Frohe Weihnachten II

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Ist die Zeit, in der wir den Menschen, die wir lieben, etwas Gutes tun, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern möchten. Wir möchten etwas geben. Wie wäre es, wenn du in diesem Jahr an Weihnachten auch an dich denkst? Wenn du dir ein Geschenk machst, das dich glücklich macht und dich zum Strahlen bringt. Ein Geschenk, das dir nicht nur für einen Moment hilft, sondern dass nachhaltig ist und dass du immer wieder einsetzen kannst, um deine Ziele zu erreichen?

Du hast das Geschenk schon gefunden. Du wirst es noch nicht erkennen, aber wenn du zu Ende gelesen hast, wirst du wissen, was dein Geschenk ist und wie du es für dich nutzen kannst.

Indem du diesen Artikel liest, ist etwas passiert, dass man Priming nennt. Vereinfacht gesagt, ist Priming eine Gehirnaktivität, die durch einen Reiz ausgelöst wird,  der bereits vorhandenes Wissen und Assoziationen aktiviert. Zum Priming-Effekt gibt es zahlreiche Studien, von denen ich nur eine aufgreifen will. Diese wurde 1996 von Forschern der Uni New York durchgeführt. Dabei wurde einer Anzahl von Studenten die Aufgabe gestellt aus Wortreihen Sätze zu bilden. Dies hätten z.B. die Worte sein können.

„heute – nett – Sie – angezogen – Stadt – einkaufen
Sonne – höflich – Reise – jetzt – warten – Mann
wissen – Geduld – Baby – schläft – für – verstehen
Techniker  – angenehm – fahren – Auto – Zeit
Vogel – zuschauen – Park – Gesundheit – andere“

Diese leichte Aufgabe – die nicht das eigentliche Experiment darstellte – meisterten die Studenten natürlich problemlos. Die eigentliche Aufgabe bestand darin, dass die Studenten im Anschluss aufgefordert wurden, ihre Ergebnisse dem Studienleiter persönlich zu übergeben. Dieser befand sich allerdings in einem Gespräch mit einem Kollegen. Das Ergebnis war beeindruckend: 82 % der Studenten warteten eine sehr lange Zeit, harrten aus und mochten das Gespräch nicht unterbrechen, um ihren Zettel zu übergeben.

Grund hierfür war, dass die Studenten unterbewusst auf die Eigenschaft Geduld geprimert wurden. Wenn du dir die Wortreihe unter diesem Aspekt nochmals anschaust, wirst du sehen, welche Worte in der scheinbar wahllosen Wortreihe genau darauf abzielten, das Verhalten der Studenten in diese Richtung zu beeinflussen.

„heute – nett – Sie – angezogen – Stadt – einkaufen
Sonne – höflich – Reise – jetztwarten – Mann
wissen – Geduld – Baby – schläft – für – verstehen
Techniker – angenehm – fahren – Auto – Zeit
Vogel – zuschauen – Park – Gesundheit – andere

Die Technik des Primings finden wir überall in unserem Alltag wieder. Ob in der Werbung oder im Geschäftsleben. Diese Methode ist zwar umstritten, aber sie funktioniert. Du kannst dieses Wissen nun einfach zur Kenntnis nehmen. Oder du kannst die Funktionsweisen  für dich nutzen und zwar in vielen Bereichen deines Lebens.

Nutze Priming in deinem Business

Durch die Anwendung von Priming Techniken hast du die Möglichkeit, für dein Produkt oder deine Leistung den richtigen Rahmen zu schaffen, um dein Ziel leichter zu erreichen. Wenn du beispielsweise eine Präsentation halten möchtest, versuche durch die richtigen Rahmenbedingungen bestimmte Assoziationen bei deinen Zuhörern zu wecken, die sie auf die Inhalte deines Vortrages einstimmen und positiv triggern. Dabei kannst du Bilder, Musik oder bestimmte Worte verwenden. Schaffe eine Atmosphäre, die positive Gefühle weckt, die aber nicht konkret mit deinen Inhalten zu tun hat. Dadurch kannst du bei deinem Publikum eine positive Grundhaltung wecken, die dir hilft, eine größere Aufmerksamkeit und eine wohlwollendere Haltung bei deinem Publikum zu erreichen.

Versuchs mal bei dir selbst 

Die Priming Techniken funktionieren vielfältig, so kannst du durch Gedächtnis-Priming deine eigene Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen.

