Mann af Wiese 3
Nun ist es passiert: Du hast eine Killer-Kritik bekommen. Die Art von Kritik, die jeden, der mit Leidenschaft seinen Plan vom eigenen Business verfolgt, erschüttert. Die Kritik, mit der du nie gerechnet hast und die in deiner Gedankenwelt überhaupt nicht vorhanden war.
„Das, was du machst, ist langweilig!“
BÄMM.
Und diese Kritik kommt nicht von irgendwem. Sie kommt von jemanden dessen Meinung und Urteil dir wichtig ist. Jemanden, auf den du hörst. Jemanden, der weiß wovon er spricht.
DOPPEL-BÄMM
Nein, tatsächlich reichen keine BÄMM’s aus, um zu beschreiben, was diese Killer-Kritik mit dir macht. Du bist verzweifelt, ratlos, mutlos, traurig  und voller Selbstzweifel. Du willst hinschmeißen.

Anna, meine virtuelle Freundin, ist genau an diesem Punkt. Die letzten Monate konnten wir verfolgen, wie Anna voller Freude und Begeisterung ihr Projekt vorangetrieben hat. Neben ihrem 20 Stunden-Bürojob ist sie dabei ihr Business mit den urbanen Dachgärten aufzubauen. Sie knüpft Kontakte, hat erste kleine Aufträge und bringt ihr Business über verschiedene Marketing Kanäle auf Erfolgskurs. Natürlich steht Anna  noch am Anfang. Aber sie bleibt einfach dabei, hält durch und ist total happy über jeden kleinen Schritt voran und jedes positive Feedback. Auch in ihrem Bürojob ist sie besser geworden. Ihr Arbeitgeber registriert begeistert, dass Anna nicht mehr nur Dienst nach Vorschrift macht, sondern voller Elan und Freude dabei ist. Und das wirkt sich auf die Qualität ihrer Arbeit aus.
Und dann passiert etwas, das Anna aus der Bahn wirft. Eine wirklich gute und enge Freundin sagt Anna, dass ihr Projekt langweilig ist. Und diese Freundin ist eine kluge Frau. Eine Frau, die weiß wovon sie spricht und eine Frau, die Anna immer unterstützt hat.
Anna ist verzweifelt. Aber das Wort Verzweiflung reicht nicht, um Annas Gefühle zu beschreiben. Jede Euphorie, jede Begeisterung ist aus ihr entwichen. Die Mutlosigkeit geht so tief, dass Anna glaubt, nie wieder einen Stift in die Hand nehmen und einen Garten entwerfen zu können. Anna fühlt einen so tiefen Schmerz, sie weiß, dass sie  nie wieder für den Erfolg ihrer Projekte wird hart arbeiten können. Es ist nicht das Gefühl von Aufgebenwollen, das Anna spürt. Es geht tiefer, es ist ein lähmendes Gefühl. Sie spürt, wie sich etwas in ihr verschließt. Gleich einem Wurmloch im Universum, das eine zeitlang weit geöffnet war und aus dem Energie, Lebensfreude, Ideen und Zuversicht unaufhaltsam  wie Lava herausgequollen  sind. Und  nun verschließt sich dieses Loch zwischen den Räumen. So als ob es wie nach der Theorie von Stephen Hawking durch herabfallende Materie rasch verstopft würde. Anna  sieht ihre Pläne, Wünsche, Träume und Ziele darin verschwinden. Das Wurmloch ist noch einen Spalt geöffnet und  sie versucht in ihrem Schmerz halbherzig  dagegen anzukämpfen. Lahm versucht sie  das Verschließen des Wurmlochs zu verhindern. Doch sie ist halbherzig dabei und ohne Überzeugung. Eigentlich ist Anna so tief traurig, so voller Schmerz, dass sie nur den einen Ausweg gegen den Schmerz sieht. Das verdammte Wurmloch soll sich doch einfach  mitsamt aller ihrer Wünsche und Pläne wieder verschließen. Sie will den ganzen Kram vergessen, einfach wie vorher leben.
Sicher kennst du das auch. Es gibt DIE eine Kritik, über der du eben nicht stehst. Die eine Kritik, bei der du nicht mit den üblichen Tricks weiterkommst. Für Anna ist „langweilig“ die Kritik, die tödlich ist. Tödlich in einer Welt, in der wir immer auf der Suche nach dem neuen Kick, nach Inspiration und Entwicklung sind. Langeweile als Gegensatz zu all dem, wonach wir streben. Langweilig ist das, was keiner von uns sein will. Und wenn du die Kritik bekommst, dass deine Arbeit langweilig ist, ist für dich klar, dass du dein Business gleich begraben kannst. Was auch immer deine persönliche Killer-Kritik ist, die dich umhaut – es gibt sie. Und was passiert, wenn du genau dieses Feedback bekommst?

