Luftsprung

„Glück muss man können“ ist das Thema der Blogparade von Silvia Chytil.Eine faszinierende These. Seit ich mich entschieden habe teilzunehmen, war ich sehr klar in meinen Gedanken. Ja, Glück muss man können. Ja, Glück muss man zulassen. Schließlich ist „Erfolgreich glücklich“ der Teaser meines Business. Und auch deshalb: Ja, Glück muss man können.

Aber seit einigen Tagen ist etwas in Bewegung gekommen. Die Beschäftigung mit dem Thema wirkt nach. Ist es tatsächlich eine Frage der Befähigung und von Kompetenzen, ob jemand Glück kann? Darf ich mir das jetzt so vorstellen: Du warst in der Glücksakademie, hast das Fach Glücks-Kompetenz belegt und erfolgreich deine Glücksscheine gemacht. Und jetzt bist du eine diplomierte Glücks-Könnerin.

Bullshit! So ist es ganz sicher nicht. Das Können ist nicht der Anfang. Das Glück-Können setzt viel früher an und ist das Ergebnis einer Entscheidung. Und Grundlage dieser Entscheidung ist das Wollen.

Aber was steckt dahinter?

Natürlich will jeder von uns glücklich sein. Das ist ein Grundbedürfnis, das jedem von uns innewohnt. Und dennoch sind wir bescheiden in diesem Wunsch. Ein wenig so, als wenn die unerhörte Forderung nach Glück das Schicksal herausfordern würde. Und äußert sich diese vorsichtige, zögerliche und auch ein bisschen ängstliche Haltung nicht auch darin, dass in den Köpfen die feste Überzeugung vorherrscht, Glück sei kein dauerhafter Zustand, sondern eine Momentaufnahme? Glück dauerhaft einzufordern wäre dann doch zu viel.

Ich war selber jahrelang der Auffassung, dass es dauerhaftes Glück nicht gibt. Glück war für mich ein Momentum, das dich besucht und wieder verlässt. Voller Überzeugung habe ich propagiert, dass es die downs für die peaks braucht. Welche Haltung steht hinter dieser Aussage? Oder ist diese Aussage am Ende sogar richtig?

Sich mit dieser Frage zu beschäftigen, bedeutet in die tiefen Fragen des Menschsein und der Philosophie einzutauchen. Die Frage, was Glück ist, bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem Ansatz, dass Glück ein Highlight ist. Etwas, was aus deinem Alltag herausragt, ein ganz besonderer, ein Moment, der des Erinnerns wert und wertvoll ist. Der andere Ansatz wäre, Glück als einen wunderschönen und erstrebenswerten Dauerzustand zu definieren. Als ein Leben, das so ist, wie du es dir wünschst. Mit der Umgebung, die du liebst, den Menschen, die dir wichtig sind und deiner Passion, die du lebst.

Dieser Ansatz raubt einem fast den Atem.

Sollte es möglich sein dauerhaft glücklich zu sein?

Und wäre das erstrebenswert?

Eine schwierige Frage. Viele Menschen würden die Variante 2 eher als Zufriedenheit bezeichnen. Aber warum? Wenn dort alles ist, was du dir wünschst? Warum wäre das Zufriedenheit und nicht Glück? Was hält uns davon ab, uns zu wünschen dauerhaft glücklich zu sein?

Ist es eine Form der Bescheidenheit, die uns anerzogen ist? Ist ein gesellschaftlicher Konsens? Da ich selber genau diese Haltung von Glück als einer Momentaufnahme vertreten haben, war der Perspektivwechsel, den ich vollzogen habe, umso überraschender für mich.

Sich ein dauerhaftes Glück zu wünschen erscheint zu viel. Doch nachdem ich mich seit mehr als einem Jahr intensiv mit dem Thema Glück auseinander gesetzt habe, ist meine Haltung nun eine komplett andere.

Glück ist eine Frage des Wollens. Ich habe für mich entschieden , dass ich glücklich sein will. Und ich arbeite daran, voller Energie und ohne Kompromisse und zwar sehr hart. Und genauso kannst du es auch.

Du musst dir das Glück als Emotion ganz bewusst holen. Du musst das Klima schaffen, so dass das Glück hereinkommen kann in deine Welt. Wenn du mit den verschiedenen Techniken, das geeignete Klima für das Glück schaffst, ist es auch für dich möglich immer öfter glücklich zu sein.

Unglück ist normal geworden

Wir leben in einer Welt in der es normal erscheint, wenn jemand darüber klagt, dass sein Leben schwer und dunkel ist, dass es Mühsal bedeutet und eine Anstrengung ist. Jemand mit dieser Haltung wird viel Verständnis ernten. Ist das nicht furchtbar, dass das Unglücklichsein zum Normalzustand geworden ist? Stell dir vor, jemand würde dir gegenüber beklagen, dass er ständig glücklich ist. Wenn er beklagen würde, dass er es sich auch nicht erklären könne, was der Grund für diesen seltsamen Zustand sei. Tatsächlich wärst du irritiert. Was ist los mit diesem Kerl? Der hat doch irgendwas im Sinn. Das ist nicht normal dauerhaft glücklich zu sein, würdest du denken.

Je eher du dir bewusst machst, dass tatsächlich diese Unglückshaltung für uns alle so normal geworden ist, umso besser. Wenn du ein Bewusstsein dafür hast, wirst du dir diesen furchtbaren, mentalen Ballast aus der Seele reißen können.

