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Ich bin ein Meister im Anfangen. Neue Dinge und Projekte zu starten weckt in mir ungeheure Energien. Meine Gedanken fliegen und ich bin voller Euphorie und Tatendrang. Wie wilde Wellen in einem stürmischen Meer, folgen immer neue Bilder und Visionen einander in schneller Folge.

Aber dann – und natürlich gibt es ein aber –  kehrt der Alltag ein. Die Dinge fallen nicht mehr nur leicht. Die Realität holt mich ein. Das anfängliche Glücksgefühl verschwindet und ich muss erkennen, dass meine Visionen und Träume zu euphorisch waren. Kennst du das auch? Und das ist der Moment, wo du aufhörst. Aber das bedeutet, aufzugeben, bevor das Abenteuer beginnt.

Unter den vielen Dingen, die ich mit großer  Begeisterung begonnen habe, war das Projekt der Hexenköchin. Ich war fasziniert von der Idee aus Kräutern und anderen Zutaten der Natur Salben, Essenzen und Tinkturen herzustellen. Mit großem Elan habe ich mir das notwendige Wissen angeeignet, Zutaten und Gerätschaften besorgt und fleißig in meiner Hexenküche gekocht. Mit meinen ersten Salben und Säften habe ich  alle versorgt, die dazu bereit waren. Ich entwarf das Logo für meine Produkte und träumte davon, diese zu vertreiben. So ging es ein paar Monate. Und dann war es einfach vorbei. Ich fürchte, ich habe aufgehört, weil nichts passiert ist. Weil niemand vor meiner Tür stand und mir meine genialen Produkte abkaufen wollte. Was hätte sein können, wenn ich diszipliniert und mit Strategie meine Hexenküche weiter betreut und voran getrieben hätte? Es hätte ein lukratives Business daraus werden können. Möglicherweise hätte ich dieses Projekt aber auch  irgendwann beendet, denn ich fürchte, dass ich keine wirkliche Hexenköchin bin. Aber ich werde es nie wissen.

Wenn wir Dinge beginnen, ist es leicht. Wir beginnen sie, weil sie uns interessieren. Und dieses Interesse reicht aus um unsere Begeisterung und Energie zu wecken. Doch wenn diese alles überstrahlende Euphorie und mit ihr die Leichtigkeit verflogen ist, kommen neue Gefühle auf. Es wird schwerer sich aufzuraffen und dabei zu bleiben.

Ganz sicher kennst du selber die kleinen Tricks, wie du es  schaffst trotzdem  dabei zu bleiben: Tägliche 15 Minuten Routine entwickeln, fokussieren, motivieren. Soweit die Theorie, die trotz allen Wissens um sie, schwer einzuhalten ist. Aber das ist eine andere Geschichte und Stoff für zahllose separate Beiträge. Hier geht es um die Frage, warum du dabei bleiben solltest. Was spricht dagegen, eine Sache anzufangen und einfach wieder aufzuhören, wenn sie nicht mehr nur Freude bringt?

Der Grund dafür ist, dass wenn die anfängliche Euphorie verflogen ist und die Dinge nicht mehr leicht fallen,  die eigentliche Reise beginnt. In der Anfangsphase deines Projektes folgst du deinen aktiven Bedürfnissen und Interessen. Du tust, was dir gefällt. Wenn du einfach aufgibst, lernst du über dich selber und  den Grund, warum du aufgehört hast,  nichts. Und du erfährst nie, was hätte sein können.

Aber was passiert, wenn du dabei bleibst, auch wenn die Dinge nicht mehr leicht fallen?

Du erfährst, ob du Biss hast

In der schweren Phase benötigst du komplett andere Eigenschaften als zu Beginn. Der Turbolader arbeitet nicht mehr ununterbrochen und pusht dich nicht mehr als Booster voran. In dieser Zeit erfährst du, wie groß deine Fähigkeit ist, durch selbstauferlegte Routine und andere Techniken, dranzubleiben. Diese Erkenntnisse sind enorm wichtig für dich, denn du kannst dabei viel lernen. Vielleicht stecken irgendwelche tiefsitzenden Zweifel dahinter? Traust du es dir nicht zu? Stimmt dein Zeitmanagement nicht? Die Erkenntnisse aus dieser Analyse kannst du auf andere Lebensbereiche übertragen und sie können dir zukünftig helfen.

