Schluß mit dem Kuschelkurs oder von der Süße des Leidens

„Ich zähle nicht alle Liegestützen, die ich mache. Ich zähle erst die,  die richtig weh tun.“ sagte der legendäre Bruce Lee sinngemäß.

Diese Aussage läßt mich nicht mehr los. Was bedeutet diese Aussage für mich, geäußert von einem Mann, der mit beiden Armen 1.600 push-ups am Stück, 400 Stück einarmig und 200 Liegestütz einarmig mit nur zwei Fingern machen kann? Was für ein Denken steckt dahinter? Und was hat Bruce Lee hier auf dem Blog zu suchen? Hier geht es um Glück.

Ja, aber eben auch um Erfolg.

Bruce ist der legendärste Kampfkunstsportler aller Zeiten, war Schauspieler und philosophischer Lehrer. Unzählige seiner Leistungen sind bis heute unerreicht. Seine Trainingstechniken sind legendär. Es ist zweifellos so, dass die Tatsache seiner Unglaublichkeit auch seinem unermüdlichen Training geschuldet war. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn Bruce war einer Begründer der Erkenntnis, dass der Körper dem Geist folgt.

Die Kämpfe werden im Kopf gewonnen.

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Bunt ist das neue Schwarz – eine moderne Weihnachtsgeschichte

Mutter, Vater, Kind. Der Karpfen in der Badewanne. Die Würstchen mit Kartoffelsalat auf dem Teller. Alles geregelt, alles perfekt.

Diese starren und klaren Rituale sind verschwunden. Die Welt ist bunt und genau so vielfältig sind die Familien. Mit und ohne Kinder. Patchwork. Single-Mom. Double-Dad. Gesuchte Gemeinschaft – ohne Familie – verteilt auf der Welt. Punsch-Glas in der Hand. Am Rand der Piste, in den Alpen, in der Karibik, an Bord des Schiffes.

Keine starren Regeln.

Genau das Fehlen der Regeln kann aber auch ein Übermaß an Pflichten erzeugen. Gerade weil es keine Regeln gibt. Weil Patchwork und modern seinen Weg sucht. Moderner Lifestyle konkurriert mit der Sehnsucht nach dem Vanille-Kipferl.

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Das mit uns hat keine Zukunft, Kleines!

Es ist brutal es sich einzugestehen: Aber wir passen nicht zusammen.

Anna, meine süße, virtuelle Freundin ist in den Vorbereitungen für das Neue Jahr. Beruflich und privat. Hohe Ziele wollen gesetzt werden, Strategien wollen entwickelt und Urlaubsreisen wollen gebucht werden. Anna hat Bock darauf. Im Grunde genommen. Da sind richtig schnuckelige Projekte dabei und auch ganz viel private Herzensangelegenheiten.

Doch irgendwie fühlt sich diese Planung für das neue Jahr, für die Zukunft, für den Alltag und auch die Vision schwer an. Das Jahr hat noch nicht einmal begonnen und schon sieht sie einen Berg vor sich. Einen mit dichten moosgrünen Bodendeckern  durchgehend bewachsenen Berg, den sie überwinden muss.

Denn mit jedem Projekt, das sie plant, mit jeder Reise, die sie organisiert, jeder Renovierung, die sie vorhat, verstärkt sich ihr leises Unbehagen – trotz der vordergründigen Freude und Euphorie. Es ist das Unbehagen des Unerledigten. Die Last der nicht abgearbeiteten To-Do’s. Die Scham der Aufschieberitis.

Dein Ego ist nicht blöd. Dein Unterbewusstes noch viel weniger. Hey, und du auch nicht. Selbstverständlich wisst ihr als Dreamteam gemeinsam, dass ihr neben vielem, das ihr erreicht und umgesetzt habt, einen ganzen Berg an Unerledigtem in eurer Bilanz vorzuweisen habt.

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Von der Schwere des Glücks oder dein wichtigster Kampf

 

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Du kannst entscheiden, ob du glücklich bist oder nicht.

Ich höre dich schon aufschreien. Die Umstände, das Pech, du findest keinen Job oder du hast zu viel tun. Du würdest nichts lieber tun als glücklich zu sein, aber du hast einfach ein echt hartes Leben. Du scheinst das Unglück magisch anzuziehen. Und du bist eben einfach viel schlechter dran als andere.

Ich höre oft von anderen, dass ich ja leicht reden habe. Mit einem Leben wie meinem, kann man auch nur glücklich sein. Ein Unternehmen, das erfolgreich läuft, Spaß macht und mir Reisen in die ganze Welt ermöglicht, meinem Lifestyle-Blog Business, in dem ich mich kreativ austoben und andere Menschen inspirieren kann, einem Mann, der mich grenzenlos liebt, den besten Kindern der Welt und wunderbaren Freunden.

Jaja, das ist ganz einfach, oder? Man nehme die richtigen Zutaten, ein bisschen Geld, einen Topf voll Liebe, Erfolg on top und fertig ist das glückliche Leben.

Bullshit.

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Private Exit – du bestimmst die Haltestellen

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Vergiß alles, was du über Zeit- und Selbstmanagement, Pareto und sonstige Prinzipien gelernt hast. Im Angesicht des Sturms ist das alles wurscht.

Annas kleine Tochter zerrt an ihr und will irgendwelchen Ballett-Stuff mit ihr  besprechen, ihr Geschäftspartner steht mit laufendem Motor vor der Haustür und hupt im 60-sekündigen Abstand, weil sie in 30 Minuten einen Kundentermin  haben, im Email Programm hängt ein Email-Entwurf als Antwort auf eine dringende Anfrage der Architektenkammer, ihr Sohn wartet darauf, dass sie ihm die Muffins für die Verabschiedung der Whatever Lehrerin fein dekoriert und Fahrrad-sicher verpackt in die Hand drückt und ihr Mann ist stocksauer auf sie, weil sie vergessen hat, dass heute Morgen die Handwerker kommen, er sich jedoch  auf sie verlassen hat  und nun wegen ihres ungeplanten Termins zum Homeoffice genötigt ist.

Anna versucht sich zu konzentrieren, sucht den Fokus, spielt das Managerspiel, macht im Geist Prioritätenlisten, gewichtet:

  • wichtig, aber nicht dringend
  • dringend und wichtig
  • unwichtig ….

Fokus, Anna, Fokus! Was ist wichtig? Was zuerst? Was nur halb? Was bedarf 100% Aufmerksamkeit?  Sie weiß genau, wie sie zu gewichten, was sie an Energie zu investieren und was genau jetzt die  größtmögliche  Effizienz hat. Sie ist so dankbar, dass sie dieses Wissen hat, dass sie vorbereitet ist und genau weiß, wie sie ihr Business und sonstigen Alltag optimal gestaltet: Tagesziele, Monatsziele, Journaling, Achtsamkeit, fokussieren und meditieren direkt nach dem Duschen. Pipapo. Anna ist so  fit und maximal fokussiert. So fokussiert, dass sie einen Best-Prepared-Heiligenschein trägt.

Während der Sturm über sie hereinbricht hält sie also  kurz inne, konzentriert sich

und verziert die Muffins für die Abschiedsfeier von Mrs Teach-me.

Ernsthaft?!

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