Dein Mindset kannst du erst mal vergessen. 

Du steckst in einer Krise. Du hast einen tiefen und echten Schmerz und du bist verletzt und verunsichert. In dieser Situation kommst du mit den üblichen Tricks  nicht weiter. Es hilft dir nicht, das eine passende Zitat zu lesen. Und auch Selbstmotivation mittels guter Literatur wird in dieser Situation sicher nicht effektiv helfen.
Du fragst dich, ob es dir helfen würde mit guten Freunden oder Kollegen  zu sprechen? Sie  zu fragen, ob sie diese Kritik teilen?
Ernsthaft? Nein, das wäre in dieser Situation sinnlos. Ich bin mir sicher, dass du in deinem Umfeld Menschen hast, die dir ehrlich ein Feedback geben würden. Und  ich gehe weiterhin davon aus, dass die vorgebrachte Killer-Kritik nicht stimmt: Deine Pläne und deine Arbeit sind nicht langweilig oder überflüssig oder austauschbar oder blablabla. Aber  wir wissen beide: Wenn – wie zu erwarten – das Feedback aus deinem Umfeld positiv wäre, du es natürlich nicht glauben würdest. Du kannst das Lob jetzt nicht annehmen. Du steckst zu tief in deinem Schmerz. Du selbst bist felsenfest davon überzeugt, dass deine Arbeit langweilig ist. Nun ist nicht mehr nur die Kritik das Problem, sondern dein Mindset.
Deshalb lass die üblichen Tricks  für den Moment lieber sein. Es gibt Situationen, da brauchst du eine stärkere Dosis.

Guck mal genau wie ein Forscher auf die Situation 

 
Wir sind alle nur Menschen. Und wir alle neigen dazu, unser eigenes Empfinden ins Zentrum zu rücken. In deinem Schmerz willst du gar nicht die Situation, in der du die Kritik bekommen hast, in einem Kontext sehen. Du bist fixiert auf den Vorwurf der Unzulänglichkeit, auf deine eigenen Zweifel, auf deinen Schmerz. Du siehst nur dich. Und ja, so sind wir, eben weil wir Menschen sind. Die relaxte und kontrollierte Haltung halten wir mit schöner Regelmäßigkeit nur so lange durch, bis wir nicht persönlich betroffen sind. Ein Freund von uns  wird kritisiert und ist niedergeschlagen? Oh ja, da haben wir die besten Tipps parat.  Sind wir aber selber Ziel des Pfeils, der abgeschossen wird und  – strike – mitten ins Bulleye trifft, ist es nicht mehr so leicht gelassen zu bleiben.
Versuch es jetzt dennoch mal. Verlass für  einen Moment deinen Schmerz. Ich weiß, dass ist verdammt schwer. Aber mach es trotzdem. Und jetzt versuch dir ganz genau die Situation vorzustellen, in der du die Killer-Kritik von dem lieben Menschen bekommen hast. Wie war die Situation genau und wie war die Stimmung? Hattet ihr ein Streitgespräch? Wart ihr über etwas uneinig? Warst du möglicherweise etwas gemein und egoistisch? Vielleicht gab es eine Handlung von dir, mit der du ungerecht zu diesem lieben Menschen warst. Oder ging es ihm einfach nur gerade schlecht.
Denn mach dir bitte bewusst: Es ist ein Mensch, der dich schätzt und mag. Wahrscheinlich war die Kritik nur situativ oder sie war nicht böse gemeint oder der andere hatte einfach mal einen schlechten Tag. Natürlich könnte es auch sein, dass der liebe Mensch die Kritik ernst gemeint hat. Aber auch das wäre etwas, was du akzeptieren müsstest. Denn wenn dein Ziel ist, dass 100% der Menschen deine Arbeit schätzen, kannst du wirklich direkt aufhören.

