Chaos

Du liest wieder einen dieser Feelgood-Artikel und spürst ein ungutes Gefühl in dir aufsteigen. Es ist eine Melange aus Ärger, Frust und ein kleines bisschen Neid. Denn für dich ist es überhaupt nicht so, wie es in den ganzen  happyeasy Lifestyle Blogs und Bestseller Ratgebern immer beschrieben wird. Der Aufbau dieser „How to…“ ist immer gleich:

  • Problem erkennen und benennen
  • Ursachen kurz anreißen, aber dann weg damit, wir sind ja keine Therapeuten
  • und dann quick and easy lösungsorientiert 11 Tipps (oder so) wie du das Problem –  oh nein, es heißt ja Herausforderung – lösen kannst.

Du steckst in einem Dilemma: Einerseits beschäftigst du dich so gern mit diesen Themen, denn du möchtest wachsen. Du möchtest glücklicher sein und du wünschst dir so sehr, genau das  Leben zu führen, dass dich glücklich und erfolgreich macht.

Deshalb liest du gern diese Artikel und Bücher. Bist total angesprochen davon. Fühlst dich verstanden. Du fühlst dich gesehen. Es ist, als wenn die Autorin in deine Seele geschaut und deinen Schmerz verstanden hätte.

Du bist erleichtert und euphorisch: Ja, genau so kann es gehen. Genau das ist es.

Aber dann bleibst du bei der Umsetzung  hängen.

Dann kommen langsam und doch unaufhaltsam diese Gefühle, dieser Ärger und der Frust in dir hoch.  Und tief in dir denkst du an das große

Ja, aber..

  • du hast keinen Mann, der dich unterstützt
  • die finanzielle Situation lässt manche Maßnahmen nicht zu
  • du hast zeitlich überhaupt nicht Möglichkeit diese ganzen, superschlauen Tipps umzusetzen
  • oder eine andere böse Sache, die schuld ist

Und du bleibst zurück. Traurig, enttäuscht, ein bisschen desillusioniert. Denn trotz der Erkenntnis wie es gehen könnte, hast du es wieder nicht umgesetzt.

So oft habe ich von Kundinnen und von Menschen, die ich einfach kenne, genau dieses Dilemma gehört.

„Bei dir und deiner virtuellen Anna sieht alles immer so einfach aus. Ich bin richtig ein bisschen neidisch. Aber bei mir klappt es einfach nicht. Oder es klappt nur ein paar Tage und dann falle ich wieder in meinen alten Trott. Ich würde wirklich gerne glücklicher, erfolgreicher und zufriedener werden. Wirklich!

Ja, aber…

Ja, aber …lass mich dir bitte eins sagen: Es ist nicht einfach. Es wird auch nicht einfach. Es ist Arbeit. Und es bleibt Arbeit. Tag  für Tag. An manchen Tagen mehr, an manchen Tagen weniger. Es geht um das Ziel. So ist es für mich, so ist es für Anna. Ich versuche aus diesem Weg so viel Spaß zu haben wie möglich. Aber es ist Arbeit.

Weil dieser Blog dir Lösungen liefern soll, greife ich deine „Ja, aber…“ in einer Serie auf. Heute geht’s los mit einem „Ja, aber..“, das mir immer wieder begegnet.

Du hast das Gefühl in deinem Leben festzustecken. Dein Job ist okay, halbwegs wenigstens, aber irgendwie hast du das Gefühl nur zu arbeiten. Du hast nie Zeit. Bist mit Kindern, Job und Haushalt komplett eingespannt. Hast das Gefühl irgendwie deinem Leben nur zuzuschauen. Nicht wirklich zu gestalten. Du fühlst dich fremdbestimmt.

Das klassische Hamsterrad.

Du wünschst dir so sehr, glücklicher und zufriedener zu sein. Aber du hast keine Ahnung, was du tun kannst. Du willst aus dem Hamsterrad heraus.

Ja, aber…. wie?

Wie und was kannst du überhaupt ändern?

