Weil Frauen nicht sagen, was sie wollen, kriegen Frauen nicht, was sie wollen.

Das soll das ganze Geheimnis sein? Das Geheimnis, das zwischen der Realität für Frauen und einer Welt, in der Frauen vollkommen gleichberechtigt sind, steht?

Ja, denn es ist der Anfang von allem. Dein Wille, den du in Worte hüllst und an die adressiert, die es angeht, haben Macht.

Lass mich dir dazu eine kleine Geschichte von Anna und ihren Mädels erzählen. Anna ist eine Frau, die ihren Wert kennt. Eine kluge Frau. Eine gebildete, sehr gut ausgebildete Frau. Sie hat ganz viel Herz und Empathie, hat Ecken und Kanten. Als sie jünger war, war sie ein wildes, lebensgieriges Ding. Sie war sich sicher, dass sie alles erreichen kann, was sie will. Sie dachte nicht über Gleichberechtigung nach. Sie war gleichberechtigt. In ihrem Denkmodell gab es nicht einmal die Idee, dass ein Mann besser sein könnte, mehr Rechte haben oder die Rollen in einer ihrer zukünftigen Beziehung ungleich verteilt sein könnten.

Natürlich war Anna  nicht dumm. Sie hatte Augen, um zu sehen. Sie wusste, dass es noch viel zu tun gab bis es eine komplette Gleichberechtigung in der Welt geben würde. Es gab noch viele Mißstände. Doch für sie oder ihre Freundinnen galt das alles nicht. Sie würden ihren Weg in dieser Welt mit Leichtigkeit gehen, mit schlafwandlerischer Sicherheit würde sie ganz wunderbares Leben mit einem fantastischen Partner in einer gleichberechtigten Beziehung mit einem erfüllenden Job und ganz zauberhaften Kindern oder Hunden leben.

Und sie würden andere Frauen unterstützen, die dieses wunderbare Leben nicht hätten. Die sich mit Machomännern im Haus und im Job würden rumschlagen müssen.

Und so lebten Anna und ihre Mädels ihr Leben, sie hatten süße Kinder oder auch nicht, liebevolle Männer, einen interessanten Job und genossen jetzt den eisgekühlten Rosé aus hauchdünnen Weingläsern in denen leise das Eis klirrte, auf der chilligen Terrasse  des gemieteten Appartements auf Mallorca. Sie genossen die gemeinsame Woche Urlaub unter Frauen, den sie sich jedes Jahr einmal gönnten.

Ihr Leben war perfekt. Und warum heulte Anna dann wie Schlosshund? Warum hielten ihre Freundinnen sie fest umschlungen, streichelten ihre Hände und versuchten sie zu beruhigen? Warum war Anna so zusammengebrochen?

Weil ihr perfektes Leben eben nicht perfekt war. Sie war nicht perfekt. Sie war müde und überfordert. Der Drahtseilakt den Job, die Kinder, den Haushalt und den ganz normalen Wahnsinn auf die Reihe zu bringen ließ sie jeden Abend todmüde ins Bett fallen.

Und manchmal war sie so wütend. Wütend auf ihren Mann, der bei allem Engagement, den er für die Familienbelange einbrachte von Chauffeur-Fahrten bis Wochenendeinkäufen und notfall-versorgten aufgerissenen Kinderknien, schon deutlich weniger Energie und Zeit aufwandte um das komplizierte Familien-Job-Work-Life Balance am Laufen zu halten. Sie hatte das Gefühl, dass alle an ihr zerrten und ihre unbedingte Aufmerksamkeit wollten. Sie hatte die Schnauze voll.

Doch worüber sie am meisten wütend war, war ihre eigene Dummheit. Ihre Dummheit, die sie immer so weitermachen ließ. Ihre Dummheit, die sie wie zwanghaft danach streben ließ, alles zu schaffen. Ihre Dummheit, sich ihren Freundinnen gegenüber immer mal wieder ein bisschen Gejammer zu gestatten, aber niemals das wirkliche Ausmaß ihres Frusts und  ihrer Gefühle wirklich mit ihnen zu teilen. Da war die Angst, dann als Versagerin da zu stehen. Die Befürchtung, dass sie als einzige ihr Leben nicht perfekt im Griff hat, und sich wie  halt- und willenlos immer weiter durch das Leben hetzen ließ, anstatt einfach auf die Bremse zu treten und das Steuer endlich wieder zu übernehmen.

Nun saßen da diese Frauen, die sich schon ein halbes Leben kannten, heulten und lachten miteinander. Sie lachten, als sie erkannten, dass es ihnen allen gleich ging. Es war kein leichtes, freudiges Lachen. Es war das Lachen des Erkennens. Aber auch ein Lachen der Hoffnung.

Das kleine Pony-Traumschloss

Als Töchter der 68-iger und Post-68iger Eltern, sind wir die Generation von Frauen, die die Errungenschaften unsere Mütter als  selbstverständlich voraussetzen. Niemand stellt in Frage, dass ein Mädchen die bestmögliche Ausbildung erhält, ihre Werte und Ziele leben und erreichen darf, die gleichen Rechte wie ein Junge hat. All das würde niemals in Frage gestellt oder diskutiert werden. Ein dumm-dreistes frauenverachtendes Statement, wie z.B. das des verrückten EU Abgeordneten  lässt Frauen und Männer gleichermaßen fassungslos, aber primär belustigt zurück. So jemand wird nicht erst genommen. Ein Irrer.

