Adieu, mon amour – Das Ende einer Glück tötenden Beziehung

 

Du kannst mit jedem eine Beziehung haben. Nur nicht mit ihr.

Niemals.

Denn sie wird dich fest umgarnen mit ihren Kraken-ähnlichen Tentakeln. Dich hinunter ziehen in ihr Reich, in die immerwährende Dunkelheit. Zu dem lähmenden Grauen.

Sie kommt niemals allein. Sie ist immer Teil ihres Teams, ihrer Squad, nicht zu stoppen. Gnadenlos.

Deshalb tue es nicht. Gehe nie diese verhängnisvolle Liebe ein.

Sie ist keine gute Geliebte:

Deine Angst.

Angst fressen Seele auf

Wenn die Angst dein Begleiter ist, ist es vollkommen egal, was wirklich ist. Es wird immer genau das sein, was sie dich glauben lassen will.

Sie lässt dich glauben, dass du Angst hast. Wenn du die Angst erst einmal spürst, wird du dich davor fürchten, dass du Angst hast. Dieses doppelte Gefühl der Angst bringt dich in die Nähe einer Panik, weil du dir so sehr wünschst, die Angst aufzuhalten. Du hast Angst durch die Angst die Kontrolle zu verlieren.

Dein Atem wird schneller. Du spürst, dass du kurz vor’m Durchdrehen bist. Auf deinen Armen spürst du ein unerträgliches Kribbeln. Unangenehme Schauer laufen über deine Arme. 1.000 Ameisen, die unaufhörlich stecknadelgleich in deine Arme beißen. Du weißt, dass sie nicht real sind. Doch du spürst keinen Unterschied. Deine Wahrnehmung, deine Angst, deine Panik, verlangen keinen Beweis, bevor sie zuschlagen. Sie sind. Sie sind mehr als alles andere. Du möchtest all das unterbrechen. Du willst es nicht mehr. Du hältst die Angst, die Sorgen nicht mehr aus. Du kannst es nicht ertragen, dass dich die negativen Gefühle gefangen halten.

Du hast das Gefühl, es nicht mehr aushalten zu können. Deine Gedanken scheinen in deinem Kopf auf Speed zu tanzen. Hin und her und rauf und runter. Immer schneller. Tanz der Moleküle im Pogo-Rausch.

Es ist dabei egal, wovor du Angst hast. Deine kapriziöse Geliebte nimmt sich, was sie kriegen kann. Kein Lebensbereich ist vor ihr sicher. Sie nimmt alles und jeden, den sie bekommen kann.

Romeo wäre sicher ein rüstiger Rentner geworden, wenn ihn nicht seine Angst, seine Ohnmacht, Julia verloren zu haben, in die Verzweiflungstat getrieben hätte.

Deine Geliebte, die Angst,  treibt dich in die größte Seelenpein. Dabei ist es vollkommen bedeutungslos, ob es einen wirklichen Grund zur Sorge gibt. Ob dir Schlimmes droht, Krankheit, finanzieller Ruin, Einsamkeit und Verrat. Deine Angst  braucht keine Realität um ihr zerstörerisches Werk zu vollbringen.

Ihr reicht es, wenn du glaubst, was du denkst.

Die verführerischen Luftschlösser der Lady A.

Doch was du denkst, ist nur ein Gedanke. Nicht mehr.

Ich höre schon das wütende Schnauben der Angst, dass sie dich doch nur beschützen wolle, vor dem Feind hinter der  nächsten Ecke, vor der drohenden Arbeitslosigkeit und dem Säbelzahntiger, der nur darauf wartet, seinen tödliche Angriff zu vollziehen.

Ich will nur dein Bestes. Ich will dich beschützen.

Aber lass dir etwas sagen: Es steht kein Säbelzahntiger vor deinem Haus , um dich voller Mordlust zu töten.

Ja, es gibt Gefahren da draußen. Schlimme und weniger schlimme. Es gilt Entscheidungen zu treffen, abzuwägen, auf dich aufzupassen. Doch du brauchst keine Angst, um diesen Gefahren zu begegnen. Du hast dein Wissen, deine Erfahrungen und du hast eine Intuition, die du trainieren und feinjustieren kannst, so dass sie ebenso verlässlich ist wie ein perfekt kalibrierter Seismograph des Erdbeben-Instituts in San Francisco.

Es stimmt durchaus, dass die Angst historische Gründe hat  und aus unserer Menscheitsgeschichte heraus die Funktion hatte uns zu beschützen und vor Schaden zu bewahren. Aber deine Angst, die  hinterhältige Bitch, hat ein fettes, komfortables Eigenleben entwickelt und ist überambitioniert. Sie ist über ihre biologische Bestimmung hinausgewachsen.

Es scheint, als haben deine Ängste die Macht übernommen und als wollten sie die Weltherrschaft übernehmen. Die Ängste sind omnipräsent: ob die Angst vor Fehlern, die Angst, nicht zu genügen, die Angst, krank zu werden, die Angst, den Job zu verlieren, die Angst, die Angst, die Angst…

Deine Lüge lässt uns lieben

Hattest du schon eine dieser Ängste?

