Wake up, little Susi – Warum es sich lohnt nicht jedes Wort reinzulassen

 

Wenn du einer Schlüssel Mehl, Motoröl, Zimt, Grassamen und Rotwein mischt, wird daraus ein leckerer Kuchen?

Nein. Es wird ein ekliges Gemisch, das du direkt in die Tonne treten kannst.

Es lohnt sich also sorgfältig die Zutaten auszuwählen. Und es lohnt sich noch mehr ein Rezept zu haben.

Anna hat neulich eine ganz zauberhafte Veranstaltung besucht bei dem Kinder voller Begeisterung und Leichtigkeit geflötet, getanzt und geschauspielert haben. Die ungefilterte Freude und Aufregung und das Engagement der Kinder berührten Anna sehr.

Die ganze Veranstaltung war sehr feinfühlig auf die Kinder ausgerichtet: ihre Träume, ihre Wünsche und ihr Tempo.

Die Kinder führten mit großer Ernsthaftigkeit ein Theaterstück vor, das Anna mit einem Lächeln im Gesicht verfolgte. Bis ihr das Lächeln im Gesicht gefror. Ganz langsam kroch ein Unbehagen in ihr hoch. Was eben noch kindliches Tempo und Thema war, entwickelte sich

slowly but surely

zu einem Ausflug in vergangene Zeiten. Zeiten, die Anna nicht für die Kinder heraufbeschworen sehen mochte.

„Und die Mädchen standen still und stumm und knabberten an ihrer Karotte rum.“

Natürlich spielten und hüpften derweil die jungen, unbändigen Kerle im Theaterstück.

Anna schaute sich um. Um sich sie  noch immer glücksbeseelte Erwachsene, in deren Gesichtern sich das liebevolle Wohlwollen spiegelte, das sie für die junge Akteure empfanden. In keinem der Gesichter erkannte sie ihre eigene Verärgerung wieder.

Herrgottnochmal. Natürlich war Anna auch hingerissen von der Veranstaltung, aber dem Regisseur wollte sie nur allzugern den Kopf abreißen. Nein, der Regisseurin – denn war es eine Frau.

 

Sprache schafft Bewusstsein

Diesen wunderbaren und universellen Satz habe ich kürzlich bei der zauberhaften Conny Doll gelesen. Und treffender kann man es nicht ausdrücken.

Was du hörst, was du in deinem Kopf lässt, beeinflusst dein Denken. Hörst du nur Müll, denkst du nur Müll. Lässt du schönes, inspirierendes oder auch fröhliches in dein Allerheiligstes wird das dein Denken, deine Haltung und dein Sein beeinflussen.

Was Kinder von uns hören, ist ihre Wahrheit. Was Kinder von uns sehen, imitieren sie. Die Werte, die wir leben und proklamieren, übernehmen sie.

Wenn Kindern in einem feierlichen Rahmen vermittelt wird, dass gute Mädchen artig, still und folgsam sind, wird eine kuschelige, kleine, manifeste Erinnerung daraus.

Nein, es ist ganz sicher nicht eine unausweichliche Entscheidung für die Zukunft der Kinder. Kein Trauma. Kein Dilemma.

Doch es ist ein Statement. Und es hat Außenwirkung. Vielleicht haben die Kinder es nicht einmal bewusst wahrgenommen. Doch Anna. Anna, die hat es bemerkt. Und Anna hat bemerkt, dass sie mit ihrem Ärger und Unverständnis allein stand. Und das erschreckte sie am meisten.

Denn Bewusstsein schafft Gefühle

Ich sehe dich die Stirn kräuseln. Leicht skeptisch die Mundwinkel nach unten ziehen. Kein offener Widerspruch, keine Kritik. Doch eine Art Unverständnis.

Du findest, dass Anna überzogen reagiert? Es ist doch nur ein unschuldiges, kleines Theaterstück.

Ist es das?

Stell dir eine vergleichbare Szene vor – nur umgekehrt. Wir können auch die Jungs gegen Männer und die Mädchen gegen Frauen austauschen.

„Und die Männer stehen stumm und starr und knabbern an ihrer Karotte rum.“

Während die Ladies wild spielen, tollen und tanzen.

DAS wäre eine Message. DAS wäre ein Setting. Je nach Plot des Theaterstücks wäre schallendes Lachen und Schenkelklopfen die Reaktion im Falle eines komödiantischen Aufspielen. Wäre das Sujet kämpferischer, feministischer, wäre diese Szene Symbol und Statement für eine neue Zeit. Symbol für eine Zeit in der Männer und Frauen gleichberechtigt sind – so wie sind.

