Wer kennst das nicht? Du willst etwas unbedingt hinbekommen und es klappt einfach nicht. Du gehst strategisch an die Lösung heran. Du setzte dein know-how ein und wenn das nicht klappt, holst du dir im nächsten Schritt Hilfe bei  allen dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten: Foren, YouTube, Literatur usw.. aber alles hilft nichts: Du findest nicht die  Problemlösung. Du investierst Stunden und Tage, du kümmerst dich nicht um die Dinge, die eigentlich anstünden, weil du es unbedingt schaffen willst. Du kannst es nicht akzeptieren, dass du es nicht schaffst.

Ich will dir ein Beispiel von mir erzählen, dass eigentlich lächerlich ist und doch war es das für mich nicht. Und ich bin mir sicher, auch du kennst das. In meinem Fall  ging es  um diesen kleinen Button

Ich wollte  meine Blog-Beiträge für meine Leser verkürzt erscheinen lassen mit einer „weiterlesen“ Funktion. Aber ich habe trotz aller meiner Bemühungen  die Lösung nicht gefunden.

Und dann setzte das ein, was du sicher auch kennst.

Du fängst an, an dir zu zweifeln

In dir machen sich Gedanken breit, dass es an dir und deinen fehlenden Kompetenzen liegt, dass du das Problem nicht lösen kannst. Und damit liegst du auch goldrichtig, denn genau darum geht es, denn du versuchst ein dir unbekanntes Problem zu lösen. Du bist aus deiner Komfortzone herausgetreten. Es ist kaum zu akzeptieren, dass du mit allen deinen sonstigen Kompetenzen nicht in der Lage bist diese Aufgabe  analytisch, strukturiert und effektiv  zu bewältigen.  Du vergleichst dich mit anderen und bist überzeugt, dass NUR DU  nicht in der Lage bist, eine Lösung zu finden. Denn jeder den fragst, hat für genau dieses Problem bereits eine Lösung gefunden. Aber in dem Moment, in dem  du dich in den Vergleich begibst, hast du schon verloren. Denn du wirst ganz sicher ausschließlich auf die schauen, die ihre Probleme bereits gelöst haben. Und du siehst nicht die Mühen und die Verzweiflung, die es diese Menschen möglicherweise auch gekostet hat, das Problem zu lösen. Ganz klein fühlst du dich und die Zweifel werden größer. Du zweifelst, ob der Weg, den du für dich gesehen hast, nicht doch zu groß für dich ist. Wenn du schon an den kleinsten Hürden scheiterst, wie willst du den ganzen  Weg schaffen und dein Ziel jemals erreichen?

Und alles ist vergessen…

Selbstverständlich bist du regelmäßig  unterwegs und propagierst, dass das richtige mindset entscheidend ist. Kennst du das auch, dass du andere pusht und sie versuchst dahingehend zu trainieren, dass sie an sich und an die Macht ihrer inneren Haltung glauben? Aber wo ist dein mindset in dieser Situation geblieben? Und ja, ich weiß natürlich immer noch, dass die Geisteshaltung ganz entscheidend ist. Doch dieses System ist auch fragil. In dir bekannten Situationen ist es sehr viel leichter, die Technik der positiven inneren Haltung anzuwenden und  auch zu leben. Ein Grund hierfür ist, dass du für dir bekannte Aufgaben Strategien entwickelt hast für Situationen des Misserfolgs.  Doch wenn du dich auf unbekanntes Terrain begibst, verändert sich die Situation.

Ich war komplett verzweifelt, habe geheult und wollte alles hinschmeißen. Wenn ich selbst dieses kleine Problem nicht gelöst bekomme, wie soll ich dann die Hürden nehmen, die vor mir liegen auf dem Weg diesen Blog erfolgreich zu machen? Mir wurde erst bewusst, wie zerbrechlich  das mindset System ist, als ich spürte, dass ich mich trotz des intellektuellen und auch spirituellen Bewusstseins um die Macht der inneren Haltung, nicht in dem Zustand der positiven Geisteshaltung halten konnte. Du wirst das kennen, wie dir in diesem Zustand deine eigenen Emotionen entgleiten, wie du dich nicht mehr unter Kontrolle und einfach nur die Hoffnung verloren hast, eine Lösung zu finden. Und dann bist  du fest verankert in dem Zustand der Selbstzweifel.