Ob im Job oder im Studium – regelmäßig haben wir ein großes Lernpensum, das es zu bewältigen gilt. Durch gezielte Übungen können wir uns auf das Arbeitspensum einstimmen. So kannst du dir beispielsweise vor dem eigentlichen Lernen überlegen, welches Wissen genau, du dir  in dieser Sitzung erarbeiten willst. Durch Notieren der Stichpunkte hast du dann eine genaue Vorstellung dessen. In einem zweiten Schritt kannst du dich nun fragen, ob du hierzu bereits irgendetwas gelernt hast, das damit in Zusammenhang steht. Notiere diese Assoziationen. Mache dir dieses bereits Erlernte ganz genau bewusst.

Durch diese Schritte stellt dein Gehirn Verknüpfungen zu diesem Vorwissen her und macht es dir leichter für den neuen Lernstoff einen geeigneten Boden zu schaffen. So fällt es dir leichter das neue Wissen aufzunehmen und zu verankern.

Du kannst Priming auch in anderen Bereichen bei dir selbst einsetzen. Wenn ich zum Beispiel merke, dass ich nicht in der richtigen Stimmung für irgendwelche kreativen Prozesse bin, wenn mir der Drive fehlt und ich einfach keine zündende Idee habe, wende ich ein simples Ritual an, mit dem ich mich in die richtige Stimmung bringe. Ich brauche dann das Lied „Eye of the Tiger“ von Survivor – und zwar laut. Bereits wenn ich die ersten Töne höre, steigt in mir das Bild von Rocky Balboa auf, wie er sich auf seinen großen Kampf vorbereitet. Ich sehe und rieche Schweiß, sehe Rocky den schweren Schlitten durch den Schnee ziehen, habe genau vor Augen, wie er im Schlachthof auf die Schweinehälften boxt und sehe ihn am Ende der langen, harten und unmenschlichen Trainingshase nach einem Wahnsinnslauf durch die ganze Stadt auf dem Absatz der  berühmten Rocky Treppe in Philadelphia jubelnd die Arme  in die Luft reißen, mit einem unbändigen Siegerschrei die ganze Anspannung und den geballten Siegeswillen in die Welt hinausschreien.

Und während ich all das sehe, spüre ich wie die Kraft und Energie durch meinen Körper und Geist dringt. Ich weiß, ich werde es schaffen. Diesem pushenden Effekt kann ich mich nicht entziehen, denn in meinem Hirn sind genau diese Bilder, Assoziationen und Gefühle untrennbar mit diesem Song verknüpft. Und danach geht immer etwas. Vielleicht erreiche ich nicht jedes Mal den kreativen Gipfel, aber die Blockade ist gelöst, ich bin in einer kraftvollen Stimmung und kann die kreative Aufgabe bewältigen.

Ich weiß nicht, was deine kraftvollen Bilder sind. Vielleicht ist es auch ein Lied, mit dem du persönliche und positive Erinnerungen verknüpfst oder es ist eine Situation, die du abrufen kannst und die für dich untrennbar mit energiegeladenen Gefühlen verbunden ist. Aber ganz sicher gibt es etwas, dass dein persönlicher Kraftmacher ist.

Mit dem Wissen um diesen Mechanismus des Primings  hast du ein wirksames Tool zur Verfügung, das du für dich und deine Ziele einsetzen kannst. Du kannst dich selber oder auch andere ganz gezielt in die gewünschte Stimmung versetzen und es dir so deutlich leichter machen, dein Ziel zu erreichen.

Und nun interessiert mich, was deine ganz persönliche Energie-Insel ist, die in dir positive Gefühle wachruft. Ich bin sehr gespannt auf deine Antworten.

Ich wünsche dir  einen wunderschönen vierten Advent .

Deine

 

Claudia

 

2 Comments

  1. CLAUDIA!!!! Ich heule. Genau. So. Geht. Es.
    Dieser Post ist Gold wert. Und ja klar kennst du den Rocky Song…
    Wenn ich mal so richtig keine Lust habe auf Arbeit oder auf den Blog, höre ich den Song Fame 😉 You ain´t seen the best of me yet… remember my name!

    1. Oh Doro, jetzt bin ich auch total heulsusig. Das macht mich total glücklich, dass dich der Post so berührt. Ich danke dir für deine ganz besonderen Worte. Und danke für den Tipp „Fame“. Ich habe bei diesem genialen Lied tatsächlich bisher nie auf den Text geachtet. Hab mir das Lied heute gleich runtergeladen. Das wird ab sofort meine Hymne „You ain´t seen the best of me yet… remember my name!“ So, und dann bitte schön gucken, wo wir in einem Jahr stehen. Hammer. Frohe Ostern, du Liebe.