Erfolgs-Manifest einer Bitch – Teil 2: Gestatten, Krull. Felix Krull

 

 

Anna, meine süße, liebe, ein  bisschen chaotische, aber immer suchende Anna, ist endlich wieder da und sie kann dir dazu etwas erzählen. Anna ist aktuell in fremden Gefilden unterwegs. Sie arbeitet gemeinsam mit einem Team  an einem absolut innovativen und kreativen Projekt mit. Es geht um das Einkaufserlebnis der digitalen Zukunft. Industrie 4.0. Digitalisierung. Na ja, ist für dich im Detail auch nicht so wichtig. Es geht also um die Optimierung des Einkaufs in der digitalen Welt. Um Vereinfachung. Um Zeitersparnis.

Anna sitzt in diesem dynamischen Team. Sie ist die einzige Frau. Und wie in jedem Team gibt es den Bremser. Den „Ja, aber…“ Kerl. Das Team diskutiert darüber, was sich der Kunde wünscht. Und der Kollege, nennen wir ihn Karl, wendet gegen das innovative, bahnbrechende und zukunftsorientierte Modell ein:

„Aber ich will meine Tomaten beim Einkaufen in die Hand nehmen. Ich will sie riechen. Ich will sie haptisch erleben. Das ist Bestandteil meines Wunsches als Kunde.“

Alle im Meeting – zu 100% Männer bis auf Anna – nickten zustimmend. Ein Mann, der verstand und  empathisch erfasste, was der Kunde im Supermarkt so will. Ja, der Kunde will einkaufen. Mit all seinen Sinnen. Er will wissen, ob die Tomate nach Tomate riecht.

Anna nickte nicht. Anna dachte nach. Anna fragte nach. Oh, Anna du kannst deine Klappe einfach nicht halten. Anna war eine kluge Strategin. Bevor der ahnungslose Karl überhaupt realisierte, was passierte, tappte er in alle Fallen, die Anna charmant lächelnd, auslegte.

 

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