Löwenkopf

Anna steht traurig im Badezimmer.

Anna, süße, virtuelle Anna. Sie schaut auf das Spiegelbild, das ihr entgegenblickt. Etwas trotzig. Etwas traurig. Es geht halt nicht anders. Sie muss die Fakten berücksichtigen. Sie muss an die Familie denken. Und sie tut es gern. Die Familie ist das Wichtigste für sie.

Ja, wirklich!

Doch ein ganz leises Bedauern bleibt zurück. Ein Schmerz. Eine Unsicherheit, ob sie immer die richtigen Entscheidungen trifft. Unsicherheit darüber, was ihre Motivation ist.

Du hast keine Ahnung wovon ich rede? Und Recht hast du . Es braucht die Rückblende. Die Rückblende, die es dir ermöglicht wie eine Drohne Abstand zu nehmen, von dem was passiert. In den Himmel zu fliegen und von ganz oben auf die Situation zu schauen.

Aber Anna jedoch steckt mittendrin und hier ist die Rückblende:

Anna kommt voller Euphorie nach Hause. Sie hat einen extrem guten und potentiellen Auftrag in der Pipeline. Alle Zeichen stehen auf Unterschrift. Wenn sie es schafft,  diesen Kunden für ihr Projekt der urbanen Stadtgärten zu gewinnen, dann ist sie auf dem nächsten Level. Sie wird endlich Geld verdienen. Bislang hat sie immer reingebuttert. Endlich wird sich die ganze Anstrengung, das Dranbleiben gelohnt haben.

Sie hat eine Flasche Champagner gekauft auf dem Nachhauseweg . Es ist zwar noch nichts gebucht. Doch das Gefühl, so nah dran zu  sein, reicht für Anna, um feiern zu wollen. Ihre Phantasien, ihre Wünsche sind grenzenlos.

Als Anna nach Haus kommt und ihrem Mann in die Augen blickt, weiß sie es. Sie weiß, dass etwas nicht stimmt. Sie weiß, dass ihr Traum nicht wahr werden wird.

„Baby, es tut  mir so leid. Aber es gab diese Veränderungen durch das Change Management, die Situation, ach Schatz, komm schon, du weißt doch, wie das läuft. Ich muss nach Frankfurt (oder Shanghai oder Timbuktu oder whereever). Das ist die eine Chance, die nur einmal im Leben kommt. Ich mache das für euch. Für uns. Wir sind eine Familie und wir schaffen das, Süße. “ – Annas Mann

Anna erzählt nicht von ihrem großartigen Erfolg . Später wird sie sicher davon erzählen. Doch erst mal freut sie sich. Freut sich über die großartige Chance, die ihr Mann bekommt mit diesen neuen Job. Freut sich mit ihm über seinen fantastischen Karriere Step. Sie denkt daran, dass sie selbst noch ganz am Anfang ihres Business ist. Sie kann die Familie einfach noch nicht ernähren. Es wäre unvernünftig, dieses ungeheuer sexy  Angebot nicht anzunehmen. Sie haben die Kinder. Sie haben das Haus. Sie  haben Ziele.

Und natürlich hält Anna zu ihrem Mann. Sie ist loyal. Sie sind eine Familie. Die großen, gemeinsamen Ziele sind wichtiger als ihre eigenen Pläne. Ihre  Zeit wird auch schon noch kommen.

Anna sagt die erlösenden Worte zu ihrem Mann: Wir schaffen das. Lass uns in das Abenteuer starten.

Zurück bleibt eine leise Trauer darüber, dass sie ihre große Chance nicht wahrnehmen wird.

Geschichten dieser Art gibt es viele in Annas Leben. Anna neigt dazu sich aufzuopfern. Voller Empathie versteht sie immer die Wünsche und Pläne der anderen. Anna nimmt sich dann mit ihren Wünschen zurück. Sie ist immer und für jeden die erste beim Helfen, Zurücknehmen oder Unterstützen.

