Erfolgs-Manifest einer Bitch – Teil 1: Sei die Göre, die das letzte Stück Pizza nimmt

Nur einer kann das letzte Stück Pizza bekommen.

Nein, du sollst kein egoistischer Egomane werden. Aber du solltest aufhören, immerzu so lieb, so nett, so höflich, so verdammt kontrolliert und so emphatisch zu sein.

Nein, ich meine nicht, dass du total und komplett und allumfassend unfreundlich, gemein und rücksichtslos werden sollst. Doch du solltest die Bitch in dir zum Leben erwecken. Ihr ein wenig Atem einhauchen, pulsierende Lebenskraft, überbordende Energie.

Nein, nicht immer. Aber auch. Bitches haben ein paar Sachen drauf, die den Uneingeweihten sehr schwer fallen. Bitches sagen Sachen, die unhöflich sind.

Nein, du musst keine böse, gemeine, rücksichtslose Hexe werden, um deine Ziele erfolgreich zu erreichen. Denn du bist ganz wunderbar, so warmherzig und liebevoll wie du bist. Aber es gibt ein paar klebrig-süße, weiblich-verklärte Softskills, die dich dabei massiv behindern, dass du das bekommst, was du dir wünschst. Die es dir unnötig schwer machen.

Bitches kennen ein paar smarte Abkürzungen. Sie haben ein paar Tricks drauf. Eigentlich ist es ganz einfach. Wie bei einem One-Pot-Gericht: sie schmeißen ein paar leckere Sachen in den Topf, sie lassen die Sachen weg, die nicht schmecken, ein bisschen Würze, Feuer aufdrehen und go!

Deshalb teile ich mit dir mein Erfolgs-Manifest einer Bitch. In einer kleinen Serie verrate ich dir meine Hacks, die ich  von Bitches gelernt habe. Und weißt du was? Manchmal sind mein Bitches-Ikonen weiblich, manchmal männlich, manchmal sind es Kinder und gelegentlich ist es das Leben selbst.

Fünf Fähigkeiten, die dich deinem Traum, glücklich und erfolgreich zu sein, einen großen Schritt näher bringen. Fünf Folgen einer Mini-Serie.

Den Start macht die Fähigkeit, kindisch-stur und ohne jede Vernunft für seine Wünsche einzustehen – wenn es nicht anders geht.

Anna hatte das Gefühl in einer Endlosschleife festzustecken. Das Murmeltier grüßte täglich und sie fand sich wieder, schon wieder, in der bekannten Situation: Reihe 7 im Flieger, verhasster Mittelplatz, eingepfercht zwischen ihrem Mann zur Rechten (natürlich hatte er den Gangplatz) und einem fremden Mann zur Linken. Sie versuchte sich zu entspannen, nahm ihr Buch, lehnte sich zurück und schob die Ellenbogen in Richtung Armlehnen.

Beide besetzt. Auf beiden Lehnen lagen entspannt abgelegt, in feinen Zwirn gehüllt, zwei Männer-Ellenbogen.

Anna spürte eine leises Grollen aus der Tiefe ihrer Seele. Sie hasste es, keine Armlehne im Flieger zu haben. Sie hasste den Mittelplatz und sie hasste es, wie diese Kerle in aller Selbstverständlich eine Armlehne für ihre anlehnungsbedürftigen rechten und linken Arme in Anspruch genommen hatten.

Und sie hasste es, so zu empfinden. So kindisch. Albern. Konfrontativ.

In gewohnter Manier verkloppte Anna in ihrem Inneren die Kerle, fluchte über den Egoismus von Männern im Allgemeinen und sagte

kein Wort.

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