20 Comments

  1. Stella
    13. August 2016 @ 11:27

    Liebe Claudia, das ist erstens der genialste Titel, den ich seit langem außerhalb einer Buchhandlung gelesen hab, Hut ab!
    Vor allem aber einer der besten Artikel ever und so, so, so wahr! Wird natürlich geteilt und verbreitet.
    Und ganz ehrlich: Er könnte auch auf unserem Blog stehen als Einladung zum Onlinekurs „Innere Stärke 1 – Grenzen setzen“ – weil er so genau trifft, was wir mit diesem Kurs weitergeben wollen. (Bin etwas unsicher ob es ok ist, hier auf deiner Seite auf unseren Kurs hinzuweisen, aber wenn es für dich nicht passt, wirst du es löschen, ja?)
    Also jedenfalls danke für diesen tollen Text, die mitreißende Geschichte, und dafür, dass wir eine Mitstreiterin in dir haben für die Erkenntnis, dass wir anderen und unseren Beziehungen nichts Gutes tun, wenn wir uns aufopfern!

    Liebe Grüße, Stella

    • Claudia Münster
      13. August 2016 @ 16:23

      Liebe Stella,

      you made my day.

      Ich danke dir für extraordinäre Lob, dass mir sehr viel bedeutet. Tatsächlich war ich von diesem Artikel auch ganz angetan 😉

      Witzig, dass dich der Artikel erreicht hat und du das Gefühl hast, dass er gut zu eurem Onlinekurs passen würde. Genau das habe ich heute morgen auch gedacht. Und ja, die Erkenntnis, dass sich aufzuopfern nix Gutes bringt, teile ich so sehr mit euch und bin da gerne eine Mitkämpferin.

      Auf geht’s.

      Liebste Grüße und see you soon

      Claudia

  2. Till Kurbjuweit
    13. August 2016 @ 17:29

    Hallo Claudia,
    lange Zeit habe ich beim Lesen deines Blogs gedacht: Naja, alles gut und schön, aber wenn ein Mensch so drauf ist, dieses Sich-Zurücknehmen, da helfen doch keine noch so überzeugenden Argumente. Und dann kamst du mit der herabfallenden Sauerstoffmaske im Flugzeug. Natürlich geht man da von dem „natürlichen Reflex“ aus, dem Kind zuerst die Sauerstoffmaske aufzusetzen. Und mich hat es umgehauen, wie du argumentiertest, warum genau das falsch ist. Wow!

    Nichtsdetotrotz: Frauen sind archetypisch so getrimmt, dass sie sich zurücknehmen und erst für das Wohl der anderen sorgen. Und es gibt auch Persönlichkeitstypen (z.B. Typ 2 im Enneagramm), die nur glücklich sein können, wenn sie anderen helfen. Ich muss dabei immer an viele Künstlerehefrauen denken, die hinter ihren Männern verdeckt bleiben, z.B. die Frau des Worpsweder Malers Fritz Overbeck (Hermine Overbeck-Rohte*), die genau so gute Bilder gemalt hat wie ihr berühmter Mann. Ihre Bilder wurden aber erst posthum bekannt, da sie mit ihrem Können nicht die Karriere ihres Mannes behindern wollte. Genau wie in deinem Beispiel.

    Das muss heute nicht sein, und der Weg, den Fuß von der Bremse zu kriegen, wie du es ausdrückst, geht heute über Bewusstmachung. Frau kann heute über ihre Motive nachdenken, für und wider abwägen, sich Hilfe holen und aus dem Schatten treten. Dein Artikel, Claudia, ist ein guter Wegweiser.

    *Im Overbeck-Museum in Bremen-Vegesack werden ihre Bilder aber dann und wann gezeigt, separat oder zusammen mit denen ihres Mannes.