Nein, sie ist kein #Opfer. Niemand zwingt sie. Kein großes Ding.

Aber sie möchte, dass es den anderen Menschen gut geht. Und wenn sie dabei helfen kann, dann tut sie es.

Bist du auch manchmal ein bißchen Anna?

Ja?

Dann muss ich dir etwas sagen. Es wird jetzt ein bisschen weh tun.

Anna und du ihr seid tatsächlich keine Opfer. Ihr seid Täter.

Ist es bequem in deiner Kuschelzone?

Du und mit dir alle unter uns, die dazu neigen, sich aufzuopfern, freiwillig immer wieder in die zweite Reihe zurückzutreten, sind tief in uns sehr zufrieden darüber, dass es uns so leicht fällt zu geben.

Es macht dich froh, dass du jemanden mit deinem Verhalten, deinem Verzicht  glücklich machst. Du bist zufrieden, dass du an das DU glaubst und nicht immer nur an das ICH, MOI und ME again.

Andere Menschen sind dir wirklich wichtig, Und wenn jemand deine Unterstützung braucht, dann bekommt er sie auch.

Es ist wunderschön, dass du geben kannst. Das ist ein wundervolle Eigenschaft.

Doch hast du dir schon mal Gedanken gemacht, warum du es immer wieder und viel mehr als  andere tust? Warum du dich immer wieder aufopferst. Auch andere Menschen unterstützen ihre Mitmenschen, doch bei dir scheint es ein Muster zu sein.

Du solltest dir eingestehen, dass so ein musterhafter Verhalten eine Bedeutung hat. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass du irgendwann einmal in deinem Leben verinnerlicht hast, dass es wichtig ist, dass es anderen Menschen gut geht – besser als dir vielleicht sogar? Hast du irgendein Role Model? Mutti vielleicht, die alle Pflegebedürftigen im Dorf unterstützt hat und abends müde am Küchentisch saß und sich die schmerzenden Füße rieb?

Irgendwann in deinem Leben hast du verinnerlicht, dass es tugendhaft ist, sich selbst zurückzunehmen. Immer geben. Nie fordern.

Dich kann keiner angreifen, oder? Du bist doch immer so gut.

Kann es sein, dass dein Bedürfnis geliebt und angenommen zu werden so groß ist, dass du immer alles richtig machen willst?

Ja, und da bist du nun in deiner selbst gewählten und tugendhaften Kuschelzone. Unangreifbar, geliebt, aber auch ein bisschen frustriert.

Und gut. Ja, du bist ein guter Mensch.

So gut bist aber gar nicht oder nicht alles ist so wie es scheint

Du opferst dich auf, weil du möchtest, dass die anderen glücklich sind. Na ja,und  um zu gefallen und lieb  gehabt zu werden. Aber dir geht es insbesondere darum, dass es den Menschen, für die du dich aufopferst, gut geht.

Bullshit!

Zieh dir doch mal für einen Moment die Schuhe des Menschen an, für den du dich aufopferst.

Ja, es ist für den anderen natürlich sehr bequem, wenn er wie ein verwöhntes Kind, ohne jede Anstrengung oder eine Auseinandersetzung alle sein Wünsche erfüllt bekommt. Einfach dadurch, weil du dich freiwillig zurücknimmst.

Annas Mann ist total happy, dass seine Frau ihn unterstützt und alles zurücklässt und umzieht. Aber er fühlt sich auch sehr schlecht deswegen. Er weiß, wie sehr sich wünscht, dass ihr neues Business ein Erfolg wird. Er weiß, wie talentiert sie ist und dass sie es schaffen kann. Und er weiß, dass der Umzug ihr dabei nicht helfen wird. Dass sie in der neuen Stadt wieder ganz von vorne anfangen muss.

Er hat ein schlechtes Gewissen, weil sie sich aufopferst. Und er hat Angst. Angst davor, was dieses Opfer mit ihrer Liebe zu ihm machen wird.

