Ohne Leid, kein Preis oder you can’t have one without the other

Bach Gebirge
Du wirst leiden müssen.
 
Die Frau sitzt im Café, denn dort ist es warm. Ein bisschen Klischee, zugegeben, aber sie mag einfach nicht in dieser düsteren Wohnung sitzen.   Sie fertigt das Anschreiben für den 37. Verlag, an den sie das Manuskript ihres Romans  schickt. Nein, tatsächlich ist es mehr als ein Roman. Es ist ein Epos. Sie weiß, wie gut ihr Werk ist. Ja, und sie bleibt dran und schickt ihr Manuskript an jeden verdammten Verlag. Ihre Verzweiflung wird immer größer. Da sitzt sie nun, in dieser düsteren Kellerwohnung, ist abhängig  von den Unterhaltszahlungen ihres Mannes, ihr wunderbares cum laude Examen in Literatur nutzt  ihr nichts.
Und sie leidet.
Aber sie ist bereit dieses Leiden in Kauf zu nehmen, denn sie weiß, dass irgendwann, irgendwer ihr Manuskript annehmen wird. Sie ist bereit dafür zu leiden, an sich zu zweifeln und immer wieder aufzustehen. Denn was wäre die Alternative?  Sie könnte ihr Manuskript in die Schublade legen und versuchen es zu vergessen. Aber auch das wäre Leiden. Denn es steckt ihr Herzblut in diesem Baby. Also geht sie lieber den Weg. Obwohl jede Absage, die in den mausgrauen, politisch korrekten Fairtrade Umschlägen bei ihr eintrudelt, wie eine Ohrfeige ist. Eine Ohrfeige, die ihr sagt:
„Du kannst nichts. Vergiss dein „Werk“. Es ist schlecht. Wäre es gut, hätte es schon längst irgendwer angenommen.“
Cut!

Mehr