Glück ist dein Job

Ich pflege mein Glücklichsein. Stell dir eine wunderbare seltene und sehr wertvolle tropische Pflanze vor. Diese wunderbare Pflanze überlebt nur, wenn du sie sehr sorgfältig und liebevoll pflegst. Sie muss täglich mit destilliertem Wasser eingesprüht werden, sie benötigt den richtigen Dünger, die Blätter müssen entstaubt werden und sie muss am richtigen Platz stehen. Ein zartes Lebewesen, das dir sehr am Herzen liegt.

So behandle ich mein Glücksgefühl. Jeden Tag widme ich meinem Glücksgefühl viel Zeit. Ich füttere meine Seele mit guten Dingen. Ich lese die richtige, weil inspirierende Lektüre, höre motivierende und lehrreiche Podcasts und führe Gespräche, die mir gut tun und mich inspirieren. Fernsehen und daily press sind fast komplett gecancelt, denn die negativen Nachrichten bringen mir keinen Mehrwert. Ich füttere mich nur mit gutem, inspirierendem und lehrreichem Input. Denn ich bin überzeugt, die Qualität dessen, was du dir als Input gibst, beeinflusst die Qualität deines Outputs.

Wenn ich dennoch mal Disharmonien spüre, horche ich genau in mich hinein und gebe meiner zarten Pflanze genau das, was sie braucht. Durch diese tägliche Portion Pflege gedeiht mein Glücksgefühl, wird stabiler und ich kann mein Glück ganz nach Bedarf abrufen.

Sammle Magic Moments

Außerdem versuche ich jedem Tag magic moments zu sammeln. Ich habe eine starkes Bewusstsein für besondere Momente, die ein tiefes Glücksgefühl bedeuten. Und diese Glücksmomente archiviere ich in meiner silbernen Emotionalitäts-Schachtel. Magic moments sind zahlreich, du musst nur die Augen und das Herz dafür offenhalten: Das richtige Lied, das plötzlich im Radio läuft. Gute Freunde, die im richtigen Moment deine Hand drücken. Der Geliebte, der dich im Schlaf umarmt, ein Seelenverwandter, der deine Gefühl nachempfinden kann. Jeden Tag achte ich darauf, dass ich mindestens zwei bis drei solcher Momente archiviere. Mein Glück ist wie ein Bizeps, den ich trainiere und füttere, so dass er wächst.

Okay, wir sind nur Menschen

Und doch gibt es schwarze Tage. Tage, an denen alle Mechanismen, das Glück zu programmieren und abzurufen nicht funktionieren. Tage, an denn du Ängste spürst. Tage, an denen du glaubst zu versagen und dein Ziel nicht zu erreichen. Tage, an denen dir alles zu viel ist. Tage, an denen du das Glück nicht auf Kommando abrufen kannst.

Ja, leider gibt es diese Tage.

Und ja, ich hätte auch lieber den ultimativen Tipp für dich gehabt, um genau das dauerhaft zu verhindern. Hab ich aber nicht.

Aber ich kann dich beruhigen, wenn du die vorherigen Punkte wirklich intensiv befolgst, sind diese Tage sehr, sehr selten. Du kannst mit diesen Tipps und der dahinterstehenden Haltung dein Glückslevel auf einem sehr hohen Standard halten.

Doch wenn dich diese Tage plötzlich mit ihren schwarzen Fängen umarmen, sind sie – trotz ihrer Seltenheit – nicht weniger schmerzhaft.

Und was dann? Was, wenn du begreifen musst, dass du sie nicht wegsingen, weglachen oder weglesen kannst?

Mein Tipp für dich ist: Nimm sie an.

Begrüße diese Tage und mach dir bewusst, dass die Angst, dieses Fehlen von Glück nur temporär ist. Es wird nicht anhalten. Versuch doch stattdessen mal zu schauen, ob dieser schwarze Tag eine Botschaft oder eine Warnung für dich hat. Pass ein bisschen auf dich auf.

Aber mach dir keine großen Sogen. Durch die Macht deiner eigenen Programmierung auf Glück, werden dich diese schwarzen Tage nicht lange belästigen.

Ich selber begrüße sie. Mürrisch zwar und gar nicht freundlich. Es dauert etwas bis ich die Schwärze, die sie mitbringen, akzeptieren kann. Und doch weiß ich , wenn ich diesen schwarzen und schweren Emotionen ein paar Stunden Platz einräume, schaffe ich es, sie abends aus meinem Haus zu fegen und meinem Streben nach Glück wieder den Platz einzuräumen, den es verdient und der mir gut tut.

Fazit

Du hast also die Freiheit zu entscheiden, ob es dir reicht, wenn du das Glück für einige wenige, kometenhafte Momente in deinem Leben hast. Oder ob du Techniken anwendest, um dir das Glück ganz bewusst in dein Leben zu holen. Am Anfang steht deine Entscheidung.

Wenn du dich entscheidest, dass du Glücklichsein willst, kannst du es auch. Denn Glück ist eine Frage der Entscheidung.

„Wer will, der kann.“

Deine meistens glückliche

Claudia

PS Und jetzt haue ich noch einen Tipp raus. Während ich das letzte Drittel des Artikels geschrieben habe, war ich nicht glücklich. Ich hatte einen Tag voller Ängste, Sorgen und Störungen. Und ich habe das getan, was ich liebe: Ich habe für dich geschrieben. Und danach habe ich Licht am Ende des Tunnels gesehen, konnte lächeln und war fast wieder glücklich. Deshalb mein Bonus Tipp an dich: Tue ganz bewusst das, was du liebst. Fülle deine Seele mit der guten Sache, die dein Innerstes erreicht. Genau dort liegt auch dein Glück, das du jederzeit abrufen kannst.