Er ist auch traurig. Er ist traurig, weil die Frau, die er mal kennenlernt hat, die so unfaßbar fantastische Pläne und Ziele hatte, wieder ein Stückchen mehr verschwindet.

Und er nimmt das Opfer an. Weil er einfach diese verdammte Chance wahrnehmen will. Seine Bedenken schiebt er beiseite. Schließlich mach sie ja freiwillig.

Und doch wird er das Gefühl nicht los, ein schlechter Mensch zu sein.

Du bist der König der Diebe

Stell dir die eine Frage: Wenn im Flugzeug der Kabineninnendruck abfällt und die Sauerstoffmasken runterfallen und neben dir sitzt dein Kind. Wem setzt du zuerst die Maske auf?

Deinem Kind?

NEIN. Das wäre ein großer Fehler. Denn in der Zwischenzeit könntest du schon ohnmächtig werden wegen des Sauerstoffmangel. Deinem Kind nutzt du so gar nicht.

Du musst dir zuerst die Maske aufsetzen und dann bist du eine wirkliche Hilfe. Das weißt du auch. Jeder weiß das. Aber dein Handlungsimpuls ist ein anderer.

Indem du dich aufopferst, indem du dich immer wieder zurücknimmst, bist du ein Dieb.

Du nimmst der Welt das Licht, dass du sein könntest.

Es ist deine Aufgabe, das Talent, die Gabe, die Fähigkeiten, die dir wer auch immer mitgegeben hast, zu hegen, zu pflegen, sie zu entwickeln, sie größer zu machen und sie in die Welt zu bringen.

Damit kannst du anderen Menschen wirklich helfen, sie unterstützen. Und zwar ohne sie klein zu machen.

Also schließe deinen Frieden mit dir und deinen Wünschen und Bedürfnissen. Du wirst geliebt werden, auch wenn du dich nicht ständig aufopferst. Beginne damit dich um dich selbst  zu kümmern und bringe deine Licht in die Welt.

Los Baby, Fuß runter von der Bremse!

Flieg!

Take care – und bleib glücklich

 

Deine Claudia

20 Comments

  1. Liebe Claudia, das ist erstens der genialste Titel, den ich seit langem außerhalb einer Buchhandlung gelesen hab, Hut ab!
    Vor allem aber einer der besten Artikel ever und so, so, so wahr! Wird natürlich geteilt und verbreitet.
    Und ganz ehrlich: Er könnte auch auf unserem Blog stehen als Einladung zum Onlinekurs „Innere Stärke 1 – Grenzen setzen“ – weil er so genau trifft, was wir mit diesem Kurs weitergeben wollen. (Bin etwas unsicher ob es ok ist, hier auf deiner Seite auf unseren Kurs hinzuweisen, aber wenn es für dich nicht passt, wirst du es löschen, ja?)
    Also jedenfalls danke für diesen tollen Text, die mitreißende Geschichte, und dafür, dass wir eine Mitstreiterin in dir haben für die Erkenntnis, dass wir anderen und unseren Beziehungen nichts Gutes tun, wenn wir uns aufopfern!

    Liebe Grüße, Stella

    1. Liebe Stella,

      you made my day.

      Ich danke dir für extraordinäre Lob, dass mir sehr viel bedeutet. Tatsächlich war ich von diesem Artikel auch ganz angetan 😉

      Witzig, dass dich der Artikel erreicht hat und du das Gefühl hast, dass er gut zu eurem Onlinekurs passen würde. Genau das habe ich heute morgen auch gedacht. Und ja, die Erkenntnis, dass sich aufzuopfern nix Gutes bringt, teile ich so sehr mit euch und bin da gerne eine Mitkämpferin.

      Auf geht’s.

