Was du als Unternehmerin von Tycoon Reid Hoffmann lernen kannst

Die meisten Unternehmer scheitern daran, dass sie ihr Ziel erreichen.

Für Hoffmann ist das  eine ebenso simple wie unausweichliche Konsequenz. Reid spielt in der Premier League mit: Mitbegründer von LinkedIn, Executive Vice Präsident bei Paypal und philosophischer Businessman.

Das alles gilt für Business Ladies and Boys gleichermaßen und der besseren Lesbarkeit zu Liebe bleibe ich bei der männlichen Form. Sistas in crime, das ist für uns nicht wirklich entscheidend, I guess.

Ein definiertes Ziel zu erreichen, bedeutet nicht, ankommen im Sinne von etwas erledigt haben, check, ready, go, done. Denn die einzig wirklich wichtige Frage, die die  alles entscheidet, ist die Frage danach, was hinter dem Ziel ist.

Es gibt genau drei Punkte, die du unbedingt bedenken solltest, wenn du ein routinierter und ambitionierter Ziele-Fan bist, der sich mit SMARTen Zielen auf den  Olymp der Gewinner empor schießen willst. Wenn du ganz fest daran glaubst, dass du einfach nur lange genug hart arbeiten musst, um dann irgendwann befriedigt die Füße auf den Tisch legen und deinen Erfolg genießen zu können.

Dein Ankommen genießen. I made it. Ernte-Zeit.

Definierte und smarte Ziele sind Friday-Night-Blender

Du wirst es nicht gern hören, aber smarte Ziele sind Friday-Night-Blender.

Du wirst niemals Glück und tiefe und profunde Befriedigung ebenso wenig wie unternehmerischen Drive  über eine erreichte Kennzahl, einen lukrativen Vertrag, einen fetten Deal oder den Aufbau eines funktionierenden, auf Vertrauen basierendes, monetär absolut lukrativen Netzwerks empfinden. Das alles sind lediglich nette und verlockende Boni, vergleichbar mit Einkaufsgutscheinen bei deinem Liebling-Label. Die Gefühle, die das Erreichen dieser Etappen in dir kreieren, sind  wie explosionsartige Raketenabschüsse, die dich im wie im Rausch tanzen lasen. „Mach den Champagner auf!“, durchtanzte Nächte, das Erreichen der  smarten Ziele ist wie atemloses  Knutschen und Lachen  in einer verrückten Nacht.

Hinter dem  Erreichen dieser fokussiert  angepeilten Ziele ist

Leere.

Totale Leere.

Bedeutungslosigkeit.

Nach der Euphorie des Rausches bleibst du zurück wie nach einer durchzechten Nacht. Ein Gefühl der Leere, der Orientierungslosigkeit breitet sich aus und zieht dich in eine Art trüber, bittersüßer Melancholie.

Ja, Ziele zu setzen ist durchaus ein probates Mittel, um genau das zu bekommen, was du willst. Je nachdem aus welcher Gedanken-Schmiede zu kommst, ist das äußere Erscheinungsbild deiner Vorgehensweise unterschiedlich.

Als Mindsetter manifestierst oder visualisierst du wahrscheinlich. Oder du bist im Vertrieb unterwegs und arbeitest mit definierten, Benchmark orientieren Kennzahlen oder als Einhorn-Lover hoffst du einfach, dass alles immer gut geht oder eben noch nicht am Ende ist.

Ich z.B. manifestiere jeden morgen meine Unternehmens-Ziele. Sogar gleich zweifach, weil zwei Unternehmen selbstverständlich jeweils eine  eigene Manifestation wollen. Na ja und dann gibt’s noch Kennzahlen. Das ganze verdammte Programm. Warum? Weil es eben gut ist mit Zielen zu arbeiten.

Diese smarten Zielen ziehen mich. „Komm noch ein bisschen. du hast es fast geschafft. Dreh noch an dieser Schraube, bessere hier nach, liefere mehr als verlangt!“, und dann bin ich da.

Endlich. Es hat sich gelohnt. Tasche gekauft. Gefeiert, getanzt und gelacht.

Und dennoch ist da  diese Leere.

Denn eine Zahl gibt dir nichts. Eine Zahl ist ein Tauschmittel. Eine moderne Variante der Glasperle. Ja, ich mag es diese Glasperlen einzutauschen in rote Handtaschen, Geschenke für die Menschen, die ich liebe, für Tage in der Sonne, entspannt am Strand, mit Meeresrauschen im Ohr.

Doch die erreichte Zahl selbst lässt mich leer zurück.

Diese Art der Leere erzeugt eine Art von Schwachheit. Da ist keine Kreativität. Kein Sinn. Da ist nicht mehr dieser magische Strom, der dich zieht. Immer weiter. Auf der Welle reitend, ohne Müdigkeit, ohne Zweifel, strahlend nach außen und nach innen. All das ist

verschwunden.

Auf mysteriöse Weise ist der Rausch der durchtanzten Nacht  verschwunden. Du weißt nicht einmal, wie das geschehen konnte. Du hast es dir so sehr gewünscht dieses Ziel zu erreichen. Das war dein Motor. Der Zauber-Treibstoff, der dich durch Tage und Nächte ohne Schlaf, durch endlose Verhandlungen, durch Ablehnung und Misserfolge geführt hat.

