Spring

Wie erfolgreich bist du?

Komm schon, auf einer Skala von 1 bis 10. Die 1 ist das Minimum und die 10 das Maximum.

Wie erfolgreich bist  du? Schreibe es auf.

Ich wette, dass dich diese Frage ein klitzekleines bisschen verunsichert. Die Frage nach dem eigenen Erfolg lebt im Spannungsfeld zwischen unsympathischem Egomanen und total unsicherem, von Minderwertigkeitskomplexen geplagten Looser.

Ich will das nicht gefragt werden. Bei der Antwort kann ich nur verlieren. Egal, was ich antworte.

Dennoch, beantworte bitte diese Frage: Wo stehst du – auf einer Skala von 1 bis 10?

Bist du wirklich schon  maximal erfolgreich? Da ist so vieles, was du noch nicht erreicht hast. Du denkst an deine Misserfolge, denkst an die unendlich vielen, erfolglosen Versuche.

Ja, du hast  einiges erreicht. Aber so vieles auch nicht. Bist du vielleicht nur mittelmäßig?

Um welchen Erfolg geht es überhaupt? Was ist Erfolg? Ist die Frage ökonomisch, menschlich oder spirituell gemeint?

Je mehr du darüber nachdenkst, umso mehr siehst du, was du noch nicht erreicht hast. Wie weit dein Ziel noch entfernt ist. Denkst an die Menschen, die du bewunderst, die so viel erfolgreicher sind als du. Spürst schmerzhaft, dass du viele Dinge anfängst, jedoch nicht beendest. Denkst an die fehlende Zeit. Denkst an deine Unzufriedenheit in deinem Job. An die schmerzhaften, unerfüllten Träume. An die nagenden Selbstzweifel.

Du fragst dich ehrlich: „Wie erfolgreich bin ich?“ .

Zögernd schreibst du eine  7 auf.

Selbst diese 7 aufzuschreiben ist dir nur gelungen, weil du deinen Verstand bemüht und deine Emotionen und Zweifel zurückgedrängt hast. Denn sonst hättest du eine 5 oder 6 aufgeschrieben.

Denn du fühlst dich mittelmäßig.

Du bist nicht allein mit deinen widerstreitenden Gefühlen. Schau dir dieses berührende Video an.

 

 

Ist es nicht furchtbar traurig zu sehen, wie sehr die eigene Wahrnehmung von der Wahrnehmung durch andere Menschen  abweicht?

Wie viele unnötige Zweifel und Sorgen nicht zu genügen und immer wieder Frust. Andere Menschen nehmen dich anders wahr.

Du hast unendlich  viel gewonnen, wenn du erkennst, dass deine 7  wahrscheinlich das Resultat  deiner Selbstkritik ist und nicht zwingend mit der Realität zu tun hat.

Und jetzt? Was fängst du mit dieser Erkenntnis an?

Schaut mal in den Spiegel, da ist dein größter Kritiker

Es ist wichtig, dass du das erkennst. Du nimmst dich anders wahr als du bist.

Natürlich gibt es Menschen, die mit einer sehr fein justierten und realistischen Wahrnehmung für sich selbst ausgestattet sind. Menschen, die ihre Erfolge sehen und auch  fühlen können. Die sich in ihrer Gesamtheit wahrnehmen und sich akzeptieren.

Es gibt aber  auch die anderen, die sich am liebsten selbst eine 11 geben würden. Ein Umfrage der Forsa hat ergeben, dass sich 95 % aller Manager mit Führungsaufgaben für einen guten Boss halten. Demgegenüber gaben auf korrespondierender Arbeitnehmerseite 85 % an,  im Job unzufrieden zu sein – primär wegen ihres Vorgesetzten.

Habe ich recht, dass zu der anderen Gruppe gehörst mit deiner durchschnittlichen 7?

Du bist  immer schnell und sehr soldatisch dabei, selbstkritisch zu sein, an deine Fehler und Mißerfolge zu denken? Deine dunklen, ungenügenden Seiten zu sehen, fällt dir sehr leicht. Schließlich bist du ein reflektierender Mensch.

Nur deine guten Seiten zu sehen, deine Erfolge anzuerkennen, fällt dir ungleich schwerer.

Ja, es gibt diese Momente der Euphorie, getragen von positiven Empfindungen, die du dir erzeugst mit dem richtigen Umfeld, der richtigen Literatur und unterstützenden Menschen, die dich loben. Aber dieser Friede ist fragil. Wenn du allein bist, die warmen, lobenden Stimmen verstummt sind, verliert sich der magische Powerzauber und zurück bleiben die Selbstzweifel. Der Gedanke an die Niederlagen.

Zurück bleibt die 7.

Du bist, was du denkst

Die Qualität deiner Gedanken und Emotionen bestimmt die Qualität seines Lebens. Denn das, was du über dich denkst, sendest du aus. Und noch viel schlimmer – es beeinflusst deine Handlungen. Die Qualität und die Dymnaik deiner Aktionen.

