Tilt.

Nichts geht mehr. Die Zweifel übermannen dich. Dein innerer Kompass hat durchgedreht.

Wie bringst du bloß deinen inneren Kompass wieder auf die Spur?

Es gibt den Moment, wo du allen Zweiflern, allen Besorgten und allen Nörgeln recht geben musst: Du hast dich übernommen.

Game over.

Du möchtest nur noch schlafen.

Es ist für dich einfach nicht machbar alles zu schaffen. Wie getrieben arbeitest du dich durch deine Prioritäten-Liste, hakst To-Do’s ab und arbeitest Nächte durch. Doch  alles was du vom Arbeitsberg abträgst, kommt doppelt so viel oben wieder drauf. Nicht nur dir geht es so; auch Anna fühlt sich getrieben.

Anna hat  total verschlafen. Es ist Sonntag Morgen 11:00 Uhr. Der Tag ist halb rum und sie hat noch nichts erledigt. Anna kennt alle wohlmeinenden Ratschläge. Ratschläge von denjenigen, die ihr lächelnd raten, sich zu entspannen. Es sei schließlich Sonntag, sie habe doch frei und solle sich entspannen. Akkus aufladen. Chillen.

„Ihr habt von nichts eine Ahnung“, will Anna all diesen Wohlmeinenden entgegenschleudern.

Der Sonntag ist der einzige Tag, an dem Anna Zeit hat, strategisch, fundiert und inhaltlich an ihrem Business zu arbeiten. In der Woche ist sie mit ihrem Part time Job  beschäftigt. Deshalb arbeitet sie am Wochenende viel. Und es macht ihr unbändig Spaß ohne Zeitdruck zu arbeiten .

Dennoch ist sie erschrocken. Irritiert. Die Tatsache, dass sie nach einem wunderbaren, ausgiebigen Schlaf hochschreckt und unmittelbar daran denkt, was sie alles hätte erledigen wollen, nun aber nicht mehr erledigen kann und wie sie das alles in der Woche koordinieren soll, bringt Anna zum Grübeln. Die schlafwandlerische Sicherheit, mit der sie zuvor durch ihr strammes Pensum geflowt ist, gerät ins Wanken.

Anna rennt.  Oder: Still on track?

Anna stellt sich, stellt ihren Weg in Frage: Kann sie nicht mehr entspannen? Ist sie verbissen? Stimmt die Balance nicht mehr? Will sie es zu sehr? Oder brennt sie einfach nur – wie eine Kerze an beiden Enden? Verbraucht sie sich, bis nichts mehr übrig bleibt?

Sie hat Angst getrieben zu sein. Nicht mehr zu erkennen, was richtig und was falsch ist. Sie hat Angst nicht mehr zu leben, sondern nur ihrem Traum hinterher zu rennen und alle zu verlieren auf dem Weg. Auch sich.

Geopfert der Vision. Der Mission.

Jeder, der einen Traum hat, wird genau diesen Moment kennen. Den Moment, in dem dir bewusst wird, dass du oft, allzu oft bei deinem Traum bist. Du wachst mit ihm auf. Du schläfst mit ihm ein. Wie einen Säugling, der dir anvertraut ist, hast du deinen Traum immer bei dir. Liebevoll und innig.

Habe ich mich verrannt? Habe ich mich verloren?

Du stellt dir diese Frage nicht, weil du dich, deinen Weg in Frage stellst. Was dich verunsichert, ist die unfassbare und unbedingte Ausrichtung auf diesen Weg. Das Fehlen von jeglicher Aufschieberitis. Die fehlende Lust, mal etwas ausfallen zu lassen. Sondern ganz und über allem, das feste Wissen, dass du diesen Weg gehen willst. Gehen musst. Deinen Weg.

Was stimmt nicht mit mir, dass ich etwas so sehr will und so unbedingt bereit bin dafür zu arbeiten? Was ist bei mir falsch, dass ich nicht lieber am Strand liege, sondern es liebe, den nächstens Schritt zu gehen. Und den nächsten. Und immer weiter.

Wahrscheinlich bin ich einfach arbeitssüchtig. Workaholic. Verbissen. So, oder so ähnlich, zerren die inneren Stimmen an dir. Verunsichern dich.