Natürlich könnte es so einfach sein. Du könntest akzeptieren, dass du die Lösung nicht findest. In dem Fall hättest du die Option zu akzeptieren, dass du einfach mit dem IST-Zustand leben müsstest und dass das realistisch betrachtet, auch keine Katatrophe wäre, die die Welt erschüttert.  Alternativ stünde dir die Option zur Verfügung, dass du aufgibst und jemanden, der sich besser auskennt, um die Lösung des Problems bittest. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum du eine Aufgabe, die dir so viele Schwierigkeiten bereitet, selber lösen musst. Es ist so sogar komplett unsinnig und unökonomisch. Denn der Zeitaufwand, den du betreibst, steht  in keinem Verhältnis zu der Größe deines Problems.

Die Meta Ebene von persönlichen „Katastrophen“

Doch auf diesen Weg steht dir sehr oft dein Stolz im Wege. Eigentlich müsste der vorhergehende Satz der letzte Satz dieser dritten Stufe sein, denn die Akzeptanz, dass es  insbesondere um deinen Stolz geht, steht in der Regel  erst  am Ende des Denkprozesses. Meine Geisteshaltung durchlief folgende Stufen

  • Natürlich schaffe ich das (ich bin doch wonder woman, oder?)
  • Ich muss nur lange genug dran bleiben.
  • Alle haben es geschafft
  • Ich verstehe komplett gar nichts
  • Wenn ich das nicht schaffe, wie will ich jemals mein großes Ziel erreichen?
  • Mein ganzer Plan war komplett größenwahnsinnig!

Die Stufen durchlaufen wir in  dieser oder abgewandelter Form. Weil eben das richtige mindset nicht alles ist. Wir sind empfindsam und verletzlich, wir haben  Zweifel an uns  und stellen uns in Frage. Dieser Prozess ist schmerzhaft, weil wir uns selber den Spiegel vorhalten. Und nicht alles, was wir sehen, mögen wir. Und ja, wir sollten es mögen und wir arbeiten daran. Und dennoch ist es möglich, dass eine banale Situation all das erschüttert. Denn wir interpretieren und projizieren, wir vergleichen und  selbstbemitleiden uns. Und jetzt kommt das Wichtigste: Wir  sehen nicht die reinen Fakten, sondern wir sehen und empfinden primär die Meta-Ebene.

Ich konnte ein Problem nicht lösen, übersetzen wir leicht mit mit der Empfindung, dass wir offensichtlich  nicht die Fähigkeiten haben, die wir uns zugetraut haben. Wir fühlen uns kleiner als wir in unserem „Größenwahn“ gedacht haben.

Diese Meta-Ebene ist es, die das Konglomerat von Versagensängsten und die Angst vor dem Aufgeben entfachen. Aber auf der Ebene des Faktischen geht es nur darum:  Du schaffst es nicht ein Problem allein zu lösen? Das ist überhaupt kein Problem! Delegiere es an jemanden, der es besser kann oder lass dir die Problemlösung zeigen, so dass du beim  nächsten Mal in der Lage bist vergleichbare  Aufgaben selber zu lösen.

Loslassen

Als ich tief verzweifelt war, hat mir Maura Selma, die ich bei dem Powermädls-Mastermind kennengelernt habe,  das Zitat geschickt

Lass los, das Universum wird es schon richten

Dieser kleine Satz hat irgendetwas in mir berührt und ich habe akzeptiert, dass ich es nicht kann. Und heulend habe ich meinem großartigen, technischen Unterstützer eine message geschickt. Ich habe losgelassen. Während ich auf Rückmeldung wartete, habe ich ohne einen Funken der Hoffnung einfach  weiter herumprobiert. Und das Wunder geschah: Ich habe an den richtigen Stellen Häkchen gesetzt, bin hierin und dorthin gesprungen und habe  selber die Lösung gefunden.

Wenn du also an einem Problem verzweifelst, ist die Lösung im Grunde  ganz einfach (aber schwer umzusetzen): Lerne es auszuhalten, dass du ein Problem nicht lösen kannst, obwohl du es hartnäckig versucht hast. Erkenne zum richtigen Zeitpunkt, ab wann es nicht mehr um die Problemlösung an sich, sondern vielmehr um dich geht.  Und dann ändere deine Taktik: Lass die Aufgabe, die für dich nicht zu bewältigen ist,   zur rechten Zeit los und akzeptiere es. Ich weiß, es ist verdammt  schwer (oh ja, ein echtes Drama!) . Aber nimm es einfach als das, was es ist: Eine Aufgabe, die  ein anderer besser für dich lösen kann oder bei der du Unterstützung brauchst.

Und mit ein bisschen Glück, belohnt dich das Universum für das Loslassen und du bist so entspannt, dass du allein den Weg findest.

Deine – „ich bin nicht wonder woman“ –

Claudia