Warum Paula eine Bombe ist und du ein Minenfeld

Es ist leichter das zu bekommen, was du willst, wenn du riskierst abgelehnt zu werden.

Wenn du wie die meisten von uns bist, dann fällt es dir verdammt schwer auszuhalten, dass du für das, was du tust, sagst und wofür du eintrittst, abgelehnt zu werden. Die mißbilligenden Blicke der anderen. Das Getuschel, wenn du vorbeigehst. Das Schweigen, das eintritt, wenn du den Raum betrittst.

Das nervt dich. Es verunsichert dich.  Du willst auf keinen Fall so sein, wie z.B. Paula. Paula ist eine Bombe. Ist wie eine Granate, deren Zünder bereits gezogen ist. Alle warten nur, wann uns das brandgefährliche Gemisch um die Ohren fliegt.

Paula ist eine Frau, wie wir sie alle kennen. Eine Drama-Queen, die die Bühne und das Unglück für sich gepachtet hat. Egal, mit was du dich gerade in deinem Leben herumschlägst: Paula war schon da. Paula trifft es immer viel schlimmer und dein Leben ist schlichtweg ein Paradies gegen das, was Paula erleben muss. Paula kennt keine Zurückhaltung und nimmt sich die Bühne, um ihr Leid zu zelebrieren.

Auch ich kenne eine Paula. Sie ist unberechenbar. Nein, eigentlich ist sie nicht unberechenbar. Was auch immer passiert in ihrer kleinen Welt, jeder wartet voller Anspannung auf ihre Reaktion darauf. Ob die Schwester den Job verliert. Die Tochter das Studium schmeißt. Der Sohn von der Freundin verlassen wird, der Urlaub verregnet ist. Oder ob das Lieblingsteil in der Boutique von der besten Freundin gekauft wurde.

Vollkommen egal, wer in der Geschichte eigentlich der Protagonist ist. Der wirklich tragische Held ist immer Paula. Es geht immer um sie. Gleich einer Sonne, um die die Planeten kreisen, bezieht Paula mit einer nicht wissenschaftlich erklärbaren Selbstverständlichkeit alles was um sie herum geschieht, stumpf auf sich selbst. Der verlassene Sohn stürzt Paula so tief in die Depression. Sie versteht einfach nicht, warum immer ihr das passiert . Da wundert es Paula gar nicht, dass das Schicksal ihr auch den Urlaub verregnet.

„Verdammt, es musste ja so kommen“ – Paula

Mit dieser Aura des Dramas, des allein und exklusiv gepachteten Unglücks hat Paula alles unter Kontrolle. Geschieht ein alltägliches Drama, warten alle wie von höherer Macht darauf dressiert, wie Paula reagieren wird. Jeder fragt sich, ob es wieder eine Explosion geben wird.

Paula enttäuscht nie.

Es gibt sie immer. Die erwarteten Explosionen.

Und wir alle stehen stumm da. Schauen einander verstehend und ratlos an. Wir sind alle Statisten in Paulas Schauspiel. Wir sind unwillig folgend. Stumm widersprechend. Sind maximal genervt. Dennoch spielen wir die Rolle des Statisten. Wir schaffen es nicht, Paula die Hauptrolle zu entreißen. Wir schimpfen und diskutierten und kritisieren. Doch nicht mit Paula. Sondern still mit uns selbst und untereinander.

Doch ist es wirklich Paula von der wir genervt sind?

Warum halten wir eigentlich die Klappe?

Warum lassen wir eigentlich die Paulas in unserem Leben darüber entscheiden, wie das Theaterstück weitergeht? Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum wie exakt so reagieren wie Paula es braucht und für usn vorgesehen hat.

Wir bedienen die Statistenrolle perfekt. Obwohl wir uns so sehr ärgern, über die egozentrischen Paulas in unserem Leben. Erklärungen haben wir natürlich auch parat. Die Paulas und Konsorten sind eben schlecht sozialisiert, haben ein allgemeines und noch ein paar spezielle Probleme.

