Wake up, little Susi – Warum es sich lohnt nicht jedes Wort reinzulassen

 

Wenn du einer Schlüssel Mehl, Motoröl, Zimt, Grassamen und Rotwein mischt, wird daraus ein leckerer Kuchen?

Nein. Es wird ein ekliges Gemisch, das du direkt in die Tonne treten kannst.

Es lohnt sich also sorgfältig die Zutaten auszuwählen. Und es lohnt sich noch mehr ein Rezept zu haben.

Anna hat neulich eine ganz zauberhafte Veranstaltung besucht bei dem Kinder voller Begeisterung und Leichtigkeit geflötet, getanzt und geschauspielert haben. Die ungefilterte Freude und Aufregung und das Engagement der Kinder berührten Anna sehr.

Die ganze Veranstaltung war sehr feinfühlig auf die Kinder ausgerichtet: ihre Träume, ihre Wünsche und ihr Tempo.

Die Kinder führten mit großer Ernsthaftigkeit ein Theaterstück vor, das Anna mit einem Lächeln im Gesicht verfolgte. Bis ihr das Lächeln im Gesicht gefror. Ganz langsam kroch ein Unbehagen in ihr hoch. Was eben noch kindliches Tempo und Thema war, entwickelte sich

slowly but surely

zu einem Ausflug in vergangene Zeiten. Zeiten, die Anna nicht für die Kinder heraufbeschworen sehen mochte.

„Und die Mädchen standen still und stumm und knabberten an ihrer Karotte rum.“

Natürlich spielten und hüpften derweil die jungen, unbändigen Kerle im Theaterstück.

Anna schaute sich um. Um sich sie  noch immer glücksbeseelte Erwachsene, in deren Gesichtern sich das liebevolle Wohlwollen spiegelte, das sie für die junge Akteure empfanden. In keinem der Gesichter erkannte sie ihre eigene Verärgerung wieder.

Herrgottnochmal. Natürlich war Anna auch hingerissen von der Veranstaltung, aber dem Regisseur wollte sie nur allzugern den Kopf abreißen. Nein, der Regisseurin – denn war es eine Frau.

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