Nimm das eine Feedback, das dir wichtig ist 

 
Vergiss für einen Moment die Killer-Kritik. Du hast vorher schon oft ein positives Feedback bekommen. Kunden, die so zufrieden mit dir waren, dass sie dir eine liebe und persönliche Mail geschrieben haben. Menschen, die dir gesagt haben, dass sie das Gefühl haben, dass du ihnen mit deiner Arbeit in die Seele geblickt hast. Komplimente und Rückmeldungen, die dich erreicht, unendlich glücklich und zufrieden gemacht haben. Glücklich deshalb, weil du die Bestätigung bekommen hast, dass deine Arbeit den Unterschied macht.
Und nun denk an eine ganz spezielle dieser Rückmeldungen. Nimm die eine, die dich ganz besonders erreicht und sehr stolz gemacht hat. Denk an das Gefühl, dass du genau in dem Moment hattest, als du dieses Lob bekommen hast. Spüre deine tiefe Freude, deine totale Zufriedenheit und auch deinen unbändigen Stolz. Und versuch nur an diesen Menschen zu denken. Denke über den Sinn deiner Arbeit nach und behalte genau diesem Kunden in deinem Herzen, wenn du deine Arbeit machst.  Vergiss alle anderen. Und denk nur an diesen einen Menschen, den du erreichst hast und für den du wichtig bist.
 

Sei nicht Anna-Karenina

 
Ich kenne deinen Schmerz. Auch ich war schon dort, wo es so weh tut, dass du glaubst es nicht auszuhalten. Wo du glaubst – nein, du bist dir sicher, dass alles sinnlos ist. Diese Verzweiflung, die sich in dir breit macht und dieses Gefühl, dass du nicht mehr kannst. Zu viele Kämpfe, zu viele Tränen, zu viel Kummer. Du hast das Gefühl ausgebrannt zu sein.
Und ja, diese Kritik hat dich wirklich getroffen und weh getan.
Aber du merkst schon, was mit gerade mit dir passiert, oder? Du versinkst in einem unendlich weitem Meer an Selbstmitleid. Ein Morast der Mutlosigkeit und der dunklen, schweren Gefühle.  Ich verstehe das. Und es ist auch wichtig, dass du dir Zeit gönnst. Zeit der Traurigkeit und des Nachdenkens. Leck deine Wunden und kümmere dich etwas um dich. Tu dir etwas Gutes. Verwöhne dich.
Aber mach dir auch bewusst, was wirklich passiert ist: Du hast eine heftige Kritik bekommen. Eine, die weh tut – sehr weh. Aber mehr ist erst mal nicht passiert. Und ja, das kann einen schon aus der Bahn werfen. Doch wenn du ganz genau hinschaust und dich fragst, ob außerdem noch etwas passiert ist, etwas Besorgniserregendes, was bleibt dann? Sind deine Umsätze eingebrochen? Sind deine Partner abgesprungen? Haben dich deine FB Fans verlassen?
Nein. Das alles ist nicht passiert.
Du hast eine Killer-Kritik bekommen. Nicht mehr und nicht weniger.
Manchmal jedoch lieben wir das Drama zu sehr. Wenn uns Situationen überfordern, uns zu sehr verletzten, wird in uns das Gefühl übermächtig, es nicht mehr aushalten zu können. Sei bitte nicht Anna Karenina, die tragische Romanfigur. Mach dir bewusst, dass es keine wirkliche Katastrophe gibt.

Freudenfest für dein Unterbewusstsein

 
Und jetzt mach dir bitte bewusst für wen diese Situation, in der du feststeckst, ein wahres Freudenfest ist. Errätst du es?
Es ist dein Unterbewusstsein. Diese unheimlich starke, komplexe neuronale Kraft, die du dir zu Nutze machen kannst. Die aber auch komplett gegen deine Wünsche und Interessen arbeiten kann, wenn du es zulässt, dass deine Zweifel , deine Ängste und dein Zaudern die Oberhand gewinnen.
Du hast diese Kritik bekommen, ob sie stimmt oder nicht stimmt, ist vollkommen egal. Mit deiner traurigen, verzweifelten und  mutlosen Haltung lässt du es zu, dass dein Unterbewusstsein gegen dich arbeitet. Froh über die freie neuronale Gefühls-Trasse bahnen sich zahlreiche  negative Glaubenssätze den Weg an die Oberfläche. Wer von uns hat nicht die tiefsitzenden Zweifel, nicht zu genügen, Fehler zu machen oder langweilig zu sein?
Es geht zu diesem Zeitpunkt nicht darum, ob die Kritik berechtigt ist oder nicht. Du musst dir bewusst machen, dass deine heftige Reaktion darauf nicht primär situativ bedingt ist, sondern mit der Macht deines Unterbewusstsein zu tun hat.
 

Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen 

 
Okay, du bist immer noch verzweifelt und mutlos? Dir sind zwar die ersten Zweifel gekommen, ob du dich nicht möglicherweise  doch in etwas hineingesteigert hast. Dennoch hast du schon noch das Gefühl, dass dein Schmerz tiefer geht, als der Schmerz der anderen. Die Überzeugung, dass  deine Verzweiflung heftiger ist. Gut, es ist dein Empfinden und damit ist es für dich auch real. Und deshalb willst du am liebsten hinschmeißen.
Mach dir bitte bewusst, dass du die Zeit nicht umdrehen kannst. Was glaubst du, was passiert, wenn du jetzt nicht weitermachst? Wenn du einfach aufhören würdest? Glaubst du wirklich, dass es dir dann besser ginge?
Nein,  es würde nur schlimmer werden. Denk mal die Sache zu Ende. Wenn du am gewohnten Tag nicht deinen Podcast, Newsletter  oder was auch immer du als Marketing tool benutzt,  online stellen würdest. Was würde dann passieren?
NIX!
Wahrscheinlich würde es niemand bemerken, weil alle genug mit ihrem eigenen Leben zu tun haben. Es sind deine Kunden. Sie sind nicht dafür da, sich um dich zu kümmern. Und auch wenn es jemand  bemerken würde, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Mensch sich an dich wendet und besorgt nach dem Grund fragt, so groß wie die Wahrscheinlichkeit in Fedderwaddersiel einen Sushi-Laden mit dem perfektem Klebereis zu finden. Und jetzt stell dir bitte mal vor, wie es dir dann ginge? Es würde dir furchtbar gehen. Du würdest dich in deinem noch größerem Schmerz suhlen. Und das meine ich nicht böse. Hey, ich wäre die erste, die sich mit dir gemeinsam in die Schlammpfütze des Selbstmitleids schmeißen würde.
Fakt ist: Unsere Ratio wird in solchen Momenten ausgeschaltet. Und dem machtvollen Unterbewusstsein wird die volle Bühne überlassen. Vorhang auf!  Wenn du jetzt aufhörst, würdest du die fehlenden Nachfragen, wo deine Arbeit  denn bleibt, nur als Bestätigung deiner Langeweile empfinden. Als Bestätigung der Kritik und als Bestätigung, dass du unfähig bist.
Fakt ist außerdem, dass du jetzt nach all den Monaten der Planung und des Aufbaus, weißt, was deine Ziele, Wünsche und Träume sind – das kannst du nicht vergessen.
Du musst dir bewusst machen, dass die scheinbar süße Verlockung, alles hinzuschmeißen und den ganzen Kram aufzugeben, dir nicht den Schmerz nehmen, sondern ihn vergrößern würde. Denn den Weg zurück gibt’s nicht. Klar, es gibt neue Wege. Aber auch die musst du gehen. Und ja, auch dort wird es mal weh tun.
Du bist jetzt voller Schmerz und Trauer und auch verletzter Eitelkeit. Es ist also definitiv nicht der richtige Zeitpunkt um eine  Entscheidung zu treffen. Du solltest zunächst einfach nur dranbleiben. Bleib gelassen. Na ja, gelassen ist vielleicht etwas zu viel. Versuch einfach ein bisschen Zeit vergehen zu lassen, erkenne die Anna Karenina in dir. Erledige regelmäßig deine Arbeit und verlasse dich darauf, dass du in Kooperation mit deinem Unterbewusstsein, wieder auf die richtige Spur kommen wirst. Bis dahin erlaub dir mit halb  angezogener Bremse zu fahren – aber fahre weiter.
„Wether you think you can or you think you can’t,
you’re  right.“
Henry Ford
Deine
Claudia