Es war einmal eine Work-Life-Balance

Es war einmal vor langer Zeit, da sass ein genialer aber bettelarmer Kerl in seiner Kammer und brütete darüber, wie er unfassbar viel Geld verdienen und famous werden könnte. Er konnte nicht viel. Er wusste nicht viel. Aber er konnte sehen. Und er konnte mitfühlen. Was er sah war ein unfassbarer Schmerz in einer Gesellschaft, die das ganze Ding mit dem Arbeiten und dem Entspannen und alles bitte fein säuberlich aufeinander abgepasst, einfach nicht hinbekam.

Da gab es die Faulen. Und dort die Arbeitstiere.

Und so begab es sich, dass eines nachts, während alle ringsum ihn schon längst schliefen, der Mondschein sich durch die Blätter der Plantane brachen und auf sein Gesicht schien, die Idee von der Work-Life-Balance geboren wurde.

Was für ein unfassbar geiler und genialer Coup!

In den folgenden Dekaden verdienten zahllose Berater und Coaches und Mentoren und Autoren, ach einfach jeder, unfassbar viel Geld damit, dass sie dich wissen ließen, wie du das hinbekommst. dieses smoothe, glücklich machende, Work-Life-Balance-Dingens.

 

Simplizität gewinnt über Komplexität

Lass mich dir was sagen: Es gibt sie nicht, diese wunderbare Harmonie, die wir 1-2-3 zusammen Mixen und die für jeden passt.

Natürlich überzeugen einige Modelle zunächst. Du fühlst dich erkannt und wünscht dir so sehr. „Ja, ja, genau damit bekomme ich alles hin. Ewiger Frieden. Stressfreies Genießen. Das Paradies.“

Du bist aber kein Modellschneidemuster. Das ist auch der Grund, warum du wieder und wieder das Gefühl hast zu scheitern. Zu verzweifeln an diesen wunderbaren , ach so hilfreichen Modellen.

Denn es ist so einfach wie schwer:

Deine Balance kannst nur du finden. In dir. In deinem Modell. In deiner Lebensphase. Und genau darauf solltest du vertrauen. Viel mehr als auf jede Theorie.

Denn die perfekte Lösung hast du. Höre doch einfach auf dich. Höre auf dich viel mehr als auf Gurus  und Omas und Tanten. Mehr als auf Ratgeber und Freunde.

Wenn du an deinem perfekten Tag aufwachst, ganz ohne jede Verpflichtung. Ganz ohne jeden Zwang. Was ist es, was du dann tun willst?

Du weißt es. Du siehst es ganz genau vor dir. Du spürst es mit jeder Faser deines Seins.

Dann tue genau das.

Wie kann dieser Weg falsch sein?

Daran ist niemals etwas Falsches. Denn genau das ist deine Balance.

Und das einzige, was dann noch zu tun bleibt, ist für zu sorgen, dass du möglichst oft genau von diesen absoluten DU Momenten genug –  nein,  im Überfluss –  bekommst.

Genau dann kann dein Weg niemals verkehrt sein.

Denn du kennst deinen Weg. Ganz tief in dir weiß du es. Du weißt, was für dich das richtige ist.

Und dann ist alles möglich.

Dein größter Fan

 

Claudia xoxo

 

 

4 Comments

  1. Liebe Claudia. Wieder einmal ein wundervoller Blog Artikel. Danke dafür ❤
    Ich liebe deine Art zu schreiben, abgesehen vom Inhalt und ich nicke einfach aus Zustimmung mit.
    Der Weg liegt in jedem von uns und nur derjenige der ihn geht kennt ihn
    Liebe Grüsse Anett ❤

    1. Liebe Anett,

      es ist wirklich so schön für mich, dass du innen und außen 😉 magst, was ich schreibe. Was ich schreibe, um Menschen sicherer zu machen in dem, was sie tun. Glücklicher. Weniger Selbstzweifel. Mit mehr Mut und Freude ganz bei sich.

      Danke <3

  2. Oh ja, wie ich das kenne. Das geht mir auch so. Allerdings habe ich gelernt, jetzt nicht mehr das schlechte Gewissen zuzulassen.

    Ich genieße auch mal das faulenzen – obwohl das die letzte Zeit sehr auf der Strecke geblieben ist. Die Arbeit am Business macht halt einfach viel zu viel Spaß.

    Wichtig finde ich es, einfach auch auf den Körper zu hören. Denn sonst brennt man aus.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,

      des scheint, als wenn du DEINE Work-Life-Balance gefunden hast. Du kannst beides: Entspannen und die Arbeit an deinem Business genießen. Das ist doch perfekt <3

      Dann ist alles möglich.

      Ganz herzlichen Dank, dass du deinen Weg mit uns geteilt hast.

      Liebe Grüße

      Claudia xoxo

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