Du lernst dein Ego kennen

Wenn es nicht mehr leicht fällt, liegt das sehr häufig daran, weil unsere Zweifel größer werden. Weil die Angst, dass wir scheitern könnten, sich immer öfter an die Oberfläche kämpft. Aber mal ehrlich: Warum sollte es leicht sein? Es ist einfach etwas zu beginnen. Du bekommst an unendlich vielen Stellen Tipps und Hilfestellungen für das Beginnen. Das Beginnen ist einfach. Immer und mit allem. Aber das Erreichen deines Ziels und das Dabeibleiben ist nicht einfach. Bei der Angst zu scheitern geht es insbesondere um dein Ego. Wie ein kleines Teufelchen  sitzt es auf deiner Schulter und flüstert dir beharrlich ins Ohr, wie wütend und enttäuscht du darüber  bist, dass sich nicht sofort die Erfolge einstellen. Warum hat z.B. niemand mir meine wunderbaren Hexenküchen Salben aus den Händen gerissen. Sie waren fantastisch! Dein Ego ist beim Dranbleiben dein Feind Nummer eins. Es will Belohnung und Lob, wieder und wieder. Er ist ein Nimmersatt. Aber natürlich gibt es nicht  ununterbrochen Lob und Fortschritt . Anderen Menschen ist relativ egal was du tust.  Der Weg dahin, dass deine Arbeit oder dein Projekt für sie wichtig sind, ist lang und steinig. Und das weißt du auch. Aber deinem Ego ist es egal. Es will alles und zwar jetzt und sofort.

In dieser Phase hast du die Chance dein Ego kennenzulernen. Du kannst erfahren, wie groß sein Bedürfnis nach Lob und Anerkennung ist. Du kannst dich damit auseinandersetzen, warum das Bedürfnis nach äußerer Anerkennung so groß ist und wie du es schaffst, dein Ego zu kontrollieren und zufriedenzustellen. Verliere in dieser Zeit nicht den Mut. Denn die Auseinandersetzung mit  deinem Ego wird dir wesentliche Erkenntnisse liefern.

 „Hetz nicht durch Erfahrungen und Umstände, die das größte Potential haben, dich zu verändern.“

Wenn du erkennst, warum genau dein Ego dir an manchen Stellen im Weg steht, kannst du genau hier ansetzen und dich weiterentwickeln.

Du erkennst, ob es dein Weg ist

Wenn du diese Reise mutig angehst und wertvolle Erkenntnisse über dich selbst und dein Ego gewonnen hast, bist du einen großen Schritt weiter. Du wirst wissen, ob es dein Ego ist, dass dich mit seiner unersättlichen Lust nach Lob und Anerkennung immer wieder ins Straucheln kommen lässt. Du wirst wissen, was genau deine persönlichen Fallstricke sind. Durch das Bewusstsein darüber wird es leichter diese  Hemmnisse  in den Griff zu bekommen. Und wenn du sie erfolgreich in den Griff bekommen hast und dir die Dinge wieder leichter fallen, kannst du zur Freude zurückgehen. Dann kannst du deinem Ego sagen, dass es für einen Moment  die Klappe halten soll, denn nun weißt du, dass es dein Weg ist und du ihn gehen wirst.

Vielleicht ist es aber auch so, dass du während des Abenteuers bemerkst, dass es dir dennoch nicht wieder leichter fällt zu deinem Projekt zurückzukehren. Es macht dir einfach keine Freude mehr. Dann hast du auch eine sehr wertvolle Erkenntnis gewonnen: Es war nicht dein Weg. Dann schmeiß dein Projekt einfach weg. Die Phase ist vorbei und du kannst sie  loslassen.

Bleib also dabei und schau, was auf deiner Reise passiert. Hab keine Angst vor dem, was du während des Abenteuers erleben wirst, sondern nutze die Erkenntnisse für dich.

Deine

 

Claudia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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