Dankbarkeit zu empfinden, wenn du in der Krise steckst?  Und zusätzlich  noch erfolgreich werden: Wie soll  das zusammen passen?

Du steckst mitten in einer Krise, die dir alles abverlangt. Und in Bezug auf dein Erfolgskonto  stehst du  am Anfang, du hast gerade nicht DAS, was du dir so sehr wünschst. Ob das beruflicher Erfolg, ein ausgefülltes Privatleben oder der Wunsch ist, mehr du selbst zu sein, ist dabei bedeutungslos. Du empfindest so vieles in dieser Situation, aber Dankbarkeit sicher nicht. Wofür auch? Es ist so viel natürlicher in dieser Zeit Unzufriedenheit, Frustration und Wut zu empfinden.

Doch gerade Dankbarkeit wird dir helfen, aus der Krise zu gehen und fokussierter auf die Erreichung deines Ziels zu werden. Und du wirst deine Ängste, Sorgen und Wut verlieren, wenn du in die Dankbarkeit gehst.

Im Frühjahr hat Mara Stix auf www.marastix.com eine Blogparade zum Thema Dankbarkeit ins Leben gerufen. Viele Blogger haben sich an der Aktion beteiligt und von vielen gab es ungewohnte, sanfte und emotionale Beiträge. Das war eine sehr schöne und berührende Idee. Die Aktion ist zwar vorbei, aber das Thema brennt mir trotzdem unter den Nägeln.

Besinne dich zunächst auf das Essentielle. Du wirst  erkennen , dass jeder einzelne von uns es unglaublich gut hat. Ende 2012 haben 11%  der Menschheit  keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser gehabt und  925 Millionen Menschen  hungern weltweit. Das bedeutet, dass du und ich in einer unglaublich privilegierten Situation sind, in der die Versorgung dieser Grundbedürfnisse überhaupt kein Thema sind. Obwohl wir diese Zahlen tatsächlich oder aber intuitiv kennen und deshalb wissen, dass es uns besser geht als einem großen Teil  der Menschheit, will sich eine tiefe und wahrhaft empfundene Dankbarkeit nicht einstellen. Es ärgert uns trotzdem, wenn wir einen Auftrag nicht bekommen haben, der Partner nervt, andere mehr Urlaub haben. Diese Divergenz zwischen dem, was wir intellektuell wissen und dem, was wir empfinden, ist zutiefst menschlich. Ist Selbstschutz und Teil der schützenden selektiven Wahrnehmung.

Das ist  der emotionale Alltag, den wir alle kennen. Und den wir uns auch verzeihen sollten. Aber was, wenn wir auch in Momenten der Besinnung und der Krise nicht mehr wissen, wofür wir dankbar sind und sein sollten? Die Kraft der negativen Gefühle zieht uns immer tiefer und tiefer hinein in den Status des unzufriedenen und nicht erfüllten Menschen. Wir sehen unser eigenes Leben und da gibt es so vieles, was wir wollen und nicht bekommen. Da sind unerwünschte Wünsche und Träume. Außerdem ist da noch diese schwere Ausnahmesituation, die dir zu viel  abverlangt.

So war es auch bei mir. Ich hatte ein verdammt gutes Leben. Ich bin ein positiver Mensch. Und  doch war da latent so ein Gefühl zu wenig Zeit und  zu viel Arbeit zu haben. Zu wenig das zu tun, was ich wirklich liebe. Und dann kam der Tag, der alles änderte. Dieses Tag war grauenvoll und lähmend. Der Mann den ich liebe, wäre unter dramatischen Umständen beinahe gestorben. Dass mein Mann überlebt hat, ist ein Wunder.

Neben der Angst kam die Wut. Warum passiert mir das? Du kennst das sicher. In deinem Leben tritt eine bedrohliche Krise ein und du kommst aus dem Geflecht der negativen Gefühle nicht heraus. Das Gefühl, vom Leben ungerecht behandelt worden zu sein, ist übermächtig. Deine Ohnmacht in dieser Situation zurecht zu kommen, überschattet alles. Selbst der nächste, kleine  Schritt ist eine große Hürde für dich und du siehst keine Ausweg.

Aber du hast die Lösung in dir. Dein Geist und dein Mindset entscheiden darüber, wie du deine ganz persönliche Krise überstehst und wie du aus ihr hervorgehst.

Du hast die Wahl, deine persönliche Krise als Angriff der Welt zu bewerten und mit deinem Schicksal zu hadern. Diese Haltung wird dich nicht weiterbringen. Der Raum, den du den negativen Gefühlen gibst, wirst dich erdrücken und dich in einen Kokon aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit  gefangen halten. In dieser Geisteshaltung wirst du keine Kraft und keine Zuversicht finden.

Welchen Weg gibt es also für dich aus der Krise? Da gibt es natürlich viele rein praktische Aktionen, die du vornehmen kannst und zum Teil auch musst. Wenn du z.B. unerwartet deinen Job verloren hast, ist es zweifelsohne  notwendig, dass du dich zunächst  darum kümmerst einen neuen Job zu finden, um finanziell zurecht zu kommen. Wenn du aber nicht an deinem Mindset arbeitest, wird die Wut und Trauer und Frustration, über die Ungerechtigkeit und das Unglück, das dir widerfahren ist, bleiben. Diese innere Unzufriedenheit bleibt somit auch im neuen Job bei dir.  Sie wird dich daran hindern, im neuen Job dein Potential zu entfalten. Wenn du also gestärkt aus der Krise hervorgehen willst und nicht einfach nur weiter machen möchtest, ist es unumgänglich, dass du an deiner Unzufriedenheit, deiner Wut und deinen Ängsten arbeitest.