Doch genau das ist die Tücke unserer Wahrnehmung, denn wir leben mitnichten in einer gleichberechtigten Welt. Es ist ein fataler Irrtum, das zu glauben.  Denn tatsächlich ist noch so viel zu tun. Frauen einen gleichberechtigten Zugang in alle Bereichen zu ermöglichen und eine gleichberechtigte Rollenverteilung innerhalb der Familienverbände und der Gesellschaft, ist eine der vorrangigen Aufgaben des 21. Jahrhundert.

Wir leben in einer Welt, in der die Bezeichnung Feministin fast ein Schimpfwort ist. Eine Bezeichnung, die an lustfeindliche und verbiesterte Ewiggestrige denken lässt. Eine aggressive Alice Schwarzer. Doch Feministinnen sind auch die elfengleiche  Emma Watson oder die streitbare und kämpferische Madonna. Frauen, die ihre Stimme erheben. Wieder  und wieder.

Ja, es ist heute möglich, dass du als Frau beruflich sehr erfolgreich bist. Doch es ist ein Fehler, die Gleichberechtigung nur auf beruflichen Erfolg zu reduzieren. Gleichberechtigung ist viel mehr als das.

Die hinterhältige Tücke des Selbstbilds

Da sitzt du nun als gebildete und gleichberechtigte Frau, dein Dekolleté willst du auch noch hübsch einpacken, bist charmant und eloquent. Du weißt um deinen Wert und kämst nie auf Idee weniger als ein Mann erreichen zu können oder wert zu sein.

Und gerade dieses Selbstbild, diese Überzeugung, die ebenso großartig wie richtig ist, ist auch eine kleine Bitch. Wie eine Zauberfee streut sie dir Sand in die Augen. Sand, der verhindert, dass du siehst. Sand, der dafür sorgt, dass dein Blick verschwommen ist, die Augen tränen und schmerzen und du nicht mehr ganz genau hinschaust. Doch genau das ist wichtig. In einer Partnerschaft und in deinem Leben solltest du hinschauen. Von Zeit zu Zeit solltest du überprüfen, ob die Dinge in deinem Leben so laufen, wie du es dir wünschst, wie es deinem Lebensplan und deinen Zielen entspricht.

Nur weil du weißt, dass du ein gleichberechtigter Mensch bist, bist du nicht auch gleichberechtigt. Du bist gleichberechtigt, wenn du gleichberechtigt lebst.

Deshalb muss dein Leben kein Kampf gegen das andere Geschlecht sein. Himmel, nein. Männer sollen Männer bleiben. Es geht nicht darum, die Macht über Männer zu erlangen,  sondern was zählt ist, dass du Macht über dich selbst und über dein Leben erhältst.

Dass du das Leben lebst, das du dir wünschst. Und wenn da die Dinge aus dem Ruder gelaufen sind, dann lohnt es sich mal wieder in den Ring zu steigen und zu hustlen, falls das offene und zugewandte Gespräch nichts ändert. Egal, ob im Job oder der Beziehung.

Und zwar damit dein Leben wieder leicht und wunderbar und fröhlich wird. Damit du das Leben lebst, dass du dir mal gewünscht hast.

Du erinnerst dich? 😉

Females Heaven not Hell

Frauen sollten einander unterstützen, motivieren, Mutmachen und miteinander reden, offen und ehrlich. Wie viel leichter wäre es für Anna und ihre Freundinnen gewesen, wenn sie sich ein paar Mal öfter ihre Überforderung, ihre Ängste und Herausforderungen eingestanden hätten. Wenn sie erkannt hätten, dass sie das nicht alles schaffen müssen. Wenn sie sich dabei unterstützt hätten, Lösungen zu finden statt zu Funktionieren.

Wieviel einfacher hätten es Frauen, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und fördern würden. Was wäre möglich, wenn Frauen füreinander die Stimme erheben würden.

Ich habe kürzlich von mehren jungen Paaren gehört, bei denen die Ehemänner unter der Woche aus dem ehelichen Schlafzimmer ausgezogen sind, um nicht von Baby’s Geschrei und Still-Routinen gestört zu werden, weil sie ja morgens fit und ausgeruht ins Office müssen. Diese Geschichten erzählten mir Freundinnen, Schwestern, Mütter voller Verständnis und mit großen Selbstverständnis.

Kein Gefühl dafür, dass diese klebrige Männer-Schutzmaßnahme das Mittelalter und nicht gleichberechtigt ist. Na ja, zum Glück muss die junge Mutti ja nur zu Hause bleiben und sich die Nägel lackieren, da muss sie nicht so fit sein Ironie aus

Madeleine Albright sagte einmal

„There is a special place in hell for women who don’t help women.“

Also ich will nicht in die Frauenhölle und deshalb unterstütze ich dich, wann immer ich kann, damit du die Frau bist, die du sein möchtest.

Die Macht der Gefühls-Manifestation

Wenn du einmal ausgesprochen hast, was du willst, wird sich etwas verändern.

Nein, nein, natürlich werden allein dadurch nicht die Rollen umgehend neu verteilt und Claims widerstandslos aufgegeben. Du bist doch kein Träumerle. Also ich würde jedenfalls keine liebgewonnene Gewohnheit einfach hergeben. Es ist ein Prozess, mit kleinen, minikleinen, nano-winzigen Schritten, aber es ist dennoch ein Prozess.

Ein Prozeß der sofort alles verändert. Sofort. In deinem Kopf. Du musst keine Schlachtpläne, keine perfekten Antworten, keine wunderbaren Lösungen parat haben. Du hast eine Entscheidung getroffen. Du hast auf deine Intuition gehört. Auf die Stimme aus deinem Inneren. Auf das wilde Ding, das du mal warst. Du hast die Fragen aufgeworfen.

Die Antworten kommen. Da kannst du dich drauf verlassen.

xoxo

 

Claudia

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