    Liebe Grüße

    Till

    • Claudia Münster
      14. August 2016 @ 10:00

      Hi lieber Till (der das Viertel kennt),

      schön, dich wieder hier zu sehen. Ich freue riesig darüber, dass ich dich mit dem Sauerstoffmasken-Effekt überraschen und abholen konnte und danke dir für großzügige Lob.

      Als ich gestern deinen Kommentar gelesen habe, musste ich lange über deine Worte nachdenken. Ich bin auch irgendwie noch nicht ganz fertig damit. Ich bin total bei dir, dass Frauen das Kümmern archetypisch sehr nahe ist. Aber bezüglich des sich Zurücknehmens denke ich das nicht. Außerdem „sich kümmern“ bedeutet NICHT automatisch sich zurückzunehmen bzw. aufzuopfern – remember: die Sauerstoffmasken 😉 .

      Auch glaube ich, dass anderen helfen nicht zwingend bedeuten muss, sich selber zurückzunehmen und aufzuopfern. Ja, ich weiß, es ist sehr oft so. Wie bei dem Künstlerehepaar Oberbeck. Super Beispiel. Die gute Hermine hätte mehr Menschen helfen bzw. sie inspirieren können mit ihrer Kunst als nur im Kämmerlein zu malen. Und ob der gute Fritz dieses Opfer überhaupt wollte? Who knows?

      Du siehst, ich bin nicht in allem bei dir. Aber am Ende deines wirklich spannenden Kommentars holst du mich wieder ab: Es muss nicht so sein. Und Frauen haben die Möglichkeit ihr Licht zum Strahlen zu bringen. Und dann schließt du auch noch mit einem so furchtbar lieben Lob ab. Ich danke dir.

      Ich sollte mal wieder nach Worpswede fahren. Danke für den Tipp.

      Liebe Grüße aus der alten Heimat

      Claudia

  3. Till Kurbjuweit
    14. August 2016 @ 10:15

    *Ich sollte mal wieder nach Worpswede fahren. Danke für den Tipp.*

    Vorsicht, liebe Claudia, verfahr dich nicht. Das Ziel heißt in diesem Falle Vegesack:
    http://www.overbeck-museum.de/Homepage/seiten–19/index.html?IDD=19

    Auf jeden Fall ganz lieben Dank für deine herzliche Antwort.
    Till

  4. Christina Baier
    14. August 2016 @ 12:53

    Liebe Claudi,

    sehr, sehr toller Artikel. Ein so großartiger Bogen, den Du gespannt hast. Und ich gebe Stella Recht – der Titel ist der Hammer! 🙂 Wie schön Dir gelungen ist, auch mal den „Opfergewinn“ rauszuarbeiten. Etwas, wo viele ja gar nicht hinschauen mögen!

    Die Ersthelferregel – yessss….. Weißt Du wo ICH die immer nutze, um klar zu machen, dass es wichtig ist, sich um seine eigene Sicherheit zuerst zu kümmern? In der Vorsorgeberatung von Frauen. Und zwar völlig egal, ob es sich um Hausfrauen oder Unternehmerinnen handelt. Statt sich selber abzusichern, wird erst alles in die Absicherung aller anderen investiert. Egal ob Existenzschutz oder Altersvorsorge – Frau ist auch anno 2016 in der Breite die letzte in der Familie, die sich absichert hat. #notgood Aber ich schweife ab….
    Ich bin übrigens nicht der Auffassung, dass dieses Verhalten archetypisch zu begründen ist, wenn ich davon ausgehe, dass wir hier alle gleichsam vom kollektiven Unbewussten sprechen (Jung). Liegt aber auch daran, dass ich mich mit den Schwächen des Konzepts grundsätzlich schwer tue.

    Liebste Wochenendgrüße
    Christina

    • Claudia Münster
      14. August 2016 @ 13:14

      Wow Tina, super und fundierter und spannender Kommentar.