Unsere Erklärungen sind ein probates Mittel, um nicht zu reagieren. Die Pauls und Paulas würden uns doch nicht verstehen. Sie sind so sehr in ihren Problemen verhaftet, dass sie überhaupt nicht reflektieren können. Sie sind beratungsresistent.

Das mag sein. Doch warum werden wir deshalb zu Statisten? Dafür gibt es doch keinen Grund. Wenn sich jemand in deinem Leben breit macht, Raum einnimmt, den du gar nicht her geben willst. Energie zieht, die du nicht hergeben willst, dann bleibt die große Frage nach dem Warum?

Warum halten wir die Klappe? Gegen unser Empfinden. Gegen unsere Überzeugungen. Warum fühlen wir uns unwohl, wenn Paula ihren Auftritt hinlegt? Warum können wir uns all dem nicht entziehen? Warum scheuen wir die Konfrontation?

Und die wichtigste Frage von allen: Warum lässt du die Umstände, gekleidet in ein Paula-Kostüm, darüber entscheiden, wie es dir geht?

Sind wir wirklich bessere Menschen?

Wenn du ehrlich bist, gucken wir auf die Paulas, die Lauten, die Unangemessen-Agierenden, die Egozentrischen, die Nach-Aufmerksamkeit-Heischenden, herab. Du fragst dich manchmal, was mit diesen Leuten nicht stimmt. Sie nutzen ihre Möglichkeiten nicht, sondern sehen nur all das, was schief geht. Sie sind mutlos. Problem-orientiert und perspektivlos.

Das alles entspricht nicht deinem Lebensmodell. Es ist ein ganz anderes Mindset, mit dem du dein Leben angehst. Du hast dir so hart erarbeitet, immer nach vorne zu schauen. Du hast irgendwann begriffen, dass du die Macht über deine Gedanken hast. Du hast erkannt, dass du damit unendliche Möglichkeiten hast, dein Leben selbst zu gestalten.

So sein wie Paula? Nein, Paulas Denkmodelle  und Handlungsstrukturen lehnst du aus voller Überzeugung ab, denn sie bringen niemanden weiter Sie bremsen nur aus. Verletzen andere Menschen und hinterlassen nur Schutt und Asche, wo Freude und Glück sein könnten.

Aber du weißt schon, dass wir jetzt nur an der Oberfläche kratzen?

Oder, das weißt du doch sehr genau?

Denn die Paulas dieser Welt haben auch etwas, das dir fehlt. Sie halten es aus, nicht gemocht zu werden. Sie wissen, sie hören, sie spüren die Ablehnung, die jede ihrer Aktionen in ihrer Umwelt auslöst. Sie liegen nachts in ihrem Bett und weinen möglicherweise bittere Tränen der Einsamkeit, weil sie genau wissen, dass heute niemand voller Mitgefühl an sie denkt. Sie wissen, dass jeder nur fassungslos den Kopf über ihre Aktionen schüttelt.

Nein, die Paulas sind kein Vorbild. Doch wir beide wissen, dass Paula etwas hat, das du sehr schwer aushältst. Es ist das Bewusstsein, dass andere Menschen dich ablehnen. Das Wissen darum, dass du nicht bewundert, sondern voller Unverständnis abgelehnt wirst.

Ja, das kannst du schwer aushalten. Die Vorstellung, dass du wie Paula stumpf deine schlechtesten Seiten präsentierst und nicht nach Akzeptanz und Empathie gierst, ist dir fremd. Unvorstellbar.

Mißversteh mich bitte nicht: Es ist wirklich gut, dass du dich wie Paula bist. Denn Egozentrik und fehlende Empathie sind definitiv nichts, was du anstreben solltest.

Doch die Resonanz, die Paulas Auftritte in dir auslösen, die haben definitiv etwas mit dir zu tun. Das sprachlose Entsetzen und Erstaunen, ist es schon mal wert genauer hinzuschauen. Zu erkennen, dass dir zu Zustimmung anderer so wichtig ist, dass du die Kapriolen Paulas immer auch durch diese ganz persönliche Brille siehst.