Ja?

Ja!

Und was ist passiert? Wurdest du jedes Mal, wenn du Angst hattest betrogen zu werden, tatsächlich betrogen? Bist du durch jede Prüfung gerasselt, vor deren Nichtbestehen, du so eine Panik hattest?

Nein.

Die Angst hat sich zu einem Dauerbgleiter entwickelt, der uns daran hindert, glücklich zu sein. Ständig beherrscht dich die Angst vor irgendetwas. Nie kannst du dich komplett entspannen. Zuversichtlich und voller Vertrauen dein Leben zu leben, denn immer ist da eine Angst.Irgendeine Angst. Kannst dir eine aussuchen.

Du weißt das alles. Ich erzähle dir nichts Neues. Die Erkenntnis ist nicht das Neue. Auch nicht das Wissen.

Du weißt, was die einzige Antwort auf deine Angst ist. Du musst sie loslassen. Sie verlassen wie einen Geliebten, der dich mehr der richtige für dich ist. Wenn du die Entscheidung triffst, dass eure gemeinsame Zeit vorbei ist. Wenn du deine vergangene Geliebte siehst und einen Schritt zurück trittst,  das Band zwischen euch zerschneidest. Bittersweet.

Weil du es willst. Weil es das Richtige ist.

Bitte lass uns keine Freunde bleiben

Ist mir lieber, wenn wir uns hassen.

Angst, ich sehe dich. ich höre dich. Doch ich gebe dir kein Stück nach. Denn ich liebe.

Du wirst die Angst manchmal sehen. wie einen verlassenen Geliebten. Auf der Strasse vor deinem Fenster wird sie sich herumtreiben. Guckt hoch zu deinem Fenster. Vielleicht bleibt sie auch bewegungslos auf der anderen Strassenseite stehen, während du in deiner hölzernen Schaukel auf der Veranda sitzt. Sie starrt dich an. Mit diesem Blick, der dich früher so in seinen Bann gezogen hat. Dich willenlos gemacht  und jeden anderen Gedanken vertrieben hat.

Du wirst ihn genau wieder erkennen, diesen hypnotischen Blick deiner ehemaligen Geliebten. Du wirst genau wissen, wie es war. Früher. Du wirst dich erinnern, wie du aufgestanden und zu ihr hinüber gegangen bist, dich in ihre Arme geworfen hast. Du wirst wissen, dass du es damals nicht gewollt hast und dennoch nicht anders konntest. Denn neben ihr hatte nichts anders Platz.

All das wirst du erinnern.

Und ein Lächeln wird sich in dein Gesicht zaubern. Ein Lächeln, das tief aus deinem Inneren kommt und mehr ist als hochgezogene Mundwinkel. Es ist flüssig gewordene Liebe, die wie Blut durch  deine Adern, deine Muskeln, deinen ganzen Körper fließt. Flüssige Liebe, die durch deine Poren nach außen dringt. Wie eine strahlende Aura  umhüllt sie dich, diese gasförmige Liebesblase.

Diese Blase, die dafür sorgt, dass du den hypnotischen Blick deiner Verflossenen siehst, dich an die Gefühle erinnern kannst, an die Beklemmung und die Machtlosigkeit, die dich gefangen hielt.

Amour fou

Diese Liebesblase, in der du durchlässig geworden bist und die Liebe aus dir strömt und wieder in dich strömt. In and out.  Wie Wechselstrom. Kein Anfang. Kein Ende.

Du siehst die Angst auf der anderen Strassenseite stehen und du lächelst, erfüllt von Liebe und denkst bei dir:

Ah, schau, da ist sie. Diese Angst, die mich so beherrscht hat. Adieu mon, amour

Und du wirfst deinen Kopf in den Nacken und lachst voller Glück und Liebe und läufst auf die Wiese und du tanzt und drehst dich im Kreis. Immer weiter. Immer schneller. Dir wird schwindelig. Du lässt dich in das frische gemähte Gras fallen und dein Blick geht in den Himmel, wird grenzenlos, durchbricht die Wolken.

Und du bist glücklich. So unendlich glücklich, dass es keine Worte dafür gibt.

Du weißt, dass die Angst wiederkommen wird. Wenn nicht in der einen, dann in der anderen Erscheinung. Sie ist geschickt diese Schlange. Sie beherrscht die Kunst der Verkleidung. Doch du weißt, dass du sie erkennen wirst. Wie auch immer sie aussehen wird. Du weißt, dass sie dich nie mehr beherrschen wird. Denn du kennst die Antwort. Die magische Antwort, die dich aus ihren Klauen befreit.

Die Antwort ist Liebe.

Immer und immer wieder.

Wenn sie das nächste Mal bei dir vor der Tür stehst, wird wieder ein breites Lächeln dein Gesicht überziehen, du wirst ihr direkt ins Gesicht schauen

und ihr den Mittelfinger zeigen.

Und sie wird sich vor deinen Augen in Luft auflösen. Nur ein kleiner Haufen Staub wird der Beweis sein, dass sie eben noch dort gestanden haben wird.

Dein größter Fan

 

Claudia xoxo

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