      Ich danke dir für dein Lob, über dass ich mich so sehr freue. Und you know, etwas von dem Lob gebührt auch dir, denn unser Gespräch war die Inspiration bzw. hat den Prozess noch einen anderen Aspekt gegeben.

      Ist das nicht heftig, dass es auch 2016 noch solche Phänomene gibt? Vielleicht braucht’s noch ein oder zwei Generationen bis es normal ist, dass Frauen die Chancen und Möglichkeiten nutzen, die sie haben. oder auch nicht. Ganz nach Belieben.

      Liebe Grüße und einen wunderbaren Sonntag

      Claudia

  5. Christiane Kilian
    15. August 2016 @ 10:59

    Liebe Claudia, danke für den Artikel. Er kommt mir als Ermahnung heute sehr recht. Nicht mein Mann, aber ein Bekannter bat mich gestern um ein Gespräch, das heute stattfinden wird. Und ich weiß, dass er labern kann ohne Ende und mir damit meine Zeit stielt und ich mich anschließend mies fühle. Mein Vorsatz ist, ihn auszubremsen, ihm den Vorshclag einer Gegenleistung, die er mir erbringen kann anzubieten und das Gespräch nicht gemütlich draußen, sondern drinnen udn mit Flipchart klar strukturiert zu führen. Ich will nicht mehr einfach nur nette Nachbarin sein, sondern ich will, dass mein Knowhow anerkannt und gewürdigt wird. Hoffentlich schaffe ich es nachher!!!! Grüße aus dem schönen Wrelterbe Oberharzer Wasserwirtschaft von Christiane Kilian

    • Claudia Münster
      15. August 2016 @ 22:49

      Liebe Christiane,

      wie ist dein Termin gelaufen? Du hast auf mich sehr klar und fokussiert gewirkt. Du hast gesehen, was bisher falsch gelaufen ist, hast die Entscheidung getroffen, dass du es genau so NICHT mehr willst. Und dir eine Strategie entworfen. Bravo! Genau so geht es.

      Und ja, es braucht die Entscheidung, nicht mehr nur nett sein zu wollen. Manchmal dauert es einen Moment. Aber du hast genau die richtige Entscheidung getroffen. You rock.

      Lass mich wissen, wie es gelaufen ist.

      Liebe Grüße

      Claudia

      • Christiane Kilian
        16. August 2016 @ 7:17

        Liebe Claudia, danke für Dein Interesse. Wie es gelaufen ist? Ich habe mich gut vorbereitet und alle Möglichkeiten angeschaut, aber er kam nicht – ohne sich zu entschuldigen. Dann habe ich die Zeit für was anderes genutzt. Auch gut!

        • Claudia Münster
          16. August 2016 @ 12:52

          Liebe Christiane,

          nimm dir deine Fokussierung, die du vor dem Gespräch hattest, mit, für das nächste Mal, wenn du vor einer vergleichbaren Situation stehst. Genau dann bekommst du es auch so hin, wie du es dir wünschst.

          Liebe Grüße

          Claudia

  6. Jutta Burmeister
    15. August 2016 @ 22:25

    Sehr schöner Artikel und so wahr.
    Leider sind es oft die Frauen, die sich zurücknehmen.

    Ich arbeite mit Frauen und Beziehungsthemen und erlebe immer wieder, dass es gerade die Frauen sind, die immer alles geben, sich aufopfern, am Ende oft verlassen werden und sich dann nicht erklären können warum.

    Sie haben alles getan, sich immer hintenangestellt … und irgendwann geht er, (wie du schön schreibst) „weil die Frau, die er einst kennengelernt hat, immer mehr verschwindet“
    Danke für diese Erinnerung 🙂

    • Claudia Münster
      15. August 2016 @ 22:54

      Liebe Jutta,

      sehr gern erinnere ich daran. Und immer wieder und immer wieder.

      Ich teile deine Beobachtung. Und genau dafür brauchen Frauen Unterstützung. Zu erkennen, dass nicht Wohlverhalten Liebe erzeugt, sondern dass du geliebt wirst für das, was du bist.