Ich will damit selbstverständlich nicht sagen, dass die egozentrischen udn Bomben werfenden Paulas sich wirklich erkennen und akzeptieren. Sie  sind auch kein Lehrstück dafür, wie es geht. Im Gegenteil. Doch das ist eine andere Geschichte.

Aber die Quintessenz ist, das Paulas Bomben zwar nicht deine Baustelle sind, aber sie führen uns direkt in das Minenfeld deiner selbst.

Let’s talk about Money, Leadership and Purpose

Denn du ahnst schon längst, dass es nicht um fremde Bomben geht, sondern um deine vergrabenen Minen, die sich zahlreich im Feld deiner selbst tummeln.

Es geht um ein paar Dinge, die ausschließlich mit dir zu tun haben. Und glaub ich weiß wovon ich rede. Auch ich habe durch die Paulas in meinem Leben viel über meine Minen gelernt.

Es wäre richtig und angemessen den Paulas dieser Welt zu sagen, dass man es furchtbar findet, was sie tun. Wenn man sie mag, wäre es sogar eine echter Akt  der Menschlichkeit. Denn die Flucht in die verdeckte gezeigte Ablehnung, das stumme Mißbilligen, ist das Gegenteil von Empathie. In einer Beziehung voller Empathie wäre ein bombenlegeneder Mensch es dir wert, ihn wissen zu lassen, dass du ablehnst, was er tut. Es wäre dir wichtig Position zu beziehen.

Doch all das unterlässt du. Ich weiß nicht, was genau der Grund ist. Vielleicht ist es die Angst du verletzten. Oder du denkst, du würdest nicht die richtigen Worte finden. Eventuell denkst du auch, dass Paula dich sowieso niemals verstehen würde.

Doch was auch immer dein vermeintlicher Grund ist, vergiss ihn. Wichtig ist vielmehr zu erkennen, dass das was du tust oder eher nicht tust, ein NEIN zu dir selber ist. DU bist es dir nicht wert, für dich einzutreten. Du bist es dir nicht wert, Position zu beziehen. Und Paula, Sweety ist dir anscheinend gar nicht viel wert, auch wenn du dir immer erzählt hast, es ginge dir nur um Paula, darum sie nicht zu verletzen, muss ich dir jetzt etwas sagen:

Glaub nicht deinen Bullshit.

Paula ist bedeutungslos. Doch du bist es, um die es geht. Und bevor du nicht bereit bist, eindeutig und voller Überzeugung, JA zu dir zu sagen, egal, was du da siehst, so lange wirst du auch nicht wirklich Empathie und Liebe geben können.

Das heißt, wenn du es lernst  für dich einzutreten, wenn du bereit bist deine Minen auszugraben, was auch immer dich da erwartet und es anzunehmen, erst dann wirst du die Paulas dieser Welt und ihre Bomben  hinter dir  lassen können.

Erst wenn du deine Minen geborgen hast, wirst du dich erfolgreich den höheren Sphären zuwenden können.

Erst wenn du es aushältst, nicht immer und nicht nur gemocht zu werden, kannst du führen.

Erst wenn du deine Entscheidung triffst, auch wenn du weißt, dass ein andere sie ablehnt, wirst du innovativ sein können.

Erst wenn du für deine Vision gehst, auch wenn alle verständnislos den Kopf schütteln, hast du eine Chance im Olymp anzukommen.

Die Paulas in dieser Welt können (und sollten) dir kein Vorbild sein. Aber sie sollten dir einen augenöffnenden Kick geben, zu schauen, ob dir die nickende und wohlwollende Akzeptanz der anderen vielleicht zu wichtig ist. Ob du nicht langsam wirklich bereit sein solltest, die verrückte Irre zu sein, über die alle den Kopf schütteln.

Denn genau das bist du manchmal für andere, wenn du bereit bist für dich einzustehen.

Ich weiß, dass du das kannst und ich weiß, dass du so große Ziele hast, dass es sich lohnt, dafür einzustehen. In voller Konsequnz.

Du weiß nicht wie? Dann lass uns miteinander reden.

Dein größter Fan

 

Claudia xoxo

 

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