Aber es wäre niemals nur eine Szene.

Doch es waren Mädchen, die tatenlos und saftlos und kraftlos rumstanden und gerade mal essen durften. Und die Reaktion war

NICHTS

Bewusstsein schafft Gefühle

Was sagt dir dein Bewusstsein? Sollen in deiner Welt die Mädchen still sein und die Jungs die Welt erkunden?

Ja, es ist nur ein kleines Theaterstück. Die wundervollen, kindlichen Darsteller hatten sicher ganz viel Spaß dabei.

Aber dieser Spaß, diese Freude – auf Seiten der Schauspieler, auf Seiten der Zuschauer hätte in gleicher Begeisterung und Überschwang genauso gut dramaturgisch vermittelt werden können, wenn die Mädchen – verdammt noch mal nicht an der Karotte geknabbert, sondern Ball gespielt hätten. Wenn Suse gelesen, Till mit der Pausenaufsicht geplaudert, Julia Ball gespielt, Justus mit seinen Freunden Bilder angeschaut und Tina an einer Karotte geknabert hätte.

Sprache schafft Bewusstsein. Bewusstsein schafft Gefühle.

Ich schenke dir eine schöne, neue Welt

Es geht niemals nur um das gesprochene Wort, wenn du nach außen trittst. Es ist immer ein Statement. Beabsichtigt oder nicht. Schlimm oder lustig. Peinlich oder souverän.

Ich bin mir sicher, wenn Anna die Regisseurin mit ihren Empfindungen konfrontieren würde, wäre diese erschrocken und bestürzt. Niemals würde sie ein tradiertes, hinderliches und klischeehaftes Rollenbild vermitteln wollen.

Liebe Regisseurin, es ist auch nicht schlimm. Gar kein Drama. I don’t blame you. Die Kinder und die Erwachsenen hatten Spaß. Wundervoll. Ein wundervolles Geschenk an die Erwachsenen und die Kinder.

Tatsächlich hat diese kreative Dame Anna und uns eher ein Geschenk gemacht. Eine Manifestation. Ein Sehen. Ein Erkennen. In unserem Alltag geht es nicht nur um dich und mich. Ich weiß, dass du jeder Frau alle Chancen einräumen willst, die sie möchte. Genau wie jedem Mann. Du hast ein Bewusstsein für das, was wir schon geschafft haben. Doch du siehst auch den Weg, der noch vor uns liegt.

Aber vielleicht weißt du noch nicht, dass es um sehr viel mehr geht. Mit jeden Tag, mit jeder Aktion, mit jedem Statement, mit dem du als Frau oder als Mann in diese Welt hinausgehst und dafür stehst, dass in dieser Welt bestimmt noch viele Mädchen still die Karotte knabbern müssen. Dass es aber nicht so sein muss. Mit jedem Tag, an dem du den Job machst, den du liebst. Mit jeder Verletzlichkeit, die du zu erkennen gibst und mit der du zeigst, dass keine Frau ein besserer Mann sein muss, um ihren Weg gehen zu können.

Sprache schafft Bewusstsein schafft Gefühle schafft Taten.

Wenn du also wieder einen Moment des Zweifels hast, ob sich das lohnt was du tust. Ob es die Mühe wert ist. Wenn du erschöpft bist und nicht mehr kämpfen magst. Wenn du gegen Windmühlen gekämpft hast und es endlich leicht haben möchtest. Dann denk in dem schwärzesten Moment daran, dass am Ende zählt, wie sich die Menschen gefühlt haben durch das, was du tust.

Wenn es da draußen nur einen Menschen gibt, den du inspiriert und motiviert hast, das zu tun, was er bis dahin nicht getan hat. Wenn er die Karotte in die Ecke schmeißt und sich einfach gut und perfekt und geliebt fühlt, dann denk an diesen einen Menschen in diesem schwarzen Moment und sage dir ganz laut und voller Freude und Lebenslust :

Fuc*in YES!

Da ist jemand, der die Karotte weggeschmissen hat und jetzt tanzt. Voller Freude und voller Lachen durch sein Leben, mit allen Möglichkeiten und ohne Limit.

Ich danke dir für das, was du in diese Welt bringst.

Dein größer Fan

Claudia xoxo

Share this post

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on print
Share on email

Newsletter

Werde ein Insider und trage dich für exklusive Updates und besondere Angebote ein! Außerdem erhältst du durch das Eintragen mein kostenloses Booklet „50 Überschriften die konvertieren“.