      Liebste Grüße und see you soon

      Claudia

  2. Hallo Claudia,
    lange Zeit habe ich beim Lesen deines Blogs gedacht: Naja, alles gut und schön, aber wenn ein Mensch so drauf ist, dieses Sich-Zurücknehmen, da helfen doch keine noch so überzeugenden Argumente. Und dann kamst du mit der herabfallenden Sauerstoffmaske im Flugzeug. Natürlich geht man da von dem „natürlichen Reflex“ aus, dem Kind zuerst die Sauerstoffmaske aufzusetzen. Und mich hat es umgehauen, wie du argumentiertest, warum genau das falsch ist. Wow!

    Nichtsdetotrotz: Frauen sind archetypisch so getrimmt, dass sie sich zurücknehmen und erst für das Wohl der anderen sorgen. Und es gibt auch Persönlichkeitstypen (z.B. Typ 2 im Enneagramm), die nur glücklich sein können, wenn sie anderen helfen. Ich muss dabei immer an viele Künstlerehefrauen denken, die hinter ihren Männern verdeckt bleiben, z.B. die Frau des Worpsweder Malers Fritz Overbeck (Hermine Overbeck-Rohte*), die genau so gute Bilder gemalt hat wie ihr berühmter Mann. Ihre Bilder wurden aber erst posthum bekannt, da sie mit ihrem Können nicht die Karriere ihres Mannes behindern wollte. Genau wie in deinem Beispiel.

    Das muss heute nicht sein, und der Weg, den Fuß von der Bremse zu kriegen, wie du es ausdrückst, geht heute über Bewusstmachung. Frau kann heute über ihre Motive nachdenken, für und wider abwägen, sich Hilfe holen und aus dem Schatten treten. Dein Artikel, Claudia, ist ein guter Wegweiser.

    *Im Overbeck-Museum in Bremen-Vegesack werden ihre Bilder aber dann und wann gezeigt, separat oder zusammen mit denen ihres Mannes.

    Liebe Grüße

    Till

    1. Hi lieber Till (der das Viertel kennt),

      schön, dich wieder hier zu sehen. Ich freue riesig darüber, dass ich dich mit dem Sauerstoffmasken-Effekt überraschen und abholen konnte und danke dir für großzügige Lob.

      Als ich gestern deinen Kommentar gelesen habe, musste ich lange über deine Worte nachdenken. Ich bin auch irgendwie noch nicht ganz fertig damit. Ich bin total bei dir, dass Frauen das Kümmern archetypisch sehr nahe ist. Aber bezüglich des sich Zurücknehmens denke ich das nicht. Außerdem „sich kümmern“ bedeutet NICHT automatisch sich zurückzunehmen bzw. aufzuopfern – remember: die Sauerstoffmasken 😉 .

      Auch glaube ich, dass anderen helfen nicht zwingend bedeuten muss, sich selber zurückzunehmen und aufzuopfern. Ja, ich weiß, es ist sehr oft so. Wie bei dem Künstlerehepaar Oberbeck. Super Beispiel. Die gute Hermine hätte mehr Menschen helfen bzw. sie inspirieren können mit ihrer Kunst als nur im Kämmerlein zu malen. Und ob der gute Fritz dieses Opfer überhaupt wollte? Who knows?

      Du siehst, ich bin nicht in allem bei dir. Aber am Ende deines wirklich spannenden Kommentars holst du mich wieder ab: Es muss nicht so sein. Und Frauen haben die Möglichkeit ihr Licht zum Strahlen zu bringen. Und dann schließt du auch noch mit einem so furchtbar lieben Lob ab. Ich danke dir.

      Ich sollte mal wieder nach Worpswede fahren. Danke für den Tipp.

      Liebe Grüße aus der alten Heimat

      Claudia

  3. Liebe Claudi,

    sehr, sehr toller Artikel. Ein so großartiger Bogen, den Du gespannt hast. Und ich gebe Stella Recht – der Titel ist der Hammer! 🙂 Wie schön Dir gelungen ist, auch mal den „Opfergewinn“ rauszuarbeiten. Etwas, wo viele ja gar nicht hinschauen mögen!

