trotzdem tun wollen? Nicht für den dritten Porsche oder die vierte Prada Handtasche. Das zweite Chalet in den Schweizer Alpen am Blauen See.
Es geht um mehr. Es geht um deine Mission. Um das, was du der Welt geben möchtest. Das, von dem du möchtest, an das man sich an erinnert, wenn du tot bist.
Das sind definitiv nicht die EURO 7.000.000,00.
Vielleicht möchtest du, dass man erinnert, dass du ein Visionär warst. Oder, dass du Menschen verbinden wolltest und konntest. Oder, dass du Liebe in die Welt bringen wolltest.
Deine Mission ist wichtiger als deine Ziele.  Das ist die eindeutige und die klare und die unumstößliche Wahrheit.

FAZIT

Ich will das Setzen von Zielen nicht verdammen. Es ist nett und hilfreich und es macht Spaß  ganz konkrete und messbare Ziele zu haben. Aber damit allein funktioniert es nicht. Die Ziele sind nur wie  ein kleiner Kickstarter,  um dir  – wenn nötig – einen Tritt zu verpassen, um  loszulegen.
Definierte Ziele sind darüber hinaus  eine nette Gelegenheit, wenn du einen kleinen Turbolader brauchst, weil sich  sonst eine gwisse Langeweile breit macht.
 
Das Erreichen deiner Ziele ist jedoch  nicht das, was dein Glück ausmacht. Das Tun ist viel wichtiger als das Ergebnis. Wenn du tiefe Befriedigung empfindest bei dem was du tust, dann du bist sehr nah an deiner Mission.
Und das ist viel wichtiger als smarte Ziele. Denn wie oft ist es so, dass das, was du vor 10 Jahren für großartige Ziele gehalten hast, heute –  10 Jahre später –  bedeutungslos erscheint?
Take care und bleib glücklich
Deine Claudia