Ich möchte dir etwas Wichtiges sagen, dass mir sehr am Herzen liegt: Dein „Ja, aber..“ ist komplett okay. Mehr als okay. Dein „Ja, aber…“ ist nachvollziehbar und normal. Mal ehrlich: Die Auseinandersetzung mit dieser Frage macht Angst. Verdammt viel Angst.

Denn es geht um etwas!

Was z.B. wenn du deinen Job überhaupt nicht mehr liebst? Wenn du als Ergebnis der Auseinandersetzung mit dieser Frage feststellst, dass eine Kündigung der einzige Weg für dich ist? Es ist genau dieser Job, mit dem du dein Geld verdienst. Natürlich sträubt sich alles in dir gegen diese Frage.

Dein Unterbewusstes ist ein perfekt funktionierender Freund. Er nimmt dir an Arbeit ab, was er kann. Alles, was dir Angst macht, deckelt er.

Weg damit. Ab in die dunkle schwarze Kiste der 98% unseres Unterbewussten.

Wenn du also  IN einer Situation steckst, fehlt dir der Blick von außen. Du bist komplett von deinem INNEN abgetrennt. Du drehst dich im Kreis, überlegst, funktionierst, schiebst beiseite. Und irgendwann versuchst du mit dem Kopf herauszufinden, was du wirklich willst, wie du Dinge ändern kannst.

Aber dein Kopf ist da nicht sehr hilfreich. Du musst dein Herz anzapfen. Den Nektar deines Unterbewussten. Denn da liegt die Antwort. Die Antwort auf deine Frage, was du eigentlich willst.

D.h. der richtige Weg nach Lösungen und Verbesserungen für dich ist: Kopf aus. Herz an.

 Jedes Hamsterrad ist ein Unikat

Wir benutzen den Begriff Hamsterrad als einen Universalbegriff. Als etwas, was fix definiert ist. Sprachwissenschaftlich hat das Wort selbstverständlich eine exakte Definition.

„Das Hamsterrad wird als Sinnbild bzw. Metapher gesehen für ein von Routine und immer wiederkehrenden Abläufen geprägtes menschliches Leben“. – Wikipedia

Hmm, hilft nicht so wirklich. Da passt ziemlich viel hinein.

Die superreiche, wunderschöne  Frau beispielsweise, die mit ihrer Jacht vor Monte Carlo liegt. Jeden Tag muss sie  shoppen. Mittags trifft sie sich mit super inspirierenden, klugen Menschen zum Austausch beim Lunch. Nachmittags macht sie mit einem knackigen Personal Trainer Yoga. Jeden Abend schlürft sie mit ihrem attraktiven Ehemann, der sie über alles liebt, Austern oder isst andere Köstlichkeiten und verbringt in absoluter Harmonie entspannte Abende voller Lieber unter dem sternenklaren und magischen Mittelmeerhimmel.

Boah, die Arme. Die Frau steckt ja voll im Hamsterrad. Diese „immer wiederkehrenden Abläufe“ . Diese Routine. Wie schrecklich.

Du siehst: es gibt nicht DAS Hamsterrad. Wenn du sagt, dass du im Hamsterrad steckst, weißt weder du noch ich, was genau dich unzufrieden macht. Deshalb musst du in einem ersten Schritt präzisieren, was genau dich stört.

  • Sind es die Kinder, die ununterbrochen an deinem Rockzipfel hängen.
  • Ist es die Arbeit, bei der du nie eigene Entscheidungen treffen darfst?
  • Oder verspürst du einfach Langeweile?

Nimm dir ein Blatt Papier und schaff dir eine Ruheoase und schreibe auf, was genau dich stört. Und was genau daran? Je exakter  du dabei bist, um so mehr wird es dir bringen. Lasse keine Kopfzensur zu. Keiner wird dich für deine Gedanken zur Verantwortung ziehen. Die Liste darf auch lang werden. Sehr lang.

Diese Liste legst du einfach in die Schublade. Du vergisst die Liste. Ab jetzt lässt du wieder dein Unterbewusstes für dich arbeiten. Vertrau dem Prozess.