      Wenn ich dich erinnern konnte, bin ich happy. Denn DAS muss man sich jeden Tag wieder bewusst machen.

      Liebe Grüße

      Claudia

    • Till Kurbjuweit
      16. August 2016 @ 13:49

      Hallo Jutta, du arbeitest mit Frauen – und erfährst die Sichtweise der jeweiligen Frau in einer Beziehung. Es gibt aber immer noch eine andere Sichtweise. Sicherlich gibt es Männer, die „einfach so“ vom Zigarettenholen nicht zurückkommen, aber oft haben sie auch einen langen Leidensdruck. Und sooo plötzlich und unerklärlich ist es so gut wie nie. Dann hat man/frau nicht wahrhaben und hinschauen wollen.
      Sorry, wenn ich dies leicht OT in Claudias Seite schreibe.

      • Claudia Münster
        17. August 2016 @ 8:04

        Lieber Till,

        danke, dass du darauf hinweist, dass es auch andere Sichtweisen gibt. Genau darum ging es mir unter anderem.

        Liebe Grüße

        Claudia

  7. Fundstücke: unsere liebsten Blogartikel aus diesem Sommer | So leben, wie ich will:
    1. September 2016 @ 15:11

    […] Von tugendhaften Frauen und anderen Dieben oder „Nimm endlich den verdammten Fuß von der Brem… […]

    • Claudia Münster
      1. September 2016 @ 23:24

      Liebe Stella, liebe Petra,

      ich habe eure Fundstücke schmerzhaft vermisst. Weil sie mich bereichert haben. Mit eurem wunderbaren Geschmack und eurem Gefühl für Sprache und Stil und für klare Worte, waren eure Fundstücke immer ein Gewinn für mich. Jetzt sind die Fundstücke wieder da und zwar in der Summer edition und ich bin eine Erwählte.

      Danke. Von ganzem Herzen und mit großer Freude. Denn für mich ist das Lob und die Wertschätzung von euch etwas ganz Besonderes. Danke.

      Liebe Grüße

  8. Melanie
    14. September 2016 @ 0:44

    Liebe Claudia,

    beim Lesen hab ich mir die Geschichte innerlich selbst weiter erzählt. Da sitzen sie nun im Flieger in eine neue Karriere, in ein neues Leben.

    Anna wird ihm unbewusst die Schuld für ihr eigenes Versagen geben und er nimmt das Schuldgefühl voll an. Beide fühlen sich schlecht, merken es aber nicht und sprechen nicht darüber. Anna hat immer weniger Lust auf Sex und sein neuer Job nimmt ihn in Beschlag, dass er froh darüber ist. Entweder sie verliebt sich fremd oder er beginnt eine Affäre mit einer Kollegin.

    Der Trennungsgrund scheint die Untreue zu sein und tatsächlich ist sie es auch.

    Die jahrelange (lebenslange) Untreue Annas sich selbst gegenüber.

    Großartiger Beitrag!

    Herzlichst
    Melanie

    • Claudia Münster
      14. September 2016 @ 18:16

      Und seine Freund sagen ihm, dass er froh sein solle, dass er die Schlampe los ist. Und /oder ihre Freundinnen sagen ihr, dass sie viel zu gut für den Kerl gewesen sei. Alle lehnen sich entspannt zurück in ihrer komfortablen moralinsauren Atmosphäre und sind sich einig, dass er oder sie ein Schwein ist.

      Bravo, liebe Melanie, danke, dass du die Geschichte weitergeschrieben hast. Das bringt mich auf einen Idee. Du bist ein Schatz.

      Mit deinem Bild von Annas lebenslanger Untreue sich selbst gegenüber, hast du die Situation wunderbar auf den Punkt gebracht. danke dir.

      Und danke für deine lieben Worte.

      Liebe Grüße

      Claudia