Inner bitches Teil 1: Wenn du arm bist, ohne arm zu sein

 

Da sind die sexy Nullen hinter der Zahl auf dem Kontoauszug.

Ein zufriedenes Grinsen wäre die einzig angemessene Reaktion.

Doch ich wache auf. Schweißgebadet. Reiße die Augen auf.

Da ist sie wieder, die vertraute Angst. Die Angst, dass es nicht genug sein könnte. Zu wenig. Die Angst, die mich immer wieder überfällt: Die Angst arm zu sein.

Manchmal denke, dass diese Angst zu mir gehört, wie das Grübchen am Kinn. Ein Teil von mir. Seit wann ist sie eigentlich meine Weggefährtin? Ungeliebt zwar und doch kommt sie immer wieder. Eigentlich war sie schon immer da. Allzu oft hat sie meine Gefühle und meine Handlungen gelenkt.

Ich sehe dich, ich respektiere dich und ich mach dich weg

Ich zwinge mich ruhig zu atmen.

Inhale and exhale.

Ich zwinge mich meinen Atem zu beruhigen. Ich schließe die angstgeweiteten Augen. Ich weiß, all das ist nur in meinem Kopf.  Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Andere Menschen beneiden dich. Nein, andere Menschen, würden dir in den Hintern treten. Mir diese Angst nicht einmal erlauben.

Aber ich sehe diese Angst. Ich spüre sie. Ich spüre, wie sie meinen Herzschlag beschleunigt. Ich weiß genau, was passiert. Warum ich diese Hitze in mir spüre. Ich kenne diese Angst.

Besser fast noch als jedes andere Gefühl. Meine ersten Erinnerungen berühren irgendwie immer auch dieses Gefühl.

Es ist nicht genug da.

Es wird nicht reichen.

Wir müssen irgendwie zurechtkommen.

All das sehe ich, weiß ich, kenne ich und ich will es nicht.

Ich mag dich nicht. Angst, die du mich limitierst, lähmst, bremst und mir im Weg bist.

Ich will dich nicht.

Everybody’s unloved darling

Die Angst zu verarmen, ist die größte Angst der Menschen, die im Wohlstand leben. Natürlich ist es komplett absurd. Wir alle haben einen verdammten 6er im Lotto. Wir haben so viel. Wir haben mehr als genug. Unser Problem ist vielmehr, dass der  Keller, der Kleiderschrank und der Kühlschrank zu voll sind und wir mit dem Entsorgen nicht hinterher kommen.

Ich weiß, da ist trotzdem diese Angst, die Angst, die mich nachts weckt und so viele von euch begleitet. Diese Angst, die rational nicht zu begründen ist. Denn wir haben genug. Wir haben ein soziales Netz. Dennoch ist diese Angst immerzu präsent.

Selbstverständlich wissen wir, dass es nicht okay ist diese Angst zu haben und wir führen sie vermeintlich an einer kurzen Leine.

Komm mal runter! Es ist genug da und es wird schon irgendwie alles hinkommen. So wie es immer geklappt hat.

Doch es reicht wenig, um uns zu zeigen, dass wir diese ungeliebte Angst nur vermeintlich kontrollieren. Ein gräulicher Umschlag in der Post, der uns sofort wissen lässt, dass das Finanzamt uns wieder etwas schreibt. Das allein treibt den Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen. Immer konkurrierend mit unserem Brain und Mindset, der wie verzweifelt versucht den wildgewordenen Flohzirkus zu kontrollieren.

Nach außen hin ruhig, räsonierend, rationalisierend und annehmend, werden Litaneien hinuntergebetet.

Nur wer gut verdient hat, muss Steuern bezahlen.

Zahle freigiebig und voller Leichtigkeit deine Rechnungen, denn nur so kommt das Geld zu dir zurück.

Aber all das fühlst du nicht. Nicht wahr? Das wirklich präsente Gefühl ist die Angst, dass es nicht reichen könnte

Nimm diese verdammte Aufgabe ernst

Ich kenne diese Angst. So gut. Manchmal kann ich sie erfolgreich bearbeiten und in den Keller schicken. Aber sie kommt immer wieder die Treppe hoch. Ein Leben gänzlich und dauerhaft ohne diese Angst kenne ich nicht. Genau deshalb weiß ich, was sie bedeutet.

Wir haben immer genau dann, wenn die Angst wieder zuschlägt,  die folgende Wahl:

Nimmst du diese verdammte Angst ernst und tust was zu tun ist

oder lässt du dir von ihr die Qualität deines Lebens bestimmen?

Das hört sich für dich zu groß an? Zu weitreichend? Einfach zu sehr von allem?

Das ist  es aber nicht. Ja, es ist wichtig anzuerkennen, dass diese Angst zu dir gehört. Du weißt ja, Grübchen am Kinn und so. Ängste werden sehr früh in uns angelegt. Mutti hat gesagt. Vati hat gemacht. Neuronale Verknüpfungen wurden eklig, klebrig und fest verankert geknüpft. Sehr früh. Sehr fest. Wir alle haben unsere Geschichte und werden sie nie abstreifen können.

Weißt  du noch, damals?

Ich erinnere mich ich sehr genau an das Gefühl mir nicht die Traumjeans zu wünschen, weil ich wusste, dass wir es uns nicht leisten könnten. Ich habe diesen Wunsch weg gemacht, denn ich konnte den Schmerz in den Augen meiner Mutter, mir all die unausgesprochenen Wünsche, nicht erfüllen zu können, nicht ertragen.