Und immer wieder halten dich deine Selbstzweifel zurück, bremsen dich aus.

Diese nagenden Zweifel sind allgegenwärtig in der Stille deiner Isolation mit dir selbst.

„Ich soll mich auf den Marketing-Manager Posten bewerben? Aber ich bin doch nicht qualifiziert genug. Ich bin zu alt oder zu jung. Zu erfahren oder zu unerfahren.

Ich kann kein Powerpoint, Excel oder Gummitwist.“

Was glaubst du, wie ein Vorstellungsgespräch ablaufen wird, wenn diese nagenden  Zweifel sich nebelartig wabernd in deinem Gefühlsleben ausbreiten? Wenn du selbst nicht siehst, was für fantastische Kompetenzen du hast , die gerade dich für diesen Job als bestens geeignet ausmachen, wie soll es irgendwer sehen?

Du sendest diese Gefühle aus – verbal oder nonverbal. Genau das bekommst du auch zurück. Den Job wird wahrscheinlich der flotte Kerl bekommen, der von nix Ahnung hat.

Dieser eigentlich ganz nette Konkurrent  behauptet einfach: „Klar kann ich das!“  zu allen was gefordert wird. Und Recht hat er. Die Powerpointpräsentation bereitet eh der Assistent vor und sonst hast du  genug Zeit Powerpoint oder Trellevernopointcanva-or-whatever zu lernen.

Alles keine Raketenwissenschaft.

Nicht deine Kernkompetenz.

Und doch stellst du es in den Vordergrund. Siehst nur, was du nicht kannst. Du kannst einfach nicht sehen, was du bist und kannst. Kannst es nicht fühlen.

Und der Kreis schließt sich: Deine Selbstwahrnehmung bestimmt die Qualität deines Lebens.

Mach mal ne Diät: Selbstliebe radikal

Das ist die einzige Lösung. Wenn du es nicht schaffst, dich zu mögen, wirst du nie dein Glück erreichen.

Auch der so ersehnte Erfolg wird sich nicht einstellen.

„Selbstliebe radikal? Ernsthaft? Hört sich ja super einfach an. Aber wie mache ich das?“

Du musst es üben wie einen Handstand. Mit viel Geduld. Du brauchst die Bereitschaft auszuhalten, dass es nicht sofort klappt. Du fällst um. Du rutschst ab. Und du versuchst es noch einmal. Und noch einmal.

Nur so wirst du den Handstand lernen.

Sei dein bester Bootcamp Instructor, der dir nichts durchgehen lässt. Immer wieder musst du dein Denken und  Fühlen checken. Unliebsame Zweifel beiseite schieben. Schmeiß die negativen  Gedanken vom Hof. Verjag deine Selbstzweifel.

Auch wenn sie jeden Tag wieder vor der Tür sehen. Sei unnachgiebig. Und wenn du eingeknickt bist, versuchst du es am kommenden Tag nochmal.

Immer wieder und gnadenlos.

Benutz jedes Tool, dass sich dir bietet. Durch die Wiederholungen kannst du dein Denken und Fühlen ändern

Du mußt erkennen, dass die Macht deiner Gedanken  unermeßlich ist. Was du brauchst ist einfach Routine. Routine dabei zu erkennen, wie großartig du bist. Und ja, auch dann, wenn du Fehler machst.  Fehler zu haben macht aus einer 10 keine 7.

Sei geduldig mit dir. Du wirst nicht sofort dein Denken ändern.

Ja, ich weiß: Für diese Inkompetenz  nicht umgehend diese Tipps umzusetzen, wirst du dich auch wieder kritisieren. Ich sehe schon dein zynisches Lächeln,  mit dem du mir sagst, was dir schon lange klar war:

„Ich habe es dir doch gesagt,  dass ich lediglich mittelmäßig bin.“ Me-myself-and-I

Aber egal wie es sich anfühlt:  Die harte Arbeit an deiner Selbstliebe ist der  einzige Weg aus dem Dilemma, der dir zur Verfügung steht.

Ich weiß: Du startest damit nur, weil ich es dir sage. Du selbst glaubst noch nicht daran. Es ist natürlich ein bisschen tricky, aber es funktioniert.

Nicht heute, auch nicht morgen. Aber wenn du den Gedanken dich zu lieben, zu akzeptieren, verinnerlichst und jeden verdammten Tag daran arbeitest, funktioniert es.

Wenn du deine Emotionen nicht kontrollierst, sind diese hinterlistigen Genossen deine einzigen, aber auch deine schlechtesten Ratgeber. Darum musst du sie  formen und  lenken.

Wenn du dran bleibst und zwar an jedem einzelnen, verdammten Tag, wirst du langsam die 10 fühlen, die du schon längst bist.

Take care und bleib glücklich

 

Claudia