    Die Ersthelferregel – yessss….. Weißt Du wo ICH die immer nutze, um klar zu machen, dass es wichtig ist, sich um seine eigene Sicherheit zuerst zu kümmern? In der Vorsorgeberatung von Frauen. Und zwar völlig egal, ob es sich um Hausfrauen oder Unternehmerinnen handelt. Statt sich selber abzusichern, wird erst alles in die Absicherung aller anderen investiert. Egal ob Existenzschutz oder Altersvorsorge – Frau ist auch anno 2016 in der Breite die letzte in der Familie, die sich absichert hat. #notgood Aber ich schweife ab….
    Ich bin übrigens nicht der Auffassung, dass dieses Verhalten archetypisch zu begründen ist, wenn ich davon ausgehe, dass wir hier alle gleichsam vom kollektiven Unbewussten sprechen (Jung). Liegt aber auch daran, dass ich mich mit den Schwächen des Konzepts grundsätzlich schwer tue.

    Liebste Wochenendgrüße
    Christina

    1. Wow Tina, super und fundierter und spannender Kommentar.

      Ich danke dir für dein Lob, über dass ich mich so sehr freue. Und you know, etwas von dem Lob gebührt auch dir, denn unser Gespräch war die Inspiration bzw. hat den Prozess noch einen anderen Aspekt gegeben.

      Ist das nicht heftig, dass es auch 2016 noch solche Phänomene gibt? Vielleicht braucht’s noch ein oder zwei Generationen bis es normal ist, dass Frauen die Chancen und Möglichkeiten nutzen, die sie haben. oder auch nicht. Ganz nach Belieben.

      Liebe Grüße und einen wunderbaren Sonntag

      Claudia

  4. Liebe Claudia, danke für den Artikel. Er kommt mir als Ermahnung heute sehr recht. Nicht mein Mann, aber ein Bekannter bat mich gestern um ein Gespräch, das heute stattfinden wird. Und ich weiß, dass er labern kann ohne Ende und mir damit meine Zeit stielt und ich mich anschließend mies fühle. Mein Vorsatz ist, ihn auszubremsen, ihm den Vorshclag einer Gegenleistung, die er mir erbringen kann anzubieten und das Gespräch nicht gemütlich draußen, sondern drinnen udn mit Flipchart klar strukturiert zu führen. Ich will nicht mehr einfach nur nette Nachbarin sein, sondern ich will, dass mein Knowhow anerkannt und gewürdigt wird. Hoffentlich schaffe ich es nachher!!!! Grüße aus dem schönen Wrelterbe Oberharzer Wasserwirtschaft von Christiane Kilian

    1. Liebe Christiane,

      wie ist dein Termin gelaufen? Du hast auf mich sehr klar und fokussiert gewirkt. Du hast gesehen, was bisher falsch gelaufen ist, hast die Entscheidung getroffen, dass du es genau so NICHT mehr willst. Und dir eine Strategie entworfen. Bravo! Genau so geht es.

      Und ja, es braucht die Entscheidung, nicht mehr nur nett sein zu wollen. Manchmal dauert es einen Moment. Aber du hast genau die richtige Entscheidung getroffen. You rock.

      Lass mich wissen, wie es gelaufen ist.

      Liebe Grüße

      Claudia

      1. Liebe Claudia, danke für Dein Interesse. Wie es gelaufen ist? Ich habe mich gut vorbereitet und alle Möglichkeiten angeschaut, aber er kam nicht – ohne sich zu entschuldigen. Dann habe ich die Zeit für was anderes genutzt. Auch gut!

        1. Liebe Christiane,

          nimm dir deine Fokussierung, die du vor dem Gespräch hattest, mit, für das nächste Mal, wenn du vor einer vergleichbaren Situation stehst. Genau dann bekommst du es auch so hin, wie du es dir wünschst.