Ich wollte, dass sie lacht.

Also, wünsche dir lieber nicht zu viel. Es ist nicht genug da. Mach dich unabhängig von Äußerlichkeiten. Vom Materiellen. All das brauchst du nicht. Du stehst darüber. Du fühlst tiefer.

Ich erinnere noch genau, wie es mich schier zerriss, dass ich mir die Dinge, die ich mir zu wünschen versagte, dennoch so sehr wollte. Was stimmt nicht mit mir? Mach dich frei vom Materiellen. Mach dich frei von dem Wunsch nach mehr.

In Stein gemeißelt

  • Du bist mehr als der materielle Wunsch
  • Deine Wünsche sind immateriell und rein
  • Du musst dankbar sein, für das was du hast
  • Wenn du es dir nicht wünschst, wirst du es nicht vermissen
  • Wenn du frei bist von finanziellen Bedürfnissen, bist du nicht erpressbar

All diese oder andere Money-Statements sind in dir verankert. Es ist egal warum. Du solltest nicht hadern, mit dem was war. Du wurdest geliebt und jeder wollte dir das Beste geben, was er zu geben hatte.

Du bist der Chef deines Mindsets

Aber du solltest ein Monitoring Experte sein. Wie ein unbeteiligter Beobachter solltest du erkennen, wenn es wieder einmal Zeit ist, die Gartenschere herauszuholen. Nicht den gnadenlosen Unkrautjäter. Dieses grausame Instrument, das alles vernichtet, rausrupft.

Das wäre nicht der richtige Weg, denn es sind deine Blockaden, du bringst sie mit, aus deiner Geschichte heraus. Deiner Familien, deinen Episoden. Natürlich hättest du die Macht dazu. Scheinbar. Doch tatsächlich hättest du sie einfach in den Keller geschickt. Sie würden auf den Stufen hocken, festgekrallt und untrennbar mit ihrer Mission verbunden. Dich heimzusuchen.

Doch sie sind nicht nur böse. Vielmehr sind sie einfach ein Teil von dir.

Wie das Grübchen am Kinn.

Sehen. Verstehen. Aktion.

Ich mache diese Angst nicht weg. Ich vermute, dass es gelingen würde, für einen Monat, vielleicht auch für ein Jahr. Möglicherweise aber auch nur für eine weitere Nacht. Also versuche ich es erst gar nicht. Versteh mich nicht falsch. Ich bin wie jeder andere: Ich wäre froh, wenn diese Angst endlich verschwunden wäre. Diese Angst, die so negativ, so beherrschend ist. Doch ich weiß, dass es sinnlos ist.

Deshalb nehme ich sie einfach wie eine Grippe, um die ich mich kümmern muss. Oder vielleicht doch eher wie eine Migräne, bei der ich auf die Trigger achte. Wie auch immer ich es definiere, was ich tue, ist immer das gleiche. Ich sehe, dass es brennt. Ich sehe, dass da verdammt noch mal die Kacke brennt.

Money-Blockade ist blocking me!!! Alarm!!Alarm !!! Alarm!!!

Ich krempel  die Ärmel hoch, zieh die Gummistiefel und schnappe mir den Eimer, das Putzmittel und den Lappen und ich werde alles hochheben, in jeder Ecke wischen, die Schmutzquellen finden und einfach mal den überfälligen Frühjahrsputz machen.

Für alle von euch, die ihr diese Angst kennen: Ja, diese Angst ist ein Teil von dir. Ja, diese Angst wird dich immer wieder heimsuchen. Und ja, wenn du realisierst, dass sie dich wieder einmal im eisernen Griff hält: Das ist der Moment zu sagen

Okay, well. Lets work on it.

Du wirst es schaffen. Nicht immer ganz einfach. Doch du WIRST ES SCHAFFEN.  Es gibt so viel Hilfen, Du weißt wie es geht. Wenn du es nicht weißt, hol  dir die Hilfe, die du brauchst.

Denn wenn du es nicht immer wieder tust – auch wenn es schwer ist – wirst du dein Leben lang nachts aufwachen. Schweißgebadet. Mit angstgeweiteten Augen.

Egal wie viele Nullen hinter der Ziffer stehen.

Wenn du diesen Kampf liebevoll und voller Wärme annimmst, auch wenn es dir schwer fällt, hast du die Chance dieser Blockade die Macht über dein Leben zu nehmen. Du eroberst die dir Macht zurück, so viel Geld zu verdienen und zu genießen oder auszugeben oder auch zu verlieren, wie du es entscheidest oder wie es eben gerade ist.

Wenn du diese Putzstelle gegenüber deiner Angst annimmst, wirst du vom Opfer zum Macher. Erst dann eröffnest du dir die Möglichkeit Frieden zu schließen. Deine bittersüße Beziehung zum Geld zu verändern. Erst dann ermöglichst du es dir, das Geld zu verdienen, dass du dir noch nie zugestanden hast. Glaub mir, es wird nichts Schlimmes passieren. Du wirst der gleiche wundervolle Mensch bleiben der du bist. Geld wird weiterhin keine Macht über dich gewinnen. Denn Geld ist nichts als ein Mittel.

Wenn du immer dann, wenn es notwendig ist, den resoluten Kampf gegen deine Money Blockaden aufnimmst, kannst du endlich mit Leichtigkeit Geld in dein Leben holen, in deinem Leben halten und aus vollem Herzen ausgeben oder investieren, spenden oder was auch immer du damit tun willst.

Dein größer Fan

 

 

Claudia xoxo