Wie kann diese verführerische Droge, der du gefolgt bist, sich in der Helligkeit des Tages zu einer einfachen Karotte vor dem Maul des Esels entpuppen?

Das Ziel liegt hinter dem Ziel

Die Erklärung ist einfach: Eine Karotte ist eine Karotte ist eine Karotte.

Sie wird niemals mehr werden. Egal wie saftig sie ist. Orange oder goldgelb, saftig und glänzend. Es bleibt eine verdammte Karotte. Das wofür du deinen Weg gehst, gegen jeden Widerstand,

Ein Unternehmer setzt sich Ziele, weil er weiß, dass es mit einer Karotte einfacher geht. Das Ziel ist jedoch nicht seine Motivation. Nicht das, was ihn bewegt immer weiter zu machen und auch nicht das, was ihn von anderen unterscheidet, die einfach nur selbständig sind. Das eigentliche Ziel ist die Lust sich immer weiter zu entwickeln. Ist die Leichtigkeit mit der das Ziel, das so lange angepeilt wurde, einfach hinter sich gelassen wird. Wie es im Moment des Erreichen zur Vergangenheit wird.

Sofort ist da diese Lust auf etwas Neues. Ein neues Projekt. Ein neuer Plan.

Der Unternehmer will nicht angekommen sein. Er will weitermachen. Will die Herausforderung. Da sind so viele Ideen und Visionen, die in antreiben, motivieren. Genau da, wo vielen die Luft ausgeht,  nämlich auf dem Olymp, bei  den 5 Nullen, bei dem gesicherten Auskommen, dort wo die ständigen Sorgen, der Druck auflösen, da, wo die Konkurrenz aufhört.  Da möchte das Heer der Selbstständigen, die sich durch ihr Business geradezu quälen, die Füße hochlegen und die Früchte ihrer Mühen genießen. Schweiß und Blut hinter sich lassen.

Auch das wirst du vielleicht nicht hören wollen: Diesen Wunsch haben Unternehmer, die es leben ihr Business zu haben, nicht. Der Unternehmer ist Unternehmer, weil er  es liebt Unternehmer zu sein. Weil er es liebt seine Ideen auszuleben. Business Modelle zu entwickeln. Ein Unternehmer will nicht die Million auf dem Konto, er will für das arbeiten, was er liebt, was ihn motiviert. Er will die Herausforderung und auch das Messen und den Wettkampf. Er will etwas entwickeln aus sich heraus.

Nein, der Unternehmer muss kein Altruist sein. Die Million ist auch nett. Aber denk dran: sie ist lediglich eine Glasperle 2.0 . Gut um köstliche Pizza dafür zu kaufen. Anderen Menschen zu helfen. Die Füße ins Meer zu stecken.

„Inhale love, exhale fear“ (Geklaut, weil einfach zu gut)

Sitzt du jetzt in stiller  Verzweiflung mit hängenden  Schultern und bist rat- und mutlos? Mutlos, weil dir immer mehr Zweifel kommen, dass du jemals ein wirklicher Unternehmer werden wirst. Denn bei dir ist es genau anders. Du willst ankommen, sehnst dich danach es zu schaffen, du wünschst es dir so sehr, dass es leichter wird. Denn spürst so genau, dass du diesen andauernden Druck nicht aushalten kannst, auch wenn du liebst, was du tust.

Doch dieser Druck ist insbesondere deshalb da, weil das Erreichen des Ziels deine Endstation ist. Doch genau der Wunsch nach  Ankommen ist es nicht, was einen Unternehmer auszeichnet.

Du musst keine Angst haben, nicht das Zeug zum Unternehmer zu haben. Denn eigentlich ist es ganz einfach. Wenn du erkennst, dass die Freude, die du an dem hast, was du tust, die spielerische Freude, wenn du  aus dem Kaleidoskop deiner Ideen wieder die eine auswählst, feilst und  perfekt schleifst, bis die Idee glänzt wie ein Diamant und  dein größtes Potential ist. Ein Unternehmer zu sein ist wie in einer Endlosschleife zu surfen. Wenn du nach dem Erreichen oder auch dem Verfehlen des Ziels einfach das Alte loslassen und dich auf das Neue freuen kannst. Chancen und Möglichkeiten siehst. Die Angst vor dem Scheitern loslässt und die Liebe und die Freude em Spielen mit den Möglichkeiten genießt.

Na klar hast du Angst vor Niederlagen, natürlich willst du genug verdienen. Aber deine Lust am Weitermachen ist größer. Deine Freude am Kreieren lässt dich vergessen. Dein Bewusstsein, dass es immer irgendwie und aus irgendeinem Grund gut für dich wird, ist grösser.

Das ist Unternehmertum, Das ist der Geist der Intuition. Das ist Welle, auf der du reitest.

Du brauchst also nicht ein definiertes Ziel zu erreichen, um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein. Du musst einfach nur Bock auf dieses verrückte Spiel haben, das dein Business bedeutet.

Genau das ist es, was echte Unternehmer auszeichnet.

Dein größter Fan

 

Claudia xoxo