          Liebe Grüße

          Claudia

  5. Sehr schöner Artikel und so wahr.
    Leider sind es oft die Frauen, die sich zurücknehmen.

    Ich arbeite mit Frauen und Beziehungsthemen und erlebe immer wieder, dass es gerade die Frauen sind, die immer alles geben, sich aufopfern, am Ende oft verlassen werden und sich dann nicht erklären können warum.

    Sie haben alles getan, sich immer hintenangestellt … und irgendwann geht er, (wie du schön schreibst) „weil die Frau, die er einst kennengelernt hat, immer mehr verschwindet“
    Danke für diese Erinnerung 🙂

    1. Liebe Jutta,

      sehr gern erinnere ich daran. Und immer wieder und immer wieder.

      Ich teile deine Beobachtung. Und genau dafür brauchen Frauen Unterstützung. Zu erkennen, dass nicht Wohlverhalten Liebe erzeugt, sondern dass du geliebt wirst für das, was du bist.

      Wenn ich dich erinnern konnte, bin ich happy. Denn DAS muss man sich jeden Tag wieder bewusst machen.

      Liebe Grüße

      Claudia

    2. Hallo Jutta, du arbeitest mit Frauen – und erfährst die Sichtweise der jeweiligen Frau in einer Beziehung. Es gibt aber immer noch eine andere Sichtweise. Sicherlich gibt es Männer, die „einfach so“ vom Zigarettenholen nicht zurückkommen, aber oft haben sie auch einen langen Leidensdruck. Und sooo plötzlich und unerklärlich ist es so gut wie nie. Dann hat man/frau nicht wahrhaben und hinschauen wollen.
      Sorry, wenn ich dies leicht OT in Claudias Seite schreibe.

    1. Liebe Stella, liebe Petra,

      ich habe eure Fundstücke schmerzhaft vermisst. Weil sie mich bereichert haben. Mit eurem wunderbaren Geschmack und eurem Gefühl für Sprache und Stil und für klare Worte, waren eure Fundstücke immer ein Gewinn für mich. Jetzt sind die Fundstücke wieder da und zwar in der Summer edition und ich bin eine Erwählte.

      Danke. Von ganzem Herzen und mit großer Freude. Denn für mich ist das Lob und die Wertschätzung von euch etwas ganz Besonderes. Danke.

      Liebe Grüße

  6. Liebe Claudia,

    beim Lesen hab ich mir die Geschichte innerlich selbst weiter erzählt. Da sitzen sie nun im Flieger in eine neue Karriere, in ein neues Leben.

    Anna wird ihm unbewusst die Schuld für ihr eigenes Versagen geben und er nimmt das Schuldgefühl voll an. Beide fühlen sich schlecht, merken es aber nicht und sprechen nicht darüber. Anna hat immer weniger Lust auf Sex und sein neuer Job nimmt ihn in Beschlag, dass er froh darüber ist. Entweder sie verliebt sich fremd oder er beginnt eine Affäre mit einer Kollegin.

    Der Trennungsgrund scheint die Untreue zu sein und tatsächlich ist sie es auch.

    Die jahrelange (lebenslange) Untreue Annas sich selbst gegenüber.

    Großartiger Beitrag!

    Herzlichst
    Melanie

    1. Und seine Freund sagen ihm, dass er froh sein solle, dass er die Schlampe los ist. Und /oder ihre Freundinnen sagen ihr, dass sie viel zu gut für den Kerl gewesen sei. Alle lehnen sich entspannt zurück in ihrer komfortablen moralinsauren Atmosphäre und sind sich einig, dass er oder sie ein Schwein ist.

      Bravo, liebe Melanie, danke, dass du die Geschichte weitergeschrieben hast. Das bringt mich auf einen Idee. Du bist ein Schatz.

      Mit deinem Bild von Annas lebenslanger Untreue sich selbst gegenüber, hast du die Situation wunderbar auf den Punkt gebracht. danke dir.

      Und danke für deine lieben Worte.

      Liebe Grüße

      Claudia