Deshalb nutze die Krise! Besinne dich darauf, wofür du DENNOCH dankbar bist. Versuche, das Geschehene aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Welche Chance liegt in der Krise?

Jedes noch so schlimme und unangenehme Ereignis birgt auch etwas in sich, dass du vielleicht noch nicht sehen kannst.

  • Jobverlust: Warst du in deinem alten Job absolut glücklich und zufrieden? Wurdest du gekündigt, weil du deine  Arbeit nicht gut genug gemacht hast? Das könnte daran liegen, dass du deinen Job nicht geliebt und nicht 100% gegeben hast. Wie wäre es, wenn du dich stattdessen fragen würdest, in welchem Job du dich  wohl fühlen würdest. Du könntest die Chance nutzen, dich neu zu orientieren und nicht mehr einen Job anzunehmen, der für dich nicht der richtige ist.
  • Dein Partner hat dich verlassen: Frage dich ganz offen und selbstkritisch, ob die Partnerschaft wirklich perfekt für dich war. Sicher gab es vieles in der Partnerschaft, was auch für dich nicht gestimmt hat. Konntest du ganz du selbst sein in dieser Partnerschaft? Du hast jetzt die Chance dich zu fragen, was genau du aus einer Partnerschaft gewinnen möchtest. Und wie der Partner sein muss, der wirklich zu dir passt.

Versuche deine ganz persönliche Krise unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Sehe die Chance, die sich dir bietet.

Und erkenne:  Wofür bist du – trotz und gerade in deiner Krisensituation –  dankbar?

Ich habe für mich erkannt, dass es destruktiv ist meinen Fokus ausschließlich darauf zu richten, warum uns dieses Unglück und dieser Schmerz widerfahren ist. Ich habe erkannt, dass es ein unglaubliches Glück war, dass mein Mann überlebt hat. Und ich richte meinen Fokus ausschließlich darauf. Ich habe die Wut und den Schmerz darüber, dass es überhaupt passiert, aus meinem Lebens und meiner Gefühlswelt gestrichen. Mein Dankbarkeits-Konto wird wegen des Riesen-Glücks, das wir hatten, nie mehr auf null fahren.

Wenn du in die Dankbarkeit gehen kannst, wirst du eine große Zufriedenheit und Entspannung finden. Dir wird es möglich sein, dich auf die Zukunft auszurichten. Du kannst mit einer großen Klarheit erkennen, dass du jetzt an diesem Nullpunkt die Chance hast, dein Leben in die Hand zu nehmen und dich neu auszurichten.

  • Suche dir den Job, in dem du wirklich all deine Talente entfalten kannst.
  • Sei froh, dass du nicht mehr eine Partnerschaft hast, in der du nicht voll und ganz du selbst bist.
  • Nutze die Chance, neu über dein Leben und deine Zukunft zu entscheiden.

Und jetzt wüsste ich sehr gern, wofür du in deiner ganz persönlichen Krise dankbar warst. Wie bist du aus der Situation herausgegangen? Ich freue mich über deine Kommentare.

Deine dankbare

 

Claudia

 

 

5 Comments

  1. Liebe Claudia,
    ein sehr schönes Thema, das genau meinen Nerv trifft, denn ich sage immer wieder; Sei dankbar für das was Du hast und denke nicht immer darüber nach, was Du nicht hast.
    Ich bin dankbar dafür, dass mein Mann mir die Möglichkeit und finanzielle Rückendeckung ermöglicht, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Ich bin dankbar dafür, dass ich mich nicht wie viele andere Mütter stressen muss, was mache ich mit meinem Kind sechs Wochen in den Sommerferien, wenn ich arbeiten muss. Ich kann mir meine Arbeitszeit nach Bedarf und Auftrag einteilen, das entstresst mein Leben und das meiner Familie und dafür bin ich dankbar.
    Dankbar bin ich auch dafür, dass meine Familie und ich gesund sind. Wie wichtig Gesundheit in der heutigen Zeit ist, dass weisst Du, liebe Claudia, am besten.
    Ich wünsche Dir weiterhin alles Liebe und Gute und viel Erfolg mit Deinem Blog, den ich mit Sicherheit weiter verfolgen werden.

    Herzlichst und bis ganz bald
    Deine Bettina

  2. Glückwunsch, meine Liebe! Nachdem ich hier auf Deinen Seiten nun bereits mehrfach liebevoll und lobend erwähnt wurde, ist es vielleicht an der Zeit, deutlich zu machen, dass DU hier mit Deinem Blog etwas ganz wunderbares geschaffen hast! Vielleicht habe ich Deinen Inspirationen etwas auf die Sprünge geholfen; aber mehr auch nicht! Die Idee zu diesem Blog stammt von Dir. Du hast Deine Ideen schnell und konsequent umgesetzt. Eine sehr gelungene Seite, die vielen Menschen Hilfestellung geben kann und hoffentlich viel Beachtung und Zuspruch finden wird. Ich freue mich sehr darauf, mit Dir zusammen an unseren gemeinsamen Zielen zu arbeiten und diese erfolgreich zu realisieren! Noch bin ich etwas geschwächt, werde mich aber gerne zu gegebener Zeit hier wieder melden und mich als Partner von Dir vorstellen.

    1. Lieber Manfredo, es ist wundervoll, was du geschrieben hast. Ich danke dir von ganzem Herzen. Und ich freue mich unbändig darauf mit dir an diesem Projekt zu arbeiten.