Die beste Frage der Welt

Immer wenn du feststeckst. Immer wenn du nicht weißt, wo du hinmöchtest. Immer dann bist ausschließlich  darin verhaftet, was du dich nicht möchtest.

Doch das bringt dich niemals weiter. Deshalb ist es großartig, dass du alles, was du nicht willst,  los bist: Es liegt in deiner Schublade. You remember?

Aber es gibt die eine Frage, die dir wirklich hilft. Sie ist das Allheilmittel aller Sinn- und Lösungssuchenden. Das super Tool.

Was würdest du tun, wenn du eine Milliarde EURO auf dem Konto hättest?

Du kannst komplett frei entscheiden. Was würde dir am meisten Freude machen? Wie möchtest du deinen idealen Tag verbringen?

Lass deiner Phantasie freien Lauf. Sei der Regisseur deines perfekten Tages.

Du bist weg von dem, was du nicht willst. Bist offen für das, was dein  ideales Leben wäre.

Ja, aber:  Ich habe keine Milliarde

Nein, die hast du nicht. Die brauchst du auch nicht. Es geht darum dein Unterbewusstes anzuzapfen und dir Tipps zu geben, wo du ansetzen kannst, wenn du aus dem Hamsterrad ausbrechen willst. Wie du Dinge in deinem Leben verbessern kannst.

Deshalb gebe ich dir noch eine Übung, die super easy ist und die dich lediglich 20 Minuten kostest.

Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe exakt 100 Sachen auf, die du gern machen würdest. Du hast dafür 20 Minuten.

No, limits. Schreib alles auf, was dir einfällt. Hurry up. 20 Minuten sind nicht lang. Große Wünsche, kleine Dinge, verrückt oder langweilig. Schreib es auf. Jetzt.

Zwischen Minute 12 und 15 wird etwas passieren. Du verlässt deinen Kopf und zapfst deine Kreativität an. Du denkst nicht mehr, du fühlst nur noch.

So, und dann ab mit der Liste in die berühmte Schublade.

Es geht, merkst du es?

Nimm dir deine Listen einen Tag später zur Hand. Du hast nun eine  gewisse Klarheit. Du hast den Vorhang zu deinem Unterbewusstsein geöffnet. Erstens siehst du  genau was dich in deinem Leben stört. Aber du siehst auch, was du gerne tun möchtest, wo du hinmöchtest.

Und jetzt wähle dir von deiner 100-likes-Liste eines aus.

Was glaubst du: Ist es  hilfreich diesen einen Wunsch, dieses Ziel auf einen Zettel zu schreiben, in eine Flasche zu stecken und diese ins Meer zu werfen? In der Hoffnung, dass das Universum oder wer auch immer, sich darum kümmert. Es für dich  erledigt.

Nein!

Das Universum wird dich nicht zu deinem Ziel bringen.

Du bringst dich zu deinem Ziel. Mit dieser Erkenntnis bist du einen riesengroßen Schritt weiter. Du bist raus aus der Opferrolle,  Fremdbestimmung und Co.

Nutze diese Erkenntnis. Aber du musst jetzt loslegen. Loslegen mit dieser einen Sache, die dir wichtig ist.

Und vergiss dabei eines der bösesten Wörter überhaupt: SPÄTER. Denn später kann zu spät sein.

Wenn du diese eine Sache umsetzt, dir diesen einen  Wunsch erfüllst, bist du deinem Ziel ein ganzes Stück näher. Du hast deinen großen Wunsch nach Veränderung runtergebrochen auf ein kleines Ziel, das du JETZT umsetzen kannst. Und wenn du das geschafft hast, weißt du, dass es  geht. Weißt, dass du es kannst.

Und dann nimmst du dir den nächsten Wunsch: Du hast deine Listen. Du hast einen unschätzbaren Wert in der Hand. Du weißt, wohin du willst.

Der Weg dorthin wird kein andauernder Glitzer-Sternschnuppen-Regen sein.  Sich verändern, sich weiterentwickeln ist anstrengend und bleibt es auch. Aber die Arbeit ist es wert.

Take